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Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Woche 25 bis Woche 27

Baden-Baden (ots) - Dienstag, 20. Juni 2000 (Woche 25) 20.15 Reisewege Oberitalien Auf der Straße der Franken - Von Pavia nach Cremona Ein Film von Christian Fuchs Von Mailand kommend ritten die deutschen Kaiser des Mittelalters einst gen Pavia, um in der Hauptstadt des Langobardenreiches die Königskrone zu empfangen. Danach zogen sie entlang des Po Richtung Piacenza. Vor der Stadt, in den Niederungen des Po, schlugen sie ihr Lager auf, hielten Gericht, empfingen wie Kaiser Friedrich I. Barbarossa ihre Gefolgschaft aus den Städten Oberitaliens und hielten Heerschau. Danach erst überquerten sie den Fluss und ritten südlich von Cremona bei Fidenza über den Apennin nach Rom, wo sie aus der Hand des Papstes die Kaiserkrone empfingen. Der Film folgt auf der Reise von Pavia nach Cremona dem alten Weg der Kaiser, der "via francigena", die zugleich die Straße der Pilger war. Hunderte von Kirchen, Klöstern und Hospitzen säumen ihren Weg. Auch moderne Pilger sind bis heute auf der Frankenstraße über Pavia, Piacenza und den Apennin unterwegs in die heilige Stadt. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ziehen sie durch die flache Poebene und romantische Dörfer, aber auch quer durch Industriegebiete und parallel zur Autostrada del Sole. Die Poebene zwischen Pavia und Cremona ist eine herbe Landschaft, geprägt von riesigen Reis- und Weizenfeldern. Dort schufteten noch nach dem zweiten Weltkrieg mittellose Landarbeiter aus Süditalien, und Bernardo Bertolucci fand das passende Gehöft als Drehort für seinen berühmten Film "Neunzehnhundert". Die Menschen in der Ebene sind rebellische Charaktere, mit "Don Camillo und Pepone" hat ihnen der Schriftsteller Giovannino Guareschi ein Denkmal gesetzt. Das Dorf, das zum Schauplatz der Verfilmung wurde, liegt bei Cremona. Und im nahegelegenen Roncole, dem Geburtsort Verdis, erinnert nicht nur vieles an den berühmten Komponisten, sondern ist auch die alte Trattoria des Schöpfers von "Don Camillo und Pepone" als kleines Museum eingerichtet. In Pavia, der einstigen Langobardenhauptstadt führt dieser Reiseweg natürlich zur Krönungskirche San Michele und zu der berühmten Universität, die zum Teil in mittelalterlichen Geschlechtertümen residiert. Die Certosa di Pavia, eines der großen Renaissance-Bauwerke Italiens, symbolisiert den Machtanspruch der Viscontis in die Poebene ebenso wie das Castello die Visconti in Pavia. In Piacenza steht die Kirche San Antonio für den Kampf der Lombarden gegen die deutschen Kaiser und S. Maria della Campagna für die hier beginnende Ära der Kreuzzüge. Das Collegio Alberoni mit seiner kostbaren Sammlung flämischer Gobellins zeugt von der weltlichen Machtentfaltung der Kirche im Mittelalter. Cremona, einst mächtige Konkurrentin Mailands, ist bis heute die Stadt des Geigenbaus, der Stradivaris und Amatis. Die Geigenbauertradition entstammt der Blütezeit der Stadt nach der Zeit der zermürbenden Kriege zwischen Kaisern, Päpsten und Lombarden. Montag, 26. Juni 2000 (Woche 26) 21.50 SONDE - Wissenschaftsmagazin Moderation: Ingolf Baur Der Griff nach den Genen - von Zukunftschancen, Moral und Ethik: Das Wettrennen um die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts nähert sich dem Ende. Der Amerikaner Craig Venter ließ sich schon vorzeitig feiern - zumindest der Börsenkurs seiner Firma schoss daraufhin kurzfristig in astronomische Höhe. Craig Venter will sich jetzt die Nutzung menschlicher Gene patentieren lassen. Krebs, Herz-Kreislaufleiden und Alzheimer sollen ihren Schrecken verlieren. Ist das genetische Profil eines Menschen erst bekannt, lassen sich maßgeschneiderte Medikamente entwickeln. Die Pharmaindustrie wittert Milliardengewinne. Werden in Zukunft auch Gentherapien kommen? Sind sie ethisch vertretbar? Droht uns in Zukunft der "Mensch nach Maß"? Noch ist der schöpferische Eingriff in die Keimbahn des Menschen verboten, aber was wird die Zukunft bringen? Das Klonen von Tieren hat bewiesen: Technisch gesehen ist heute schon vieles möglich. Doch wie weit kann und darf der Mensch gehen? Außerdem u.a. Zuschauer fragen "Warum mögen Marder Autos?" "Sonde" antwortet. Sonntag, 2. Juli 2000 (Woche 27) 14.00 Neckarfest Heilbronn mit Internationalem Dampfboot-Rennen Eine Dampfbootparade, Flöße mit szenischen Darstellungen aus der Sagenwelt und verrückte schwimmende Kuriositäten auf dem Neckar. Beim 8. Heilbronner Neckarfest wird auf dem alten Neckar ein begeisterndes Spektaktel geboten. Bettina Schäberle wagt sich für den SWR aufs Wasser, und Gerd Motzkus kommentiert das Treiben auf dem Wasser gemeinsam mit Bernhard Winkler. Montag, 3. Juli 2000 (Woche 27) 22.20 50 Jahre Suhrkamp Eine literarische Erfolgsgeschichte von Elisabeth Weyer Man kann die literarischen Erfolgsgeschichten aus fünfzig Jahren Bundesrepublik an zwei Händen abzählen. Einer ihrer größten ist der Suhrkamp-Verlag in Frankfurt am Main, gegründet am 1. Juli 1950 von Peter Suhrkamp und seit 1959 geleitet von einem besessenen Verleger: Siegfried Unseld. Er hat seinen Verlag zu einem der anspruchsvollsten Häuser der literarischen Welt gemacht, und mehr als das: zu einer zentralen geistigen Institution der Bundesrepublik, die zeitweilig das intellektuelle und künstlerische Leben dominierte. Wer geistig auf sich hielt, kaufte in den 60er und 70er Jahren mit einer an Manie grenzenden Leidenschaft Bücher dieses Verlags, fand in ihnen eine andere, bessere Welt. Brecht und Hesse waren die Gründerväter dieser Geistesrepublik, und von Anfang an gaben Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser, Max Frisch, Peter Weiss, Uwe Johnson und Peter Handke in ihr den Ton an - die großen Namen und Talente der deutschen Nachkriegsliteratur, die von diesem Verlag entdeckt und gefördert wurden. Der Suhrkamp-Verlag publizierte nicht nur, er schuf geradezu die deutsche Gegenwartsliteratur mit und verhalf der Vergangenheit zu neuem Leben: Dort erschienen die großen Werkausgaben der von den Nazis verfolgten jüdischen Intelligenz, dort wurden die Werke eines Walter Benjamin, Theodor W. Adorno und Ernst Bloch sorgfältig ediert, dort versammelten sich die Philosophen der "Kritischen Theorie" von Adorno bis Habermas. Sie alle, die großen Dichter und Denker, die der "Suhrkamp-Kultur" zum Erfolg verhalfen, treten in dem Film auf: In einzigartigen historischen Aufnahmen, die Schlaglichter auf berühmte Persönlichkeiten, auf Ereignisse und Skandale werfen und für die Geschichte der Bundesrepublik symptomatisch sind. Darüber hinaus wirken an diesem Porträt mit: der Verleger Siegfried Unseld, Autoren wie Alexander Kluge, Adolf Muschg, Ralf Rothmann, Rainald Goetz und viele andere. Sie alle erzählen von den Erfolgen und Erfolgsgeheimnissen, aber auch von den Krisen und Problemen eines Verlags, der bis heute ein Ausnahmefall geblieben ist ... ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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