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"2+Leif": Gesundheitsexperte Lauterbach für radikalen Umbau des Gesundheitssystems
KV-Landeschef Gerhardt rügt Ärztekollegen: "Vorkasse ist verboten"

    Berlin (ots) - Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat eine radikale Neuordnung des Gesundheitssystems gefordert. In der SWR-Sendung "2+Leif" am Montagabend, 23. März 2009, schlug er ein eigenes Modell vor, das er am Dienstag in der Arbeitsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion vorstellen wolle: "Es gäbe eine Gebührenordnung, die gilt für alle, für gesetzlich Versicherte, für Privatversicherte. Der Patient bekommt eine Rechnung, darin steht im Klartext, was gemacht wurde. Und mit dieser Rechnung geht er dann zur Kasse und die Kasse zahlt das Geld direkt an den Arzt." Lauterbach bezeichnete es in "2+Leif" als Vorteil dieses Modells, dass der Patient genau wisse, "was gemacht wurde". Der SPD-Gesundheitsexperte betonte: "Wir haben dann nicht fünf oder sechs Systeme nebeneinander, sondern ein Preissystem für alle. Das wäre unbürokratisch und das könnte jeder verstehen." Lauterbach gab allerdings zu, dass sein System zu höheren Krankenkassenbeiträgen führen würde. In "2+Leif" sagte er: "Wenn wir zu einem System kämen, in dem alle Patienten gleich behandelt werden, könnte ich mir vorstellen, dass wir dort einen mittelgroßen einstelligen Milliardenbetrag mittelfristig dazulegen müssten." Gleichzeitig müsse und könne aber dann in anderen Bereichen gespart werden. Als Beispiel nannte er stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern.

    Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz, Günter Gerhardt, sieht ebenfalls Einsparpotenziale im stationären Bereich. In "2+Leif" sagte er: "Ich bin sicher, dass wir Einsparressourcen haben, dann müssen wir aber an den stationären Bereich herangehen. Wir haben zum Beispiel eine steigende Zahl von Einweisungen am Wochenende. Das kostet viel Geld." Im Streit um die Honorarreform übte Gerhardt heftige Kritik an einigen Ärztekollegen, die von ihren Patienten vor der Behandlung Geld verlangten: "Vorkasse geht nicht. Das ist verboten", sagte Gerhardt im SWR Fernsehen.

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