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Das Erste SWR
Silberdisteln: Mittwoch, 24. Mai 2000, 20.15 Uhr im Ersten

         Sehr geehrte Damen und Herren,     liebe Kolleginnen und Kollegen,          König Fußball regiert im Programm auch auf europäischer Ebene und möglicherweise trägt er den FC Bayern München zum Sieg in der Champions League. Um die Überschneidung mit dem großen Finale in Paris zu vermeiden, wurde der SWR-Fernsehfilm "Vom Küssen und vom Fliegen" von Hartmut Schoen vom 24. Mai 2000 auf Mittwoch, 12. Juli 2000 verschoben. Stattdessen wird am 24.5.2000, 20.15 Uhr im Ersten, die schwarze Komödie "Silberdisteln" von Udo Wachtveitl ausgestrahlt.

    
    Wegen der kurzen Frist bis zur Sendung senden wir Ihnen im Anhang
auf dem schnellsten Wege die wichtigsten Informationen zu diesem
Film. "Silberdisteln" ist Udo Wachtveitls erster Film als Autor und
Regisseur und entstand innerhalb der Reihe "Debüt im Dritten" des
SWR. Im Südwestfernsehen wurde er, nach einer Erstsendung in ARTE, am
30.10.1999 bereits ausgestrahlt. Fotos zu diesem Film folgen per
Post.
    
    Wir danken für Ihr Verständnis und hoffen, dass Sie "Vom Küssen
und vom Fliegen" bis Juli nicht vergessen.
    
    Silberdisteln: Mittwoch, 24. Mai 2000, 20.15 Uhr im Ersten
    Vom Küssen und vom Fliegen: Mittwoch,19. Juli 2000, 20.15 Uhr im
Ersten
        
    Inhalt
    
    Im Altersheim St. Bartholomäus genießen die munteren Senioren
ihren Lebensabend. Die Stimmung wird nur durch den despotischen
Oberpfleger Linprun getrübt, von dem sich die Alten ständig demütigen
lassen müssen. Als eine rüstige alte Dame plötzlich und unerwartet
stirbt, sind sich drei der Heiminsassen, Margarethe, Rudolf und
Alfons, sicher: Der sadistische Pfleger hat die Frau umgebracht! Aber
natürlich findet die Polizei, die bei Todesfällen in Altersheimen nur
routinemäßig ermittelt, keine Beweise.
    
    Doch das Trio gibt nicht auf. Wenn man den verhassten Pfleger
diesmal nicht als Mörder überführen kann, dann eben das nächste Mal.
Und wo es keine Beweise gibt, muss man eben Beweise schaffen. Ein
raffinierter Plan entsteht.
    
    Besetzung
    
    Margarethe Fens        Rosemarie Fendel
    Rudolf Nafziger        Harald Juhnke
    Alfons Schambeck      Heinz Schubert
    Herr Fuchs                Dieter Hildebrandt
    Kurt Linprun            Heinz-Josef Braun
    
    Stab
    
    Buch und Regie         Udo Wachtveitl
    Mitarbeit Buch         Stephan Klapdor
    Kamera                      Hans-Jörg Allgeier
    Schnitt                    Bernd Lorbiecki
    Szenenbild                Cäcilia Gernand
    Kostümbild                Jürgen Knoll
    Musik                        Gerd Baumann
    Ton                          Heiko Toman
    Produktionsleitung  Michael Bentkowski
    Redaktion                 Carl Bergengruen (SWR)
                                    Georg Steinert (ARTE)
                                    Silvia Koller (BR)
    Produktion                Susan Schulte (SWR)
    
    Drehzeit         3. Juni bis 13. Juli 1998
    Drehorte        Baden-Baden, Achern, Bühl
    
    Eine Produktion des Südwestrundfunks in Koproduktion mit  ARTE und
dem Bayerischen Rundfunk
    
    
    Sendetermin    Mittwoch, 24. Mai 2000, 20.15 Uhr im Ersten
    
    "Die Schwachen müssen schneller und cleverer denken"
    Ein Gespräch mit Udo Wachtveitl
    
    Ist das ein Film gegen den Jugendwahn, der zur Zeit im Fernsehen
herrscht?
    Es ist kein Film, der sich aufs Banner geschrieben hätte, gegen
den Jugendwahn anzugehen. Es ist ein Film über Leute, die mich
interessieren, über Charaktere, von denen ich glaube, dass sie auch
für andere interessant sind. Und dass das alte Leute sind, ist
vielleicht ein Argument gegen den Jugendwahn. Ob es nun ein
Zielpublikum trifft oder nicht, ob ich damit jetzt eine Käuferschicht
erreiche oder nicht, das hat überhaupt keine Rolle gespielt.
    
    Was hat Sie am Milieu im Altenheim gereizt?
    Es gab Grundbeobachtungen, meine Großmutter war auch im Altenheim.
Ich habe sie besucht und es war eine ziemlich beklemmende Atmosphäre
dort. Und als dann vor ein paar Jahren die Berichte von
Pflegermördern, den sogenannten Todesengeln, durch die Presse gingen,
habe ich mir gedacht, das ist eigentlich eine total spannende
Krimigrundsituation. Was passiert, wenn Leute im Altenheim, denen
vielleicht kein Mensch mehr glaubt, weil sie unmündig sind oder sonst
nicht mehr für voll genommen werden, was passiert denen, wenn sie
glauben, dass der Pfleger, den sie haben und vielleicht sowieso nicht
leiden können, ein Todesengel ist. Was setzt das in Bewegung. Und
dann hat man eine Situation, wie sie Kinder oft haben. Man muss sich
zu einer Bande zusammenfügen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Denn damit hat man einige Grundelemente: "privilegiert und mächtig
gegen unterprivilegiert und schwach" ist immer eine gute Kombination,
denn die Schwachen müssen schneller und cleverer denken als der
Starke und können den vielleicht aufs Kreuz legen. Das ist ein
filmischer Spaß, von dem schon oft genug Gebrauch gemacht worden ist.
    
    Es ist eine Komödie geworden, eine ernste Komödie. Was für einem
Genre rechnen Sie den Film zu?
    Das beste Wort ist vielleicht Tragikomödie, das gefällt mir am
besten. Ich mag Filme von Woody Allen, die sind für mich deshalb
komisch, weil sie immer unterfüttert sind von echten, ernsten
Gefühlen. Meistens ist es eine enttäuschte Liebe. Das ist hier
anders.
    
    Das Ziel war bitterschwarzer Humor?
    Ich hoffe, dass es so rüberkommt!
    
    Der Tatortschauspieler musste als Regiedebütant andere
Schauspieler anleiten. Was war das für ein Gefühl bei einer ganzen
Riege von Superprofis?
    Natürlich habe ich mich gefragt, ob das gutgehen wird, das sind
alte Hasen, die seit Jahren erfolgreich im Geschäft sind. Werden sie
sich von mir was sagen lassen? Man kann es mit der Situation vor
einer Premiere vergleichen. Man ist eigentlich wahnsinnig aufgeregt,
bis der Vorhang aufgeht, ab dann hat man eine vertraute Situation:
Ich bin auf der Bühne, das was ich erzählen will, habe ich in mir. So
ähnlich war es für mich auch am ersten Drehtag. Als ich die Situation
am Set vorgefunden habe, alles so, wie ich es von meiner Tätigkeit
als Schauspieler kenne, ich in einer klar umgrenzten Funktion als
Regisseur, ab da habe ich mich auf einer sehr guten und auch sicheren
Schiene gefühlt.
    
    Was bringt einen erfolgreichen Schauspieler dazu, sich hinter die
Kamera zu stellen?
    Wenn einem Regisseur eine Szene nicht gelungen ist, gibt es diesen
Impuls: "Mensch, das würde ich gerne mal anders machen". Ob ich es
wirklich besser kann, weiß ich nicht, das muss sich noch
herausstellen, diese Komponente spielte jedenfalls eine große Rolle.
Dann hat mich diese Geschichte fasziniert. Und es gibt viele
Komödien, besonders deutsche, die ich einfach nicht komisch finde.
Ich dachte, man müsste es mal auf diese Art probieren.
    
    
    Udo Wachtveitl
    Autor, Regisseur und Schauspieler
    
    Geboren 1958 in München, private Schauspielausbildung. Seit 1989
als Hauptkommissar Franz Leitmayr im Tatort des Bayerischen
Rundfunks. Theaterrollen u.a. in "Die Frau des Bäckers" (Regie Dieter
Wedel) und im "Sommernachtstraum" (Regie Martin Politowski).
Mitwirkung in zahlreichen Hörspielen und Synchronstimme von Roberto
Benigni, Matt Dillon, Randy Quaid und Steve Guttenberg.
    
    
    Rollen (Auswahl):
    
    seit 1989    Tatort des BR
    
    1998    Stürmischer Sommer, Regie: Jürgen Bretzinger, ZDF
    
    1997    Wie eine Spinne im Netz, Regie: Heidi Kranz, ZDF
    
    1996    Virus X, Regie: Lutz Konermann, RTL
    
    1994    Geisterstunde, Regie: Rainer Matsutani, RTL
    
    1991    Stein und Bein, Regie: Wolf Dietrich, ZDF
    
    1988    Der Glückspilz, Regie: Claude Lelouch, Kinofilm
    
    1987    Zur Freiheit, Regie: Franz-Xaver Bogner, BR
    
    Regie
    
    1998    Silberdisteln (SWR, BR, Arte)
    
    1999    Krieger und Liebhaber, SWR
                Sendetermin: Mittwoch, 12. Juli 2000, 20.15 Uhr im Ersten
    
ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Gabi Schlattmann, Tel.:
07221/929-3273.

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