SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Montag, 15.12.08 (Woche 51) bis Montag, 12.01.09 (Woche 3)

    Baden-Baden (ots) - Montag, 15. Dezember 2008 (Woche 51)/15.12.2008

    22.30 betrifft: Der Kunde als Knecht? Warum wir alles selber machen Ein Film von Sigrid Faltin

    Freizeit in Deutschland - wir bauen unsere Möbel zusammen, wiegen unser Obst und packen es ein, ziehen ohne zu murren den Einkauf über den Scanner an der SB-Kasse, holen uns im Restaurant unser Essen selbst, daheim buchen wir unsere Fahrkarten im Internet und überweisen online die angefallenen Rechnungen. Wir sind Handwerker, Banker, Paketbote, Reisekaufmann, Kellner, Sekretär. Der Unterschied zu unseren professionellen Kollegen: Wir streiken nicht, wir nehmen keinen Urlaub, wir werden nicht bezahlt. Kunden sind längst Mitarbeiter für zahlreiche Unternehmen, die damit Geld sparen. Manche Firmen bauen gleich ein ganzes Geschäftsmodell darauf auf. Experten sprechen daher auch vom "Ikea-Prinzip". Schließlich übernimmt bei dem schwedischen Möbelhaus der Kunde die Endfertigung. Welche Folgen hat "der arbeitende Kunde" für die Unternehmen, für die Konsumenten, für die Gesellschaft? Wer spart wie viel dabei? Sparen die Unternehmen ihr Personal oder auch die Kunden Geld? SWR-Autorin Sigrid Faltin und ihr Team haben sich einem dreiwöchigen Selbstversuch gestellt. Ein unterhaltsamer Streifzug durch die schöne neue Kundenwelt mit überraschenden Ergebnissen.

    Mittwoch, 7. Januar 2009 (Woche 2)/15.12.2008

    22.30 Auslandsreporter Die neuen Trakehner - Ein Wintermärchen aus Masuren

    In Polen hat der Pferdeschlitten als Transportmittel im Winter wieder Hochkonjunktur, besonders im Ermland und in Masuren, im ehemaligen Ostpreußen. Beide Regionen sind selbst im Winter ein beliebtes Ziel für Reisende aus Deutschland. Ein Ort steht dabei ganz oben auf der Liste: Kadyny, früher Kadinen, am Frischen Haff gelegen, nicht weit von Danzig entfernt. Kadinen war die Sommerresidenz von Kaiser Wilhelm II. Er liebte diesen Flecken und errichtete dort ein prachtvolles Gestüt. Robuste Trakehner, aber auch edle Holsteiner züchteten die Deutschen in Kadyny bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. Im sozialistischen Polen übernahm der Staat das Gestüt und Pawel Gozdzikiewicz begann dort zu arbeiten. Heute ist er 82 Jahre alt. Er kennt viele Geschichten aus den schwierigen Anfangsjahren, als das Gestüt herrenlos und ohne Pferde dastand und erst wieder mit Leben gefüllt werden musste. Oder von den Kadern aus Warschau, die sich in der kommunistischen Ära gerne in den Hotels in Kadyny und am Haff amüsierten. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks mussten die Kadyner wieder von vorne anfangen. Ohne Berührungsängste nutzen sie heute in der Privatwirtschaft das deutsche Erbe, und haben ihrem Dorf damit zu wirtschaftlichem Erfolg verholfen. Kadyny exportiert Pferde in die ganze Welt und wirbt mit dem Slogan "Schlafen wie der Kaiser."

    Wilhelm II. hatte seinen Baumeistern 1899 freie Hand gelassen. Sie erbauten nicht nur das Gestüt und die kaiserliche Residenz, sondern gestalteten den gesamten Ort. Eine Keramikfabrik wurde eingerichtet. Die Kacheln schmücken noch heute Berliner U-Bahnhöfe und den alten Elbtunnel in Hamburg. Kadyny gehörte schnell zu den beliebtesten und schönsten Orten in der Nähe des Haffs. Vieles davon ist erhalten und restauriert. Sehr zur Freude der ganz wenigen Deutschen, die auch nach dem Krieg geblieben sind. Sie wissen viel zu erzählen: vom Verhältnis der Polen und der Deutschen im ehemaligen Ostpreußen, und von dem neuen Kadyny, das sich heute als polnisches Wintermärchen gut vermarktet.

    Freitag, 9. Januar 2009 (Woche 2)/15.12.2008

    22.00 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes In guten wie in schlechten Tagen?

    In guten wie in schlechten Tagen zusammenhalten, füreinander da sein, auch einen steinigen Weg gemeinsam gehen - an dieses partnerschaftliche Treueversprechen halten sich heute immer weniger: Ein Blick auf die Scheidungszahlen spricht Bände.

    Am Anfang der Liebe stehen noch rote Rosen vor der Tür, doch kaum ist die rosarote Brille abgelegt, ziehen die erste dunklen Wolken am Beziehungs-Horizont auf. Drum prüfe, wer sich ewig bindet - diese Weisheit gilt nicht nur für das Auslaufmodell Ehe.

    Beziehungsprüfungen liefert das Leben meist unverhofft, u nd in der Regel treffen sie das Paar völlig unvorbereitet. Sei es, der Partner wird schwer krank, geht fremd oder verliert seinen Job. Aber auch vermeintlich "gute Tage" können zur Belastungsprobe werden, wenn plötzlicher Reichtum oder auch die Geburt eines Kindes die Interessen der Partner völlig verschieben.  Wie überlebt die Liebe? Wird heutzutage eine Beziehung viel zu schnell aufgegeben? Oder ist die Einstellung "bis dass der Tod Euch scheidet" einfach nicht mehr zeitgemäß?  Gibt es überhaupt eine Beziehung ohne Verfallsdatum?

    Die Gäste:

    Startenor René Kollo sang auf der Opernbühne oft von der tragischen Liebe. Auch im wirklichen Leben erlebte der 71-Jährige dramatische Höhen und Tiefen: Seine zweite Ehe mit einer französischen Tänzerin währte 23 Jahre, dann reichte sie die Scheidung ein. "Ehehölle!" titelte die Boulevardpresse, als sie von der zunächst geheim gehaltenen Trennung erfuhr. Kollo dementiert. Das Verhältnis zu seiner Ex-Frau sei nach wie vor bestens. Naht ein Liebes-Comeback?

    "Er ist zwar nicht mehr der Mann, den ich geheiratet habe und dennoch gilt: In guten wie in schlechten Tagen!" sagt Inge Jens. Seit 57 Jahren ist die Germanistin mit dem Rhetorik-Professor Walter Jens verheiratet, gemeinsam schrieben sie den Bestseller "Frau Thomas Mann".  Eine Ehe, in der beide stets mit leidenschaftlichem Interesse über alle wichtigen Fragen des Jahrhunderts diskutierten. Vor wenigen Jahren erkrankte Walter Jens an Demenz. Mehr und mehr verdunkelt sich sein Geist, heute benötigt er intensive Pflege.

    Karriere war Rosemarie Schuller immer wichtiger als Privates. Dennoch hätte sie nie geglaubt, dass ihre Beziehung aus diesem Grund einmal in die Brüche gehen könnte. Zeitgleich mit ihrem steilen beruflichen Aufstieg verlor ihr Partner seinen Job als Manager. "Er konnte nicht damit umgehen, dass ich der Star und er nur die Begleitperson war." In seinem Frust tröstete er sich mit einer anderen Frau.

    In guten wie in schlechten Tagen - diese Trauformel stammt laut Paarberater Michael Mary aus einer vergangenen Epoche. "Krampfhaftes Klammern schafft oft mehr Leid als Glück, krisenfeste Beziehungen auch über Jahrzehnte sind allerdings auch heute noch möglich", sagt der Bestseller-Autor. Er warnt mit seinem aktuellen Buch "Lebt die Liebe die ihr habt" vor überzogenen und lusttötenden Erwartungen an den Partner.

    Nur eine einzige Frau zu lieben, kann sich Simon Kowalewski schon lange nicht mehr vorstellen. Der 27-Jährige teilt heute sein Herz mit bis zu vier Frauen gleichzeitig. "Unser offenes Liebesnetzwerk ist stabiler als jede monogame Ehe. Es lässt allen Partnern Freiheiten, keiner wird mit unerfüllbaren Sehnsüchten überfordert", sagt der bekennende  Polyamorist, der Ehe und Familie für Auslaufmodelle hält.

    "Mann und Frau sind füreinander bestimmt, aber nur in einer monogamen lebenslangen Ehe", fordert Hartmut Steeb. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz lebt vor, was er predigt: Der Bibeltreue ist 33 Jahre verheiratet und zehnfacher Vater,  Scheidung käme für den Christen nie in Frage. Sein Credo: "Liebe hat viel mit Willen zu tun. Sie erstirbt nur, wenn man nicht mehr will."

    An der Bar:

    Sieben Jahre ging Nicole Kultau  mit ihrem Partner durch Dick und Dünn, teilte mit ihm Freud und Leid. Für beide galt: "In guten wie in schlechten Tagen". Ihre Liebe besiegelten sie durch eine rauschende Hochzeit. Kurz darauf folgte das gemeinsame Wunschkind, einige Monate nach der Geburt dann die Diagnose: Ihr Sohn ist körperlich und geistig behindert. Der Kindsvater konnte nicht ertragen, ein behindertes Kind zu haben, trennte sich und brach den Kontakt komplett ab.

    Montag, 12. Januar 2009 (Woche 3)/15.12.2008

    Geänderten Untertitel für BW beachten!

    18.15 Unser Baden-Württemberg Nahaufnahme Der mi den Pflanzen spricht Die geheimnisvolle Welt eines Kräutermannes

    Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Georg Brandl, Tel. 07221/929-2285.

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