SWR - Südwestrundfunk

Südwestfernsehen überträgt nächtliche Osterfeier aus Stuttgart: Vier Stunden russisch-orthodoxe Osterliturgie

Baden-Baden (ots) - Das Südwestfernsehen überträgt in der Nacht von Samstag, 29. auf Sonntag, 30. April die Osterliturgie der Russischen Orthodoxen Kirchen im Ausland. In einer mehr als vierstündigen Live-Sendung von 23.50 bis 4.00 Uhr in der Frühe wird die komplette Liturgiefeier unter dem Sendetitel "Er ist auferstanden" aus der Sankt-Nikolaus-Kathedrale in Stuttgart übertragen. "Christus ist auferstanden, durch den Tod hat er den Tod zerstört, und denen in den Gräbern das Leben geschenkt" jubeln in dieser Nacht die beiden Priester und rund 300 Gläubige der Stuttgarter Gemeinde. Einer dieser beiden Priester ist Hans-Dieter Kaßberger, der als Arbeiterpriester den Dienst seiner Stuttgarter Gemeinde versieht. Im weltlichen Leben arbeitet der 39-jährige Vater von vier Kindern und ehemalige Bäcker beim Stuttgarter Landesarbeitsamt. Bevor Kaßberger Priester der russischen-orthodoxen Kirche im Ausland wurde, war er protestantischer Christ. Seine russisch-orthodoxe Kirche im Ausland ist eine erzwungene Abspaltung vom Patriarchat in Moskau. In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts zwangen die Sowjet-Machthaber den Moskauer Patriarchen Tychon sich von den Exilgläubigen zu trennen, weil diese den Sturz der Kommunisten und die Wiedereinsetzung des Zaren forderten. Heute wird die deutsche Auslandskirche der russischen-orthodoxen Christen von einem Bischof in München geleitet. Das russische-orthodoxe Osterfest wird eine Woche nach dem Osterfest der römisch-katholischen und protestantischen Kirchen gefeiert, weil die Orthodoxie die gregorianische Kalenderreform von 1582 nicht mitgemacht hat. Der Termin des Osterfestes allgemein richtet sich seit dem ökumenischen Konzil von Nicäa in der heutigen Türkei im Jahre 325 nach dem Mond: Am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond wird seitdem in der gesamten Christenheit das Fest der Auferstehung Christi gefeiert. Somit ergibt sich eine Schwankungsbreite von maximal 35 Tagen und gehört zu den gleichen beweglichen Festen wie etwa das jüdische Passah-Fest. Es ist in der gesamten Christenheit das wichtigste Fest nach dem sich alle folgenden Feste wie Pfingsten und die Sonntage nach Ostern richten. Vier Stunden lang beten und singen die Gläubigen der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland, getaucht in den Duft von Rosenwasser und Weihrauch, umgeben vom goldenen Schein zahlreicher Kerzen und Ikonen. Es ist der einzige Gottesdienst im Jahr, in dem die Türen des Altarraumes als Himmel offenstehen, den die Gläubigen zwar nicht betreten, in den sie aber hineinschauen dürfen. Dabei basiert das theologische Verständnis von Ostern in der gesamten Christenheit nicht nur im Fest der Auferstehung Jesu, sondern hat auch das Geheimnis der Erlösung insgesamt zum Thema. Die Passion Jesu, sein Opfertod am Kreuz bildeten zusammen mit dem Gedächtnis seiner Auferstehung einen unteilbaren Inhalt der Osterfeier. Das Südwestfernsehen begleitet die russischen-orthodoxen Gläubigen durch das nächtliche Osterfest, bei ihrer nächtlichen Prozession um die Kirche und den Segnungen der Ostergaben. Mit einer Einführung in den Gottesdienst und Kommentaren wird die vielen Menschen fremde Liturgie den Zuschauern näher gebracht. Nach Angaben des Leiters der SWR-Redaktion für Religion, Kirche und Gesellschaft, Uwe Bork, steht die nächtliche Osterliturgie-Sendung in einem konzeptionellen Zusammenhang. So habe der SWR im vergangenen Dezember mit der Liveübertragung des jüdischen Chanukafestes aus der Basler Synagoge begonnen, Hochfeste anderer Religionen oder christlicher Denominationen ins Fernsehen zu bringen. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: