SWR - Südwestrundfunk

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Woche 15
12. + 14. April 2000

Baden-Baden (ots) - Mittwoch, 12. April 2000 (Woche 15) Geänderten Programmablauf beachten! 14.00 (VPS 13.59) Sport extra Rad-Weltcup-Rennen: Der Wallonische Pfeil Live-Übertragung aus Mur de Huy 17.00 Tagesschau um fünf 17.15 (VPS 15.45) Kaffee oder Tee? weiter wie mitgeteilt Mittwoch, 12. April 2000 (Woche 15) 22.30 Kultur Südwest Das aktuelle Magazin Mit Markus Brock an den Schauplätzen des Gutenberg-Jahres in Mainz Geplante Themen: Kultur Südwest vor Ort in Mainz - Gutenberg 2000 : Seine Idee ist der Grundstein der modernen Zivilisation. Johannes Gensfleisch zum Gutenberg schuf mit dem Druckverfahren das Fundament der modernen Medienkommunikation. In diesem Jahr wird sein 600. Geburtstag gefeiert. Seine Geburtsstadt Mainz widmet ihrem berühmtesten Bürger unter dem Motto "Gutenberg 2000" eine zwölfmonatige Hommage. Zahlreiche "Geburtstagsfeste" zeigen Historisches und Zukünftiges und erklären schließlich die Erfolgsstory "Gutenberg". Vom internationalen Symposium bis zur wissenschaftlichen Ringvorlesung, von der historischen Ausstellung über die Gutenberg-Konzerte bis zum Multimedia-Projekt und dem Sport-Ereignis des Jahres 2000 in Mainz, dem "Internationalen Gutenberg Marathon" - in Mainz gibt es ein Jahr lang Gutenberg pur. Zahlreiche Veranstaltungen - Unterhaltendes und Interessantes, Fröhliches und Feierliches - sorgen für ein abwechslungsreiches Angebot. Lesen digital - ein Gespräch mit Professor Andreas Henrich: Andreas Henrich, Jahrgang 1949, studierte in Mainz, Karlsruhe und Offenbach die Fächer Grafik-Design, Informatik, Philosophie und Visuelle Kommunikation. Nach seiner Professur für Elektronische Medien/Mediengestaltung an der Fachhochschule Mainz, leitete er das dortige Institut für Mediengestaltung und Medientechnologie und entwickelte den Studiengang Mediengestaltung. Seit 1997 ist Henrich Lehrstuhlinhaber des Fachbereichs "Grundlagen medialer Gestaltung" an der Kunsthochschule Köln. Das Lehrgebiet beschäftigt sich mit elementaren Dimensionen medialer Gestaltung - Farbe, Form, Fläche, Raum, Material, Licht, Bewegung und Sound sowie Aspekten der Wahrnehmung. Dichter im Netz - vom Umgang mit Literatur im Internet: Stephen King hat wieder einmal Geschichten geschrieben - einen Text nur für das Internet: Start in ein neues Zeitalter oder kurzlebiger amerikanischer Hype?Bereits seit einigen Jahren schwelt die Diskussion, ob die virtuellen Medien das Buch verdrängen. Und seit einigen Jahren schlagen sich Schriftsteller mit dem "Netz" herum. Der Umgang mit dem neuen Medium ist vielfältig: das Netz als direktes Kommunikationsmittel mit dem Leser, das Netz als Forum für den Spieltrieb der Dichter, das Netz als Basis für neue Genres. Kultur Südwest porträtiert drei verschiedene Umgangsweisen mit dem Netz anhand verschiedener Autoren: Norman Ohler hat 1995 den ersten Internet-Roman in der deutschen Literatur geschrieben ('Die Quotenmaschine'), Ingo Schramm und der Schweizer Roger Graf nutzen das Netz als Diskussionsforum für ihre Leser, Thomas Hettche hat seinen Text "Null" bislang nur virtuell zugänglich gemacht. Menschenbilder der besonderen Art - die Anfänge der afrikanischen Porträtfotografie:"Beim Fotografieren vergessen alle Beteiligten die Technik, mit deren Hilfe das Foto gemacht wird. Man sieht nicht den Fotoapparat, sondern den Fotografen. Zudem ist er in der Lage, eine vorteilhafte Aufnahme zu machen. Auch in diesem Sinne ist die Fotografie ein sehr soziales Medium" , sagt Malick Sidibé. 1936 in Maili geboren, lernte er im Atelier des französischen Fotografen Gérard Guillet die Fototechnik. 1956 kaufte er seine erste Kamera, 1962 eröffnete er sein eigenes Fotostudio. Er wurde einer der beliebtesten Porträtisten der Jugend des seit 1960 unabhängigen Mali. Aus der Sicht Mitteleuropas ist Afrika geprägt von Exotismus und seiner kolonialen Vergangenheit. Im kulturellen Diskurs rückt die erstaunliche künstlerische Potenz dieses Kontinents aber langsam auch in unser europäisches Bewusstsein. In Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin präsentiert die Fotogalerie der Alten Feuerwache Mannheim bis 7. Mai die Ausstellung "Porträt Afrika" - mit Arbeiten aus drei Jahrzehnten. Ein Meister der Präzision - der Dirigent Lorin Maazel erhält den Wilhelm Furtwängler Preis: Am 16. April erhält der Amerikaner Lorin Maazel im Rahmen eines von ihm dirigierten Galakonzertes den diesjährigen Wilhelm-Furtwängler-Preis. Maazel, Jahrgang 1930, war ein musikalisches Wunderkind. Bereits als fünfjähriger erhielt er Violinunterricht. Mit sieben begann er seine Klavierausbildung. 1938 gab Maazel sein Debüt als Dirigent. Nachdem er ein Jahr später das Los Angeles Philharmonic Orchestra dirigierte, galt er in Amerika als nationale Attraktion. Maazel studierte Philosophie, Literatur und Musik, bevor er 1953 in Italien sein Profi-Debüt als Dirigent gab. Zu seinem Repertoire gehören seitdem insbesondere klassisch-romantische Werke. Pittsburgh, Berlin und Cleveland waren weitere Stationen. Von 1982 bis 1984 war Maazel an der Wiener Staatsoper. Seit 1993 leitet er mit großem Erfolg das Symfonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München. Nach James Levine ist er der zweite Dirigent, der die Auszeichnung erhält. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem José Carreras, Placido Domingo und die Wiener Philharmoniker. Kultur Südwest stellt den Dirigenten vor. Freitag, 14. April 2000 (Woche 15) 21.45 (VPS 21.44) Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Reich ohne Arbeit - Von Aktionären, Zockern und Erben Aktien-Spekulanten im Geldrausch, Daytrader im Kinderzimmer, millionenschwere Erben des Wirtschaftswunders. Noch nie schien der Weg finanziell unabhängig zu werden so einfach. Egal ob Hausfrau, Geschäftsmann oder Schüler. Alle sind vom Zocker-Virus infiziert und erliegen Onkel Dagoberts Traum, ihre Goldtaler im Schlaf zu vermehren. Gäste bei Backes sind: Bodo Schäfer - "Wer den ganzen Tag hart arbeitet, hat keine Zeit Geld zu verdienen", meint Europas Money Coach Nummer Eins. Schäfer ist fest davon überzeugt, dass man kein bestimmtes Einkommen haben muss, um reich zu werden. Für den "Dagobert Duck vom Rhein" kommt es vor allem auf das Selbstbewußtsein und die eigene Vermarktung an. Er ist selbst das beste Beispiel dafür. Mit 26 Jahren stand er vor dem finanziellen Ruin und verwandelte seinen Schuldenberg innerhalb von zweieinhalb Jahren zur ersten Million. Albert Steigenberger - Der millionenschwere Hotelerbe hat immer schon Geld gehabt. Trotzdem wurde er mit seinem luxuriösen Leben nicht glücklich und verfiel dem Alkohol. Nach einer Therapie griff er zu einer äußerst ungewöhnlichen Maßnahme: Durch ein Praktikum in einem Blumengeschäft bekam sein bis dahin orientierungsloses Leben endlich wieder eine Struktur. Über zwei Jahre war er als Florist tätig bevor er seinen Ausflug in die Arbeitswelt wieder beendete. Heute bemüht er sich, Freiräume in seinem Leben nicht zu groß werden zu lassen. Ursula Demond - Finanzielle Freiheit ist ihr Lebenstraum. Mit 60 will die Verkaufstrainerin für Kosmetikprodukte nur noch das tun, worauf sie Lust hat - und sie ist auf dem besten Weg dazu. Die Aktionärin verfolgt ihren Lebenstraum konsequent: Lieber verzichtet sie auf den Kauf eines teueren Kostüms um sich wieder ein paar Aktien mehr leisten zu können. Wilhelm Hankel - Für den Wirtschaftswissenschaftler nimmt die Zockerei am Aktienmarkt bedenkliche Ausmasse an. Der ehemalige Chef der Hessischen Landesbank und Berater des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Karl Schiller beobachtet mit Entsetzen das aktuelle Börsengebaren: "Das Aktienfieber macht aus unserer Gesellschaft Suchtkranke, die ins Koma fallen werden, wenn irgendwann die Blase platzt." Markus Koch - Der Wallstreet-Experte kritisiert Bedenkenträger wie Hankel: "Endlich gibt es in Deutschland mal so etwas wie ein Jungunternehmertum", verteidigt er den andauernden Börsenboom. Als Jugendlicher hat er sich selbst durch Aktienzockerei mit über 100.000 Mark völlig verschuldet. Ohne Ausbildung machte sich Markus Koch nach dieser Pleite auf den Weg an die Wall Street nach New York. Heute besitzt er ein eigenes Pressebüros für Börsenkorrespondenten und berichtet regelmäßig für den Nachrichtenkanal n-tv. Johano Strasser - hält das schnelle Geld für schädlich. Ein Leben in Reichtum ohne Arbeit erscheint dem Politikwissenschaftler als eine "grandiose Lebensverfehlung." Nach seiner Überzeugung zieht der Mensch aus seiner Arbeit Identität: "Arbeit ist eine Quelle gesellschaftlicher Anerkennung und wird deshalb immer zur Sinnstiftung im Leben beitragen." Dieter Bruhn - alias "Aal-Dieter" vom Hamburger Fischmarkt betrachtet das Spekulationsfieber der Jugend mit Argwohn. Der Marktschreier fürchtet um ausbleibenden Nachwuchs, "wenn alle nur noch an der Börse auf das schnelle Geld spekulieren." Selbst wenn er Millionär wäre, könnte sich "Aal-Dieter" ein Leben ohne seine Aale nicht vorstellen. Niemals würde er für Reichtum seinen Beruf an den Nagel hängen. Bastian Timm - Der 18jährige Gymnasiast wurde vor zwei Jahren bei einem Bankpraktikum vom Börsenvirus infiziert und fuhr schon bald beträchtliche Spekulationsgewinne ein. Heute verwaltet er per Bankvollmacht auch einen Teil des elterlichen Vermögens. Sein realistisches Ziel: mit 25 die erste Million. Zur Zeit schreibt Bastian, der seinen Lehrern regelmässig Börsen-Tipps geben muss, an seinem ersten Buch: "Börse ist geil." ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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