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"Report Mainz": Gammelfleischskandal

    Mainz (ots) - "Report Mainz": Gammelfleischskandal in Lohne Staatsanwaltschaft Oldenburg erhebt Anklage gegen Fleischverarbeiter / Brägeler Fleischzerlegung BFZ soll tonnenweise vergammelte Schweineköpfe in Verkehr gebracht haben

    Mainz. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Anklage gegen drei Verantwortliche der Brägeler Fleischzerlegung BFZ vor dem Amtsgericht Vechta erhoben. Die Firma soll tonnenweise vergammelte Schweineköpfe in Verkehr gebracht haben. Aufgedeckt wurde der Skandal vom ARD-Politikmagazin "Report Mainz", das am 21. Januar über die Vorwürfe rumänischer Arbeiter gegen den Betrieb berichtete und Handyfotos der vergammelten Köpfe zeigte. Die rumänischen Arbeiter berichteten, sie hätten von Dezember 2007 bis Januar 2008 wöchentlich vier Tonnen zum Teil verschimmelte Schweineköpfe zu Wurstwaren verarbeiten müssen.

    Bei Durchsuchungen war die Staatsanwaltschaft in einem von der Firma angemieteten Kühlhaus auf rund sieben Tonnen verdorbene bzw. ekelerregende Schweineköpfe gestoßen. Untersuchungen des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hatten ergeben, dass die Köpfe nicht zum menschlichen Verzehr geeignet waren. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg geht davon aus, dass sie dennoch zum Verkauf vorgesehen waren, und sieht damit den Tatbestand des Inverkehrbringens von nicht zum menschlichen Verzehr geeigneten Lebensmitteln erfüllt.

    Die Anklage richtet sich gegen Josef Hartke sowie gegen seine beiden Söhne. Die Staatsanwaltschaft hält sie für die tatsächlich in dem Betrieb Verantwortlichen. Josef Hartke senior ist bereits vorbestraft. Er war in einen der größten deutschen Gammelfleischskandale verwickelt. 2004 und 2005 war er Kunde des inzwischen Verurteilten Fleischhändlers Uwe D. aus Gelsenkirchen und hatte von diesem rund 130 Tonnen sogenanntes Stichfleisch bezogen. Stichfleisch ist nicht zum menschlichen Verzehr geeignet und zählt als Schlachtabfall der Kategorie 3. Dem Betrieb war am 18. Februar die EU-Zulassung entzogen worden. Inzwischen hat die Firma den Betrieb unter einem neuen Geschäftsführer wieder aufgenommen.

    Zitate gegen Quellenangabe frei. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an "Report Mainz", Tel.: 06131/929-3351.



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