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Highlight im März zu später Sendezeit
Spiel doch mit den Schmuddelvätern
SWR-Fernseh-Tagestipp: "Verschwinde von hier"

Baden-Baden (ots) - Wenn Ihnen "Big Brother" zu langweilig ist, Sie sich von gängigen Fernseh-Idyllen unterfordert fühlen und womöglich bei den dort gezeigten weichgespülten Milieus von Zahnärzten, Apothekern oder Rechtsanwälten das Gähnen anfangen, haben wir für Sie am Donnerstag, 23. März um 23.15 Uhr im Ersten eine wirkliche Alternative: den Film "Verschwinde von hier" von Franziska Buch. Janosch (Martin Feifel) ist gar nicht der Vater von Lukas (Jonathan Beck), er ist nur der Freund der labilen Jana (Gruschenka Stevens), und er ist alles andere als ein Vorzeigemann mit seinen langen Haaren, der speckigen Lederjacke und dem geliebten Joint. Mit Kleinganove und Kleinkrimineller wäre er zutreffend beschrieben. Einer, der es nie zu etwas bringen wird, dem Krawatten, Aktenkoffer und der tägliche Gang zu Arbeit Fremdwörter sind. Der immer wieder abtaucht und dann mit roten Rosen zurückkommt, um wieder bei der schlampigen Jana und dem fünfjährigen Lukas einzuziehen. Eher nimmt er Janas Sohn zum Zocken mit als auf den Kinderspielplatz. Und dennoch hat er das Herz des kleinen Jungen im Sturm erobert, denn als erstes werfen sie gemeinsam die blöden Krücken fort, die Lukas tragen musste, weil er ein vernachlässigtes Kind war, das von Oma "aufbewahrt" wurde. Die Geschichte geht nicht richtig gut aus, aber dafür hinterlässt sie Spuren im Kopf der Zuschauer. Denn der Film bricht mit einigen liebgewonnenen Klischees über die vielfach beschworenen geordneten Verhältnisse, die dann automatisch zu gelungenen Eltern-Kind-Beziehungen führen - einer von vielen Trugschlüssen. Ohne in Sozial-Edel-Kitsch abzugleiten, zeigt Franziska Buch, dass die Liebe von Kindern zu Erwachsenen an ganz andere Voraussetzungen gebunden ist... In Zeiten von Patchwork-Familien, alleinerziehenden Müttern, hohen Scheidungsraten und großer Arbeitslosigkeit rückt uns die Geschichte an ein Milieu heran, das kein bisschen clean ist und gerade dadurch besticht. "Verschwinde von hier" hat im Januar den Saarbrückener Max-Ophüls-Preis erhalten. Verschwinde von hier Donnerstag, 23. März 2000, 23.15 Uhr im Ersten ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Gabi Schlattmann, Tel.: 07221/929-3273 Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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