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Südwestrundfunk (SWR) Turtle Island String Quartett und Viola & Co. bei den Schwetzinger Festspielen

Baden-Baden (ots) - Schwetzingen. Neue Kompositionen und Bearbeitungen für Streichquartett und intime Zusammenarbeiten von Violine und Viola bilden die nächsten Höhepunkte der Schwetzinger Festspiele. Am Dienstag, 3. Juni, stellt das Turtle Island String Quartet unter dem Titel "The Art of Groove" neue Quartettkompositionen und -Bearbeitungen vor. Am Mittwoch, 4. Juni, präsentieren Thomas Zehetmaier und Ruth Killius Kompositionen für Violine und Viola. "Turtle Islands" gibt es in Amerika häufig, bis hin zur berühmten Pirateninsel Tortuga in der Karibik. Das Turtle Island String Quartet bezieht seinen Namen jedoch nicht auf eine einzelne, sondern auf "die Insel an sich" - auf ihren amerikanischen Heimatkontinent, der in der Sprache seiner Ureinwohner als "Schildkröteninsel" bezeichnet wird. Die vier jungen Streicher aus Los Angeles bieten dem Schwetzinger Publikum mit ihrem Programm "The Art of Groove" eine würzig-frische Brise aus der Neuen Welt. Sie selbst sehen sich jedoch nicht als Exoten, sondern als musikalische Grenzgänger, als Wanderer zwischen den Welten. Ihr ureigenstes Anliegen ist die "Worldmusic": Musik, die jeden Zuhörer anspricht und von jedem verstanden wird. Die in den USA sehr gefragten Konzerte der "Turtles" ähneln daher immer feurig-spritzigen Jazz-Sessions. Das Programm wird vorab nicht bekannt gegeben. Allerdings basiert die Improvisationskunst der vier Musiker auf eigenen ausgefeilten Arrangements nach teils klassischen, teils jazzigen Vorlagen. Was Intonation und Perfektion des Zusammenspiels betrifft, kann sich das Turtle Island String Quartet mit jeder klassischen Quartett-Formation messen. Nach "Bach's Lunch", einem Meilenstein der Bach-Bearbeitungen, und der Hommage an die Saxophon-Legende John Coltrane ("A Love Supreme") wagt sich das Streichquartett nun an ein Jazz-Heiligtum. Die "Kunst des Groove" verbindet äußerste musikalische Freiheit mit der Idee eines immer gleichen, "groovenden" Grundrhythmus. Die Anspielung auf Johann Sebastian Bachs strenge "Kunst der Fuge" steht als Sinnbild der Alten Welt bzw. Europas ebenfalls im Raum. Das Motto der "Turtles" lautet indessen: "Der wichtigste Beitrag, den Du für die Tradition leisten kannst, ist, Deine eigene Musik zu machen - eine neue Musik." (Sendung in SWR2: Mittwoch , 11. Juni, 19.05 bis 20.00 Uhr , SWR2 Jazz Session: "Musik aus der neuen Welt - Amerikanische Quartette", Turtle Island String Quartet »The Art of Groove« - neue Quartettkompositionen und -bearbeitungen des Turtle Island String Quartet). Intimitäten der Schwesterinstrumente Violine und Viola sind im Konzertsaal äußerst selten zu hören. Umso besser passt diese Besetzung in den herrlichen Mozartsaal des Schwetzinger Schlosses, wo einst Wolfgang Amadeus selbst mit seiner Schwester Nannerl zu Besuch war. Mit den zwei Duos für Violine und Viola KV 423/424, die das Programm des Abends umrahmen, legte Mozart den Grundstein eines besonders seltenen Gattungsrepertoires. Dieser Musik stehen drei höchst spannende Beiträge des frühen 20. und 21. Jahrhunderts gegenüber: Werke der Volkslied-Sammler Belá Bartók und Bohuslav Martinů sowie eine den Schwetzinger Duopartnern gewidmete Neukomposition von Heinz Holliger. Für seine Interpretationskunst ist Thomas Zehetmair weltweit bekannt. Das einstige Violin-Wunderkind tritt seit langem als herausragender Solist unter Dirigenten wie Daniel Barenboim, Simon Rattle, Nikolaus Harnoncourt und Heinz Holliger auf. 2005 wurde ihm die Ehrenurkunde der Deutschen Schallplattenkritik verliehen. Wie die Jury bei dieser Gelegenheit betonte, ist es nicht der "schöne Geigenton", sondern vielmehr das kräftige "Bürsten gegen den Strich" und das "musikalische Kaleidoskop der Gefühle", das den Geiger Zehetmair auszeichnet und einen interessanten Gegenpol zur "uniformen Gleichtönigkeit des Tonträgermarktes" bildet. Zusammen mit Thomas Zehetmair gründete Ruth Killius 1994 das Zehetmair-Quartett, heute eines der führenden Streichquartette Europas. Die Professorin für Viola an der Universität Bern beschäftigt sich neben dem Standardrepertoire besonders gern auch mit zeitgenössischer Musik und wirkte bei zahlreichen Uraufführungen mit, u.a. von Werken Heinz Holligers. Als Solistin konzertierte sie beispielsweise mit dem Boston Symphony Orchestra, dem Budapest Festival Orchestra und dem Basler Sinfonieorchester. (Sendung in SWR2: Montag, 9. Juni, 20.05 bis 21.00 Uhr, SWR2 Abendkonzert: "Viola & Co.", Thomas Zehetmair , Violine und Ruth Killius , Viola, Werke von Mozart, Bartók und Martinu). Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Wolfgang Utz, Telefon 07221/929-2785. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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