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Montag, 3. April 2000 (Woche 14)
Freitag, 14. April 2000 (Woche 15)

Baden-Baden (ots) - Montag, 3. April 2000 (Woche 14) 23.20 55. Baden-Badener Disput - Kulturgespräche zur Zeit Thema: Schriftkultur - Bildkultur Moderation: Gertrud Höhler Gesprächsteilnehmer: Hans Belting (Kunsthistoriker / Karlsruhe), Alfred Grosser (Politologe / Paris), Othmar Keel (Theologe / CH-Fribourg), Friedrich A. Kittler (Germanist und Medienphilosoph / Berlin), Michael Stürmer (Historiker / Wissenschaftskolleg, Berlin) Schrift und Bild: Der Baden-Badener Disput geht anlässlich des Gutenberg-Jubiläums dieser spannenden und spannungsreichen "Beziehungskiste" nach, über die sich Menschheitsgeschichte rekonstruieren lässt. Zur Zeit der Höhlenzeichnungen und Runen waren Bild und Schrift noch eins. Seither wechseln in der Beziehung zwischen Schriftkultur und Bildkultur Phasen vehementer Abstoßung mit ebenso starker Anziehung. Bilderstürme, religiös motiviertes Bildverbot und Bilderstreit sind Ausdruck dieser Dynamik. Schon die Eiferer der Reformation und der französischen Revolution wussten: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte." Stein, Rinde, Wachs, Papyrus, Pergament, Papier: Menschliche Kommunikation existiert und funktioniert seit Jahrtausenden nicht nur über mündliche, sondern auch über schriftliche Ausdrucksformen, die immer eine bestimme Kommunikationstechnik voraussetzen. Hier spielt die Erfindung des Buchdrucks eine besonders einschneidende Rolle. Doch schon lange vor Gutenberg setzte der Prozess, Sprache zu verschriftlichen, einen enormen Kulturschub in Bewegung. Seit den ersten Höhlenzeichnungen begleitet Schrift die menschliche Zivilisation. Sie ist Motor, Chronist und zugleich kritischer Widerpart von technischen, kommunikativen und ästhetischen Revolutionen - von der Erfindung des Buchdrucks bis zur globalen Vernetzung durch Computer und Internet. Sprache und Schrift sind voller Bilder - poetische Bilder, die der Vorstellungskraft entspringen aber auch Bilder, die auf eine reale Erfahrungswelt Bezug nehmen (so finden sich beispielsweise altorientalische Bildmotive in der Bildsymbolik der Bibel wieder, wie der Schweizer Theologe Othmar Keel nachgewiesen hat). Das Mittelalter ist mit seinen Bilderbibeln und illustrierten Handschriften dem 20. und beginnenden 21. Jahrhundert in seiner Visualität verwandt. Nie gab es ein stärker von Bildern geprägtes Zeitalter als das heutige, in dem die Bildmedien Fernsehen, Computerspiele und Werbung die innovativen Schrittmacher einer neuen, multimedialen Kultur sind. Vielleicht könnte das gedruckte Buch in der langen Geschichte der Schrift nur eine Episode gewesen sein, räsonniert der Medientheoretiker Friedrich A. Kittler. Jedenfalls bestimmen die heutigen Computerbedingungen Erwerb und Verarbeitung von Wissen auf völlig neuartige Weise. An die Programmredaktionen Fernsehen Südwest Freitag, 14. April 2000 (Woche 15) 23.50 Dee Dee Bridgewater in Bern Mit ihrer Tribute-CD an Ella Fitzgerald gelang der amerikanischen Sängerin Dee Dee Bridgewater vor drei Jahren ein Beststeller. Seither gilt die 50-Jährige mit Wohnsitz Paris als eine der populärsten Sängerinnen des Jazz. Dabei wollte der Star aus Memphis eigentlich immer Schauspielerin werden. Dass sie auch dazu ein großes Talent hat, bewies sie 1974 am New Yorker Broadway, wo sie für ihre Rolle im Musical "The Wiz" mit einem "Tony-Award" ausgezeichnet wurde. 1987 trat sie beim Jazzfest Bern auf, als Gast ist der Trompeter Jon Faddis zu hören. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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