SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 23.05.08 (Woche 21) bis Sonntag, 15.06.08 (Woche 25)

    Baden-Baden (ots) - Freitag, 23. Mai 2008 (Woche 21)/21.05.2008

    22.00 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Arme Kinder

    Der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung belegt einmal mehr, dass die Zukunftsaussichten vieler Mädchen und Jungen düster sind. Denn jedes siebte Kind lebt bereits heute in Armut - und eine deutliche Wende hin zum Besseren ist nicht absehbar. Ein Leben am Rande des Existenzminimums bedeutet für die Jüngsten unserer Gesellschaft aber weitaus mehr, als nur auf coole Klamotten oder ein Handy zu verzichten. Armut bedeutet  für sie auch häufig geringere Bildungschancen, ungesunde Ernährung, schlechtere Gesundheitsvorsorge und eingeschränkte Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben. Weshalb profitieren unsere Kinder nicht vom gesellschaftlichen Reichtum? Welche langfristigen Folgen hat es, wenn ein Kind in Armut  aufwächst? Wird Kinderarmut vererbt? Wieland Backes fragt nach.

    Die Gäste:

    Janis Mastoridis ist ein armes Kind und sein Leben in der achtköpfigen Familie von permanentem Mangel geprägt: Es fehlt an Essen, Kleidung und Schulmaterial. Das Einkommen der Eltern ist so gering, dass oft schon zur Monatsmitte kein Geld  mehr zur Verfügung steht und Janis hungrig im Unterricht sitzt. Eine wichtige Anlaufstelle im Leben des 12-Jährigen ist die Münchner Privatinitiative "Ghettokids". Dort bekommt er nicht nur neue Schuhe und Hustensaft, sondern auch  Klavierunterricht und Hilfe bei den Hausaufgaben.

    Pastor Bernd Siggelkow machte es sich zur Aufgabe zu helfen und tauschte vor zwölf Jahren seine Pfarrstelle im idyllischen Schwarzwald gegen das Brennpunktviertel Berlin Hellersdorf. Was in seiner Privatwohnung begann, wurde ein  deutschlandweites Kinder- und Jugendhilfswerk: Etwa 1000 Kinder kommen täglich in die "Arche" und es werden immer mehr. Denn Bernd Siggelkow bietet nicht nur ein warmes Mittagessen, sondern auch Nahrung für die Seele. Viele Kinder erhalten dort mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung als von ihren eigenen Eltern.

    Prof. Anne Lenze macht für die steigende Kinderarmut das marode Steuer- und Sozialsystem in Deutschland verantwortlich. Lenze beklagt, dass immer mehr Familien am Existenzminimum leben und dadurch schon jedes zweite Kind von Armut betroffen  ist. Die Maßnahmen der Politik verurteilt die ehemalige Richterin am Sozialgericht Bremen als Augenwischerei: "Es wird suggeriert, dass der Gesetzgeber die Spendierhosen an hat. Dabei wird nur zurückgegeben, was sich der Fiskus zuvor schon  verfassungswidrig und unrechtmäßig geholt hat."

    Für den Journalisten Walter Wüllenweber hat die Verwahrlosung der Kinder nichts mit materieller Not zu tun, sondern mit der Bildungsarmut der Unterschicht. Der 46-Jährige muss bei seinen Sozialreportagen immer wieder feststellen, dass die Eltern mit Geld nicht umgehen können. "Die teuersten Fernsehgeräte werden von denjenigen gekauft, die am wenigsten Geld haben." Das Fazit des 46-Jährigen: "Transferleistungen sind Opium fürs Volk."

    Niemals käme die alleinerziehende Mutter Martina Wagner auf die Idee, sich einen neuen Fernseher zu kaufen - das Geld reicht gerade so zum Leben. Den größten Teil ihrer Lebensmittel bezieht die 45-Jährige aus dem Freiburger Tafelladen, ihre  fünf Kinder tragen Kleidung vom Discounter und leben mit Möbeln vom Sperrmüll. Bildungsfern erzieht Martina Wagner ihre Kinder dennoch nicht - mit bescheidenen Mitteln versucht sie, ihren Kindern die gleichen Chancen zu ermöglichen, wie andere Kinder sie haben.

    Von Chancengleichheit konnte Firas Aldebssi nur träumen, als er vor elf Jahren aus Libyen nach Deutschland kam. Mit viel Engagement und Disziplin brachte er sich selbst die deutsche Sprache bei, kämpfte sich von der Hauptschule aufs  Gymnasium durch - immer mit dem festen Vorhaben, einmal Arzt zu werden. Heute ist der 24-Jährige am Ziel: Er studiert im fünften Semester Medizin an der Universität in Heidelberg .

    Freitag, 13. Juni 2008 (Woche 24)/21.05.2008

    22.00 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Mannsbilder

    Unersättlich sind sie, ignorant, tollpatschig, mal großmäulig, aber wenn es darauf ankommt kleinlaut, dazu oft zeugungsunwillig - und dabei zutiefst verunsichert. Männer haben es wirklich nicht leicht: Während Powerfrauen und Alphamädchen mächtig auf dem Vormarsch sind, kränkelt das starke Geschlecht seit Jahren. Ein neues männliches Selbstverständnis ist nicht auszumachen, wird behauptet. Dabei gibt es ihn doch: den ganzen Kerl, das fesche Mannsbild, den charmanten, humorvollen Begleiter, den zielstrebigen Macher oder den einfühlsamen Partner und Familienvater. Was bedeutet das heute: Mannsein? Ist das schwächelnde Geschlecht besser als sein Ruf? Brauchen wir neue männliche Vorbilder? Gäste der Sendung sind voraussichtlich u. a. der Schauspieler August Schmölzer, Tagesschau-Sprecher Marc Bator, Comedian Bernd Hoëcker, Topmodel Johannes Huebl und der (Ex-)Boxer René Weller.

    Sonntag, 15. Juni 2008 (Woche 25)/21.05.2008

    Nachgelieferte Gesprächsteilnehmer beachten!

    23.30 Wortwechsel Walter Janson im Gespräch mit Konstanze von Schulthess (jüngste Stauffenberg-Tochter)

    Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Georg Brandl, Tel. 07221/929-2285.

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