SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Sonntag, 12. März 2000 (Woche 11) bis Freitag, 7. April 2000 (Woche 14)

    Baden-Baden (ots) -

    Sonntag, 12. März 2000  (Woche 11)/29.02.2000
    
    22.35
                 Wortwechsel
                 Fritz Frey im Gespräch mit Jörg Kachelmann
    
    Wetter-Präsentator Jörg Kachelmann präsentiert künftig das Wetter
im rheinland-pfälzischen Südwestfernsehen. Jörg Kachelmann wurde am
15. Juli 1958 als Sohn eines Eisenbahners in Lörrach geboren und
wuchs in Schaffhausen auf.Das Wetter war für ihn laut eigener Aussage
von Kindheit an seine Berufung. 1990 machte sich Kachelmann mit einer
vollcomputerisierten Wetterstation in seinem Bauernhaus in Bächli bei
St. Gallen als Meteorologe selbständig und gründete die Firma
"Meteomedia". Kachelmanns  "Blumenkohlwolken", seine "schlürfenden
Winde" und der "üble Regen"  machten ihn bald zum Medienstar. Seine
Hobbys sind übrigens Segeln und stürmisches Wetter.
    
    
    Freitag, 17. März 2000 (Woche 11)/29.02.2000
    
    21.45    Nachtcafé
                 Zufall, Fügung, Schicksal - was bestimmt unser Leben?
                 Aufzeichnung vom 24. Februar 2000, Schloss Favorite
                 Ludwigsburg
    
    Lesen Sie Horoskope? Pendeln Sie Ihre Probleme aus? Oder lassen
Sie sich Ihre Zukunft von einer Wahrsagerin bestimmen? Alles Mumpitz?
Von wegen. Die nackten Zahlen sprechen für sich: So glaubt fast jeder
zweite Deutsche an Horoskope und dass die Sterne irgendwie unser
Schicksal beeinflussen. Die Geschäfte von Astrologen, Hellsehern und
selbsternannten Heilern blühen, rund 15 Milliarden Mark geben die
Deutschen jährlich für ihr Seelenheil aus. Mit Tarotkarten, okkulten
Riten und spirituellem Zauber wollen sie ihr Leben in die richtigen
Bahnen lenken.

    Wieland Backes diskutiert im Nachtcafé "Schicksal, Zufall, Fügung - was bestimmt unser Leben?" mit Hexen, kritischen Geistern, der bekanntesten deutschen Wahrsagerin Gabriele Hoffmann und dem ehemaligen Schlagersänger Christian Anders, der sich heute "Lanoo" nennt und als Buddhist in Kalifornien lebt. Außerdem wird "Magic Leah" dem Nachtcafé-Moderator Wieland Backes die Tarotkarten legen.     

    Die Gäste der Sendung:
    
    Christian Anders alias Lanoo fuhr in den Siebzigern mit dem "Zug
nach Nirgendwo". Heute lebt er als Buddhist in Kalifornien und hat
seine Botschaft zum "Sinn des Lebens" in einem knapp 1.000 Seiten
starken Werk zu Papier gebracht - darin enthalten auch Ratschäge fürs
praktische Leben: Wer Fußpilz hat, sollte Sandalen tragen.
    
    Marcus Hammerschmitt hat sich während seines Studiums bei jeder
Gelegenheit die Tarotkarten gelegt. Auf Parties war sein Rat als
"Guru-Mann" gefragt.  "Ich habe jede Menge Nonsens erzählt", sagt er
im Rückblick. Inzwischen hat der 32jährige Schriftsteller dem
esoterischen Zauber abgeschworen und lebt nach dem Motto "shit
happens".
    
    Gabriele Hoffmann ist eine der bekanntesten Wahrsagerinnen
Deutschlands und kann sich zwei Mal am Tag in Trance versetzen.
Prostituierte, Ordensschwestern und Manager gehören zu ihrem
Kundenkreis. Schicksal macht für sie 65 Prozent des Lebens aus - der
Rest ist beeinflussbar.
    
    Elisabeth Mardorf ist Psychotherapeutin. Sie spricht von
"sinnvollen Zufällen" im Leben, wenn beispielsweise ein Mensch gerade
in dem Moment an einen anderen denkt, in dem dieser ihn anruft. Oder
wenn es Tage gibt, an denen alles "verhext" erscheint.
    
    Gunnar Schedel betreut Menschen, die Opfer von Scharlatanen
geworden sind und ist ein strikter Gegner der Esoterik-Szene.  "Wenn
jemand auspendelt, welche Zahnpasta er heute benutzt, kann mir das
egal sein. Aber wenn eine zweite Person ins Spiel kommt, die darunter
leidet, dann ist für mich Schluss."
    
    Birgit Hieber verlor ihre Tochter durch den Absturz des
Birgenair-Flugzeugs Anfang 1996 in der Dominikanischen Republik.
Viermal hatte ihre Tochter den Flug umgebucht, bevor sie in der
Todesmaschine saß.
    
    Leah Levine, Hexe aus Hannover, behauptet von sich magische Kräfte
zu haben und legte als "Magic Leah" auf Antenne Niedersachsen den
Zuhörern die Karten. "Im Leben gibt es keine Zufälle", behauptet sie,
"alles hat seinen Sinn." Im Nachtcafé wird "Magic Leah" für Moderator
Wieland Backes in die Tarotkarten schauen.      
    
    
    Sonntag, 26. März 2000  (Woche 13)/29.02.2000
    
    22.35    Wortwechsel
                 Thomas Reimer im Gespräch mit Hans Heigert
    
    Am 21. März kann Hans Heigert seinen 75. Geburtstag feiern.
Heigert wurde in Mainz als Sohn eines Ingenieurs geboren. Dem
deutschen Fernsehpublikum ist Heigert vor allem als Moderator des
zeitkritischen Magazins Report München (1964-70) und der Reihe "
Erinnern Sie sich ?" bekannt geworden.1970 übernahm er den Vorsitz
der mehrköpfigen Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. Von 1989 bis
1993 war Hans Heigert Präsident des Goethe- Instituts.
    

    Montag, 27. März 2000  (Woche 13)/29.02.2000
    
    23.05    "Hauptsache, ich bin nicht totgegangen"
              
                 Zwangsarbeiter bei VW
              
                 Film von Andreas Hüber und Ralf Dörwang
    
    Ohne den Einsatz tausender Zwangsarbeiter aus ganz Europa hätte
der nationalsozialistische Musterbetrieb Volkswagen weder Kübelwagen
noch V 1-Rakten produzieren können. Viele der ehemaligen
Zwangsarbeiter sind inzwischen gestorben; die wenigen Überlebenden
warten zum Teil bis heute auf Entschädigung.

    Einige von ihnen haben die Autoren Andrea Hübner und Ralf Dörwang aufgesucht, so  den ungarischen Juden Andrew Herskovits in London. Als 13jähriger entkam er Ausschwitz.  Er baute mit an "Hitlers Wunderwaffe",  zuerst im Volkswagenwerk  in  Fallersleben,  später als KZ-Häftling in der größten unterirdischen Rüstungsfabrik  der Nazis im thüringischen Nordhausen.

    20 000 Arbeitssklaven kamen  hier  ums  Lebens.  Andrew Herskovits kehrt zum ersten Mal zurück und trifft  dort  auf einen deutschen Luftwaffentechniker,  der damals für VW die Arbeit der Häftlinge kontrollierte. In Delft suchten die Autoren den Holländer Henk 't Hoen auf,  der als Student ins  Volkswagenwerk  verschleppt wurde.  Mit den Deutschen wollte er nach dem Krieg nie mehr etwas zu tun haben. Heute fährt er einen VW-Golf.

    Weit  unterhalb der Armutsgrenze leben heute die meisten
ehemaligen Ostarbeiterinnen. In Antratsit, einer Bergarbeitersieldung
im Osten der Ukraine, trafen die Autoren Olga Sergutschowa,  Ludmilla
Belaussowa,  Maria Gurenkowa und Katerina Paradowskaja.  Sie waren
keine 18 Jahre alt, als man sie auf Viehwagen lud und zur
Zwangsarbeit nach Deutschland transportierte. "Damals ging es uns
besser als heute", ist ihr bitter-ironischer Kommentar. Seit acht
Monaten hat ihnen der ukrainische Staat keine Rente mehr gezahlt.
    
    
    Freitag, 31. März 2000  (Woche 13)/29.02.2000
    
    21.45    Nachtcafé
                 Verdirbt Macht den Charakter?
                 Aufzeichnung vom 23. März 2000, Schloss Favorite
                 Ludwigsburg
    
    Politiker legen schwarze Kassen an, Wirtschaftsbosse schmieren
Abgeordnete, Politik scheint käuflich. War früher Italien das
klassische Land der Korruption, steht die deutsche Gesellschaft dem
inzwischen in nichts mehr nach. Vieles ist ans Licht gekommen, was
bislang nicht denkbar war: Von der Abdankung der EU-Komission zum
Spendenskandal der CDU. "Verdirbt Macht den Charakter?" fragt Wieland
Backes am Freitag, 31. März 2000, um 21.45 im Nachtcafé. Mit dabei:
die SPD-Politikerin Renate Schmidt und Paul van Buitenen, der die
EU-Komission auffliegen ließ.    
    
    
    Montag, 3. April 2000  (Woche 14)/29.02.2000
    
    21.45    Südwest extra
                 70. Geburtstag von Helmut Kohl
    
    Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik hat sich in der
Bewertung eines Politikers ein derart dramatischer Wandel vollzogen
wie in den vergangenen Monaten bei Helmut Kohl. Die lange Diskussion
um den Empfang zum 70. Geburtstag des Ex-Kanzlers, die schließlich
zur Absage durch Kohl führte, ist dafür symptomatisch.
    
    Aus Anlass des Geburtstages blickt Kai Gniffke zurück auf das Werk
Helmut Kohls. Darin enthalten ist Biographisches wie etwa seine
Kindheit und Jugend in Ludwigshafen, aber auch sein kometenhafter
Aufstieg in der rheinland-pfälzischen CDU. Bei der Darstellung seiner
Rolle als Patriarch in der Bundes-CDU, die er ein Vierteljahrhundert
lang führte, geraten auch seine Techniken des innerparteilichen
Machterwerbs beziehungsweise Machterhalts in den Blick. Natürlich
wird die 16-jährige Kanzlerschaft des Patrioten Kohl - Verdienste und
Defizite - einer kritischen Würdigung unterzogen. Der Kohl-Biograph
Klaus Dreher und der Historiker Arnulf Baring geben im Film
Hintergrundinformationen und ordnen das Werk Kohls sowie die aktuelle
Diskussion um sein Verhalten in den historischen Kontext ein.
    
    
    Mittwoch, 5. April 2000  (Woche 14)/29.02.2000
    
    21.00    Schlaglicht
              
                 Fix und fettig -
              
                 Alltag an der Imbissbude (14)
              
                 Eine Reportage von Ursula Höltermann
    
    An diesem Ort sind sie alle gleich - für die Länge einer
Currywurst. Fernfahrer, Banker und Penner stehen hier zusammen,
Singles und Einsame,  Nachtschwärmer  und  Frühaufsteher.  "In den
Imbissbuden pulsiert das wahre Leben" fand SWR-Reporterin Ursula
Höltermann.

    Mit  ihrem  Kamerateam begab sie sich auf die Suche nach den ungewöhnlichsten Fast-Food  Oasen  in Frankfurt.  Und fand Menschen mit skurrilen Geschichten. Zum Beispiel im "Max und Bubi": eine Imbissbude im Frankfurter Rotlichtviertel.  Den Laden führt Max, ein alter Jude, KZ-Überlebender. Und Bubi ist sein Kater.  Einer seiner Stammgäste: Elektriker-Frank,  der nach Feierabend gegen gewisse Vergünstigungen den zahlreichen Sex-Shows bei eventuellen Stromausfällen und Kurzschlüssen behilflich ist.

    Oder der Stehimbiss "Snack-Point" mit der Eigenwerbung "Best Worscht in Town". Wie an kaum einem anderen Ort treffen hier,  im Schatten der Großbanken,  Lebensweisen und Schicksale zusammen. Junkies und Frankfurter Stadtprominenz sind hier zu besichtigen, ebenso wie Broker und Rentner. Für kleines Geld gibt es hier Fast-Food satt. Und ein Stück - leicht verräucherte - Heimat.

    "Fix  und  fettig" - eine Reportage im Dunstkreis der Imbissbuden.
Und ein Film abseits vom Zeitgeist, der gegenwärtig im Fernsehen und
in Trendmagazinen Sterneköche und Gourmettempel hochleben lässt.
    
    
    Freitag, 7. April 2000  (Woche 14)/29.02.2000
    
    18.15    Himmel un Erd - Kochen mit Johann Lafer
                 Thema: Ostergericht
                 Moderation: Judith Kauffmann und Johann Lafer
    
    Johann Lafer hat sich für einen Lammrollbraten mit Rotweinsauce
und Bohnen-Tomaten-Ragout entschieden. Gastköchin Helga Riedel aus
Pirmasens wartet mit einem ungewöhnlichen Vorschlag auf. Sie bereitet
als Ostergericht Matjes-Filets mit jungem Gemüse in Sahnesauce zu.
Moderatorin Judith Kauffmann hat sich in Rheinland-Pfalz nach
traditionellen Osterbräuchen umgesehen.
    

    Freitag, 7. April 2000  (Woche 14)/29.02.2000
    
    20.15    Mundart & Musik
                 aus Murrhardt
    
    Sonja Schrecklein und Uwe Hübner präsentieren in der Sendung aus
dem Schwäbischen Wald: Die Kaiserlichen,  Roland Kaiser,  Geraldine
Olivier und Gotthilf Fischer  mit seinem Chor.  Die schönsten
Melodien aus dem Musical "Die Schöne und das Biest" werden zu hören
sein,  am Stammtisch geht's um Geschichten aus dem Schwäbischen Wald.
Mundartdichter Helmut Pfisterer erzählt dabei, wie es die
Altvorderen wohl seiner Meinung nach im Wald getrieben haben.
    
    
ots Originaltext: SWR
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