SWR - Südwestrundfunk

SWR-Programmhinweis
Sonntag, 30. Januar 2000 (Woche 5)/05.01.2000

    Baden-Baden (ots) -

    23.50 Romantik und Resignation - der späte Richard Strauss     Film von Piet Rietmüller und Roland Zag          Wie ging der erfolgsgewöhnte Komponist Richard Strauss in den letzten fünfzehn Jahren seines Lebens mit einer Kulturpolitik um, die seinem  eigenen bürgerlich geprägten Kulturideal diametral entgegenstand?

    Dieser Film konzentriert sich weniger auf die musikgeschichtliche
Bedeutung des Komponisten. Vielmehr will er dessen umstrittene Rolle
im Dritten Reich differenziert darstellen.  Anhand von kaum bekanntem
Archivmaterial, insbesondere  einer  Reihe  privater  Filmaufnahmen
aus dem Familienarchiv sowie Ausschnitten aus einem 1949 gedrehten
Kulturfilm über Richard Strauss, - wird gezeigt,  wie  Richard
Strauss nach seinen Erfahrungen zunehmend verbittert den neuen
Machthabern gegenüberstand. In seiner Musik  blieb Richard Strauss
der Tonalität des 19.  Jahrhunderts verhaftet,  im  Gegensatz zu den
Strömungen um Arnold Schönberg,  die das 20. Jahrhundert bestimmen
sollten. Aus  der  historischen Distanz gelingt es den Autoren
verständlich zu machen, dass Richard Strauss, der das berüchtigte
Nazi-Pamphlet gegen Thomas Mann mit unterschrieb,  sich in der Affäre
Stefan Zweig ganz anders verhielt: Stefan Zweig hatte das Libretto
für die Oper "Die schweigsame Frau" geschrieben. Die  Uraufführung
fand  1934 in Dresden statt.  Von nationalsozialistischer Seite wurde
gefordert, dass Strauss den Namen des jüdischen Librettisten
verschweigt,  was er verweigerte. Es war derselbe Richard Strauss,
der provokativ in Paris die Oper "Ariane et Barbe-Bleu" des Juden
Paul Dukas dirigierte und andererseits für die Olympischen Spiele
1936 die "Olympia-Hymne" komponierte.
    
    Der distanzierte, genaue Blick der Autoren lässt die privaten
Motivationen und Hintergründe es ehemaligen Präsidenten der
Reichsmusikkammer erkennen, der 1944  bei einer Generalprobe zu "Die
Liebe der Danae" seinen Musikern mit dem Ausspruch dankte:
"Vielleicht sehen wir uns in einer besseren Welt wieder."
    
ots Originaltext: SWR
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