SWR - Südwestrundfunk

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Montag, 31. Januar 2000 (Woche 5 bis Woche 8)
Nachgelieferte Themen und Ergänzungen beachten!

Baden-Baden (ots) - 20.15 Infomarkt - Marktinfo Moderation: Sabine Hampel und Stephan Schlentrich Geplante Themen: Urlaubsbuchung - Reisebüros kassieren ab Teppich - Der "Stoff" aus dem die Träume sind? Im Test: Ratenkredite Montag, 31. Januar 2000 (Woche 5) 22.15 Auschwitz und kein Ende (2/4) 60er Jahre: Die Bühne als Gerichtssaal Ein Film von Wolfgang Schoen und Holger Hillesheim Über 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges setzen sich die Deutschen auf vielfache Weise mit ihrer Vergangenheit auseinander. Deutlich wird dies an den Beispielen des Holocaust-Mahnmals, der Wehrmachtsausstellung und der Walser-Bubis-Debatte: In den 90-er Jahren sind die Schwierigkeiten, für das Erinnern angemessene Formen zu finden, wie nie zuvor in der deutschen Nachkriegsgeschichte Gegenstand der politischen und öffentlichen Diskussion geworden. Seit 1945 haben sich Künstler, Literaten und Filmemacher immer wieder darum bemüht, dem Thema Auschwitz in ihren Ausdruckssprachen gerecht zu werden - entspre chend dem Zeitgeist oder gegen ihn. Häufiger in der Bundesrepublik, weniger in der DDR, die sich von Anfang an den Antifaschismus auf die Fahnen geschrieben hatte und ihre Künstler eher dem Aufbau als der Rückschau verpflichtete. Die Geschichte dieser Darstellungsweisen oder künstlerischen "Bewältigungs"-Strategien ist auch eine Geschichte wechselnder Skrupel und Tabus im Umgang mit dem Thema. Die vierteilige Dokumentation "Auschwitz und kein Ende" zeichnet den Prozess einer öffentlichen Bewusstseinsbildung in Deutschland nach, der bis heute nicht abgeschlossen ist. An die Programmredaktionen Fernsehen Südwest Soeben haben sich die Westdeutschen im Wirtschaftswunder eingerichtet, da holt Auschwitz sie ein - durch zwei Prozesse: 1961 steht Adolf Eichmann in Israel vor Gericht. "Ich habe viel über Eichmann gelacht", sagt eine Prozessbeobachterin, die jüdische Philosophin Hannah Arendt, und sie schreibt über die Banalität des Bösen. 1962 wird Eichmann hingerichtet. Ein Jahr später beginnt der Frankfurter Auschwitz-Prozess. Gerade ist das Erstlingsstück des 32-jährigen Rolf Hochhuth uraufgeführt worden: "Der Stellvertreter" - gemeint ist Papst Pius XII. Der Papst habe zu den massenhaften Judenmorden im 3. Reich geschwiegen, behauptet Hochhuth und will das durch historische Fakten belegt haben. Der Skandal ist perfekt - ein deutsches Theaterstück löst eine um die ganze Welt gehende Diskussion aus: Was ist eine Moral wert, die sich einem vermeintlichen Realitätsprinzip beugt? Das Theater reagiert auf die Gerichtsprozesse mit neuen Formen: Peter Weiss' dokumentarisches Stück "Die Ermittlung" wird zum Politikum: Die Rezeption dieses Stückes zeichnet die Fronten des Kalten Krieges nach. Die Studentenbewegung trägt die Frage nach der deutschen Schuld auf die Straße. Der amerikanische Krieg in Vietnam und dessen Billigung durch die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik erregt einen außerparlamentarischen Protest, der sich auf Auschwitz beruft. So werden die sechziger Jahre zum Jahrzehnt der Schärfung des politischen Gewissens der Deutschen. Mittwoch, 2. Februar 2000 (Woche 5) Zusätzlichen Beitrag und Beginn nachfolgender Sendungen beachten! 23.05 (VPS 23.04) Sport extra: Volleyball Champions League Zusammenfassung VFB Friedrichshafen ./. Treviso (Italien) 23.20 (VPS 23.05) Der sanfte Kuss des Todes 00.55 (VPS 00.40) Koch-Kunst mit Vincent Klink (WH) 01.25 (VPS 01.10) Menschenskinder (WH) (BW) Programmtipps (WH) (RP) Treffpunkt (WH) (SR) 01.30 (VPS 01.15) Treffpunkt (WH) (BW und RP) 01.55 (VPS 01.40) Aktueller Bericht (WH) (SR) 02.00 (VPS 01.45) Landesschau (WH) (BW und RP) 02.25 (VPS 02.10) Aktuell (WH) (BW und RP) Saartext 02.40 (VPS 02.25) SWR3 Wildall TV (BW und RP) weiter wie mitgeteilt An die Programmredaktionen Fernsehen Südwest Freitag, 4. Februar 2000 (Woche 5) Nachgelieferte Mitwirkende beachten! 20.15 Mundart & Musik aus Bad Buchau Mitwirkende: Bernd Clüver & Carin, Francine Jordi, Johannes Kalpers, Gotthilf Fischer, Buchauer Lumpenchor, Steelband Kolibris u. a. Montag, 7. Februar 2000 (Woche 6) 22.15 Auschwitz und kein Ende (3/4) 70er und 80er Jahre: "Holocaust" - ein Medienereignis Ein Film von Tilman Jens Eine TV-Serie, made in USA, verändert über Nacht die Bewusstseinslage der Nation: An vier Abenden im Januar 1979 geht in einem einmaligen Verbund der 3. Fernsehprogramme "Holocaust" auf Sendung und löst eine nie dagewesene Welle der Betroffenheit aus, beinahe 35 Jahre nach Kriegsende. Was bisher für viele Deutsche abstraktes Geschichtswissen war, wird als konkretes Schicksal erzählt, mit den dramaturgischen Mitteln Hollywoods. Der Holocaust als Fernsehunterhaltung? Während die effektvoll auf Emotionalität ausgerichtete Aufbereitung beim Fernsehpublikum ihre Wirkung nicht verfehlt und Bestürzung - oder Aggression - auslöst, diskutieren Intellektuelle und Künstler darüber, ob diese Machart angemessen sei. Ästhetische Gegenprogramme sind zum Beispiel die Filme von Ebbo Demant ("Lagerstraße Auschwitz") oder - Jahre später - Claude Lanzmanns neunstündiger Dokumentarfilm "Shoah". Lanzmann lehnt jede direkte Darstellung des Traumas Auschwitz ab. Ähnlich halten es auch Künstler wie Jochen Gerz und Horst Hoheisel, die ihre Mahnmale und Installationen in die Erde versenken. In den 80er Jahren erregen noch andere Ereignisse die Gemüter, etwa der makabre deutsch-amerikanische Versöhnungsgipfel auf dem Soldatenfriedhof Bitburg. Oder das vermeintlich antisemitische Fassbinderstück "Der Müll, die Stadt und der Tod", dessen Aufführung von der jüdischen Gemeinde in Frankfurt verhindert wird. Und in Bonn muss ein überforderter Bundestagspräsident wegen seiner missverständlichen Rede aus Anlass des 50. Jahrestages der Reichspogromnacht seinen Platz räumen. Dienstag, 8. Februar 2000 (Woche 6)/05.01.2000 22.30 Teleglobus Die Evita Connection - Falsche Pässe für echte Nazis Nach dem 2. Weltkrieg fanden viele Nazis in Südamerika Unterschlupf. Darunter Mengele, Eichmann, Barbie und viele andere, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf den internationalen Fahndungslisten standen. Heute weiß man, daß die Nazis bei ihrer Flucht auf hochkarätige Helfer zählen konnten. Die wiederum ließen sich ihre Hilfe vergolden. Die BBC-Dokumentation zeigt, daß der Vatikan und die argentinischenBehörden bei der Flucht nach Südamerika eine wichtige Rolle spielten. Mehrere tausend falsche Pässe wurden ausgestellt - gegen Geld, das vor allem in die Taschen der Familie Peron floß. So wurde der Glamour bezahlt, mit dem sich Evita Peron umgab. Noch heute leben Alt-Nazis in Argentinien, noch heute besteht der Verdacht daß sie von der Justiz und anderen Behörden gedeckt werden. Ein Film von Julian O'Halloran. Montag, 14. Februar 2000 (Woche 7) 22.15 Auschwitz und kein Ende (4/4) 90-er Jahre: Trauer, staatstragend Ein Film von Frank Hertweck Die Mauer ist gefallen, Berlin ist Hauptstadt, die Berliner Republik braucht eine neue staatliche Zeichensprache. Vergangenheitsbewältigung wird für das wiedervereinigte Deutschland identitätsstiftend. Zunächst lässt Kanzler Kohl für die zentrale Gedenkstätte, die Neue Wache Unter den Linden, Käthe Kollwitz' Skulptur "Mutter mit totem Sohn" vierfach aufblasen - eine sentimentale Plastik für einen Ort, an dem gleich allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft auf einmal gedacht werden soll. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, trägt dieses Konzept nur deshalb mit, weil ihm der Kanzler im Gegenzug ein Mahnmal eigens für die ermordeten Juden Europas versprochen hat. Die Auseinandersetzung um das Holocaust-Mahnmal wird sich bis 1999 hinziehen - das Mahnmal wird staatstragend, die Frage der Gestaltung Politikersache. Auf der einen Seite der Versuch, die eine, gültige Form für das Holocaust-Gedenken zu finden. Auf der anderen Seite scheint sich die Erinnerung immer mehr zu individualisieren: in Form von Erzählungen und Erfahrungsberichten, die auf den deutschen Buchmarkt kommen und gelesen werden. Auf großes Publikumsinteresse stößt auch die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht", die die Frage nach der Schuld des einfachen Soldaten stellt. Der amerikanische Historiker Daniel Goldhagen attestiert in seinem Buch "Hitlers willige Vollstrecker" den Deutschen gar eine Art "kollektiven Antisemitismus". Obwohl amerikanische wie deutsche Historiker-Kollegen Goldhagens Publikation nahezu einmütig für unseriös halten, verkauft es sich in Deutschland allein in den ersten vier Wochen 100.000 mal. Am Ende des Jahrzehnts stehen zwei Positionen einander gegenüber: die Martin Walsers, der vor einer Instrumentalisierung von Auschwitz warnt und Gewissen für nicht delegierbar hält, und die von Ignatz Bubis, der findet, eine solche Haltung leiste dem Vergessen Vorschub. Sonntag, 20. Februar 2000 (Woche 8) 13.00 Verkehrte Welt Von Narren und Masken Film von Rosemarie Seeger Was hat der heilige Augustin mit der Fastnacht zu tun? Wer zählt zu den Narren? Was ist ein Schembartläufer? Rosemarie Seeger geht dem Ursprung der Fastnacht und einiger Bräuche und Umzüge nach. Dienstag, 22. Februar 2000 (Woche 8) 4.35 Die Littles (20/29) Amerikanische Zeichentrickserie in 29 Teilen von 1984 Eine Grandma für Grandpa / Wir lieben Dich, Grandpa! Tom, Lucy und Dinky überlegen angestrengt was sie Grandpa zum Geburtstag schenken könnten. Das einzige was er nicht hat, ist eine Grandma Little. Aber wie findet man eine Grandma? Dienstag, 22. Februar 2000 (Woche 8) 20.15 Konstanzer Fastnacht aus dem Konzil (Vereinigte Konstanzer Narrengesellschaften) Unter dem Motto "Eine närrische Soirée auf dem fastnächtlichen Bodensee" wird das Konstanzer Konzil auf den Kopf gestellt. Alfred und Norbert Heizmann in der Bütt, Sigrun Mattes als "Kuh vom Land" und Karle Maurer, das Urgestein der Konstanzer Fastnacht greifen im neuen Jahrtausend in die Vollen. Hans Peter Jehle der "Erzfasnachter" aus dem Hegau moderiert das dreistündige närrische Feuerwerk live aus Konstanz. Mittwoch, 23. Februar 2000 (Woche 8) Zusätzlichen Beitrag und Beginn nachfolgender Sendungen beachten! 23.05 (VPS 23.04) Sport extra: Volleyball Champions League Zusammenfassung VFB Friedrichshafen ./. Piräus 23.20 (VPS 23.05) Pat Garrett jagt Billy the Kid 01.15 (VPS 01.00) Koch-Kunst mit Vincent Klink (WH) 01.45 (VPS 01.30) Menschenskinder (WH) (BW) Programmtipps (WH) (RP) Treffpunkt (WH) (SR) 01.50 (VPS 01.35) Treffpunkt (WH) (BW und RP) 02.15 (VPS02.00) Aktueller Bericht (WH) (SR) 02.20 (VPS 02.05) Landesschau (WH) (BW und RP) 02.45 (VPS 02.30) Aktuell (WH) (BW und RP) Saartext 03.00 (VPS 02.45) SWR3 Wildall TV (BW und RP) weiter wie mitgeteilt Donnerstag, 24. Februar 2000 (Woche 8)/05.01.2000 14.30 Kinderstation (31/37) Englische Spielserie in 24 Teilen Tödliche Folgen Panik in der Kinderstation: im Bett der kleinen Lucy wird eine Kapsel mit einem starken Beruhigungsmittel für Pferde gefunden: es stammt von Cal und Bev und die zwei früheren Patienten halten die für Menschen tödliche Kapsel offensichtlich für eine Droge - eine dramatische Suche beginnt. Doch das Labor stellt fest: die Kapsel enthält ein Beruhigungsmittel für Pferde, für Menschen aber ist es tödlich. Die sonst so kühle Schwester Mitchell ist jetzt nicht mehr zu halten: sie macht sich auf die Suche nach den beiden Jugendlichen: ihren Schützling Cal kann sie noch retten, doch für das Punkmädchen Bev kommt jede Hilfe zu spät. Währenddessen versucht Stationsschwester Diane dem verschlossenen Deva näher zu kommen: seine Mutter ist vor zwei Monaten gestorben, seitdem lebt er im Kinderheim. Deva ist voller widersprüchlicher Gefühle: einerseits spürt er Groll gegen seine Mutter, weil sie ihn in dem Glauben gelassen hatte, daß sie noch ein Jahr zu leben habe; andererseits hat er Schuldgefühle, weil er sich bis zuletzt mit ihr gestritten hat. Freitag, 25. Februar 2000 (Woche 8) Nachgelieferte Mitwirkende beachten! 20.15 Mundart & Musik Höhepunkte '99 Teil 2 Mitwirkende: Die Klostertaler, die Jungen Tenöre, Bibi Johns, Ebbeth Janda, Joy Fleming, Andy Borg, die Schäfer, Corinna May, Bernhard Brink, Nockalm Quintett, Tony Marshall, die Feldberger, Hoi, Rosanna Rocci, Kristina Bach, Judith & Mel, Klaus Birk, Erwin Lehn, Gotthilf Fischer ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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