Neues WAZ-Modell in NRW besteht "Qualitäts-Prüfung"
Hamburg (ots) - Die Einführung eines neuen kooperativen Redaktionsmodells bei den Ruhrgebietszeitungen des WAZ-Konzerns im vergangenen Jahr, die mit dem Abbau von rund 300 Redakteursstellen einherging, hat in den überregionalen Mantelteilen der beteiligten Zeitungstitel WAZ, NRZ und WR nicht zu einer Verschlechterung, sondern zu einer messbaren Verbesserung der journalistischen Qualität geführt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der renommierten Zeitungsforscher Lars Rinsdorf (Hochschule der Medien Stuttgart) und Günther Rager (Technische Universität Dortmund), deren Resultate in der am 13.12.2010 erschienenen aktuellen Ausgabe der wissenschaftlichen Fachzeitschrift 'MedienWirtschaft. Zeitschrift für Medienmanagement und Medienökonomie' erstmals vorgestellt werden. Die aufwändige Inhaltsanalyse stellt fest, dass die drei Zeitungstitel ihre ohnehin bereits hohe journalistische Vermittlungsqualität nach der Neuorganisation der Redaktionen noch weiter verbessern konnten; zudem konnten die drei Blätter die Lesernähe durch eine Stärkung des regionalen Bezugs der Berichterstattung erkennbar steigern.
Das Untersuchungsergebnis dürfte in der Zeitungsbranche mit großem Interesse aufgenommen werden, da andere große Medienhäuser dem WAZ-Vorbild folgen und vergleichbare Reorganisationen ihrer Zeitungs- oder Zeitschriftenredaktionen entweder bereits vorgenommen haben oder aber zumindest planen. Über die Qualitätswirkungen der neuen kooperativen Redaktionsmodelle wurde bislang heftig gestritten: So hatten viele Medienjournalisten, Gewerkschafter und Landespolitiker der WAZ-Mediengruppe vorgeworfen, dass das neue Redaktions-Modell aufgrund der hiermit verbundenen Kündigungswelle unweigerlich zu einem journalistischen Qualitätsverlust führen müsste; Verlagsgeschäftsführer Bodo Hombach und WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz haben dies hingegen stets bestritten. Um in diesem Spannungsfeld die Unabhängigkeit der Studie zu gewährleisten, wurde diese durch die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung und die verlagsnahe Stiftung Pressehaus NRZ kofinanziert.
'MedienWirtschaft - Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie' (ISSN 1613-0669) erscheint viermal jährlich im New Business Verlag, Hamburg, und beschäftigt sich inhaltlich mit aktuellen ökonomischen Fragestellungen im Kontext von Medienunternehmen, Medienmanagement, Medienökonomie und Telekommunikation. Als Zeitschrift der angewandten Forschung wollen die Herausgeber unter der Chefredaktion von Prof. Dr. Insa Sjurts, Hamburg Media School, sowohl Leser aus der Wissenschaft als auch aus der Praxis erreichen. Die Annahme der Beiträge erfolgt nach einem beiderseitig anonymen Review-Verfahren mit jeweils zwei Gutachtern. So wird eine hohe inhaltliche Qualität und Exklusivität der Artikel gewährleistet. Weitere Informationen unter www.medienwirtschaft-online.de.
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