Amnesty International

amnesty international demonstriert für Menschenrechte in der Türkei
Zum türkischen Nationentag auf der EXPO erinnert amnesty international an Menschenrechtsverletzungen am Bosporus

    Bonn (ots) -          Inliner-Korso, Menschenkette und Kundgebung / Motto: "Menschenrechte schaffen Zukunft" / "Am Nationentag die Schattenseiten nicht vergessen"

    Anlässlich des türkischen Nationentages auf der Weltausstellung wird die Menschenrechtsorganisation amnesty international am kommenden Samstag in Hannover auf die prekäre Menschenrechtslage am Bosporus hinweisen. Mit einer Menschenkette, die mehrere Stationen in der Innenstadt mit dem türkischen Konsulat verbindet, will amnesty international einen sichtbaren Gegenpol zu den offiziellen Feiern auf dem EXPO-Gelände setzen. "Gerade am Nationentag darf man die Schattenseiten nicht vergessen", sagt ai-Generalsekretärin Barbara Lochbihler. "Eine menschenwürdige Zukunft für alle Menschen in der Türkei ist nur dann möglich, wenn Menschenrechte respektiert und durchgesetzt werden."

    Auf den Stationen werden fünf Themen angesprochen, die für die
Situation in der Türkei prägend und deren Lösung für die Zukunft des
Landes richtungweisend sind. Dabei geht es um den Schutz von
Menschenrechtsverteidigern, die Abschaffung der Todesstrafe, die
Abschaffung der Folter, die Übergriffe bewaffneter Oppositionsgruppen
sowie um "Verschwindenlassen" und staatlichen Mord. "Die
Menschenrechtslage in der Türkei ist - das zeigen alle aktuellen
Recherchen von amnesty international - weiterhin besorgniserregend",
sagt Barbara Lochbihler. "Vor allem die Folter auf Polizeistationen
ist nach wie vor weit verbreitet. Aber es gibt auch immer noch
gewaltlose politische Gefangene in der Türkei; faire Verfahren sind
nicht gewährleistet. Menschenrechtler müssen mit systematischen
Einschüchterungen rechnen, die Todesstrafe ist trotz langjähriger
Versprechen noch nicht abgeschafft. Und zahlreiche Fälle von
"Verschwindenlassen" sind bis heute nicht aufgeklärt; die
Verantwortlichen sind fast nie zur Rechenschaft gezogen worden",
fasst sie die wichtigsten Kritikpunkte von ai zusammen.
    
    Die Weltausstellung EXPO hat den Anspruch, die wesentlichen
Zukunftsfragen zu diskutieren. In den Augen von amnesty international
sind die Menschenrechte bei der Zukunftsgestaltung von zentraler
Bedeutung. Als wissenschaftlicher Kooperationspartner der EXPO hat
amnesty international die Ausstellungsmacher beim Ausstellungsbereich
Menschenrechte im Themenpark Mensch beraten. In Halle 7 haben die
Besucher die Möglichkeit, vom EXPO-Gelände aus mit Appellen direkt
bei den Verantwortlichen von Menschenrechtsverletzungen zu
protestieren und für die Freilassung von Gefangenen, die Umwandlung
von Todesurteilen oder ein Ende von Folterungen einzutreten.
    
    Ausgerechnet die türkischen Behörden hatten im Juli gegen die
amnesty-Ausstellung protestiert und bei den EXPO-Verantwortlichen
eine Änderung der Ausstellung verlangt. Zunächst war die EXPO-Leitung
darauf eingegangen. Erst nach massiven öffentlichen Protesten und der
Drohung, sich als Kooperationspartner zurückzuziehen, wurde die
Ausstellung in ihrem ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut.
    
    Beginnen wird die ai-Veranstaltung am 19. August mit einem
Inliner-Korso am EXPO-Gelände. Die Rollschuhfahrer werden die
Botschaft "Menschenrechte schaffen Zukunft" mit einem
Lautsprecherwagen und einem LKW im Schlepptau zum türkischen Konsulat
bringen. Auf den Zwischenstationen werden symbolisch die
Menschenrechtsprobleme der Türkei - dargestellt durch große
Pappkartons - "aus dem Weg geräumt".
    
    Auf der Kundgebung um 12.30 Uhr werden ai-Generalsekretärin
Barbara Lochbihler, der frühere Bundesinnenminister und
Menschenrechtspolitiker Gerhart Baum sowie der türkische
Menschenrechtler Sanar Yurdatapan sprechen; eine musikalische Einlage
bieten die Rapper "Sons of Gastarbeita" aus dem Ruhrgebiet.
    
    Ablauf der Veranstaltung:
    
    09.30 Uhr: Auftaktaktion am Bahnhof Messe/Laatzen
    (Münchner/Stuttgarter Straße)
    10.00 Uhr: Treffpunkt des Inliner-Korso am Messeeingang West
    (Karlsruher Straße)
    10.00 Uhr: Menschenrechtsstation 1: Schutz von
    Menschenrechtsverteidigern/
    Meinungsfreiheit (Hildesheimer Straße/Krausenstraße)
    Menschenrechtsstation 2: Abschaffung der Todesstrafe (Theater am  
    Aegi)
    Menschenrechtsstation 3: Abschaffung der Folter (Opernplatz)
    Menschenrechtsstation 4: Übergriffe bewaffneter Oppositionsgruppen
    (Am Steintor)
    Menschenrechtsstation 5: "Verschwundene"/Staatlicher Mord
    (Königsworther Platz)
    10.10 Uhr: Abfahrt Inliner-Korso in Richtung Innenstadt
    10.40 Uhr: Menschenkette vom Opernplatz bis zum Platz an der
    Christuskirche
    12.00 Uhr: Ankunft des Inliner-Korso am Kundgebungsplatz
    12.30 Uhr: Beginn der Kundgebung (An der
    Christuskirche/Klagesmarkt)
    13.15 Uhr: Ende der Kundgebung
    13.30 Uhr: Pressekonferenz (DGB-Haus, Otto-Brenner-Straße 2)
    
    
ots Originaltext: amnesty international
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E-Mail: presse@amnesty.de
Für weitere Information vor Ort ist ai-Pressesprecher Harald
Gesterkamp ab Internet: www.amnesty.deSamstag vormittag während der
Demonstration in Hannover mobil unter: 0170-7529776 zu erreichen. Die
Kundgebungsrednerinnen und -redner (Barbara Lochbihler, Gerhart Baum
und Sanar Yurdatapan) stehen außerdem ab 12 Uhr für Interviews und
Hintergrundgespräche zur Verfügung. Im Anschluss an die Kundgebung
wird um 13.30 Uhr eine Pressekonferenz mit Vertretern von amnesty
international im DGB-Haus in der Otto-Brenner-Straße 2, 1. Etage,
Saal 3, stattfinden.

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