CGAP

Börsengang stellt laut CGAP eine entscheidende Übergangsphase in der Mikrofinanzierung dar

Washington (ots/PRNewswire) - Der Börsengang (initial public offering, oder IPO) des indischen Mikrokreditgebers SKS markiert eine entscheidende Übergangsphase in der Mikrofinanzierung, erläutern die Autoren einer neuen CGAP-Veröffentlichung "Indische Mikrofinanzierung geht an die Börse: Der Börsengang von SKS", (http://www.cgap.org/gm/document-1.9.47613/FN65.pdf), da dies der Beweis ist, dass der Zugang zum Kapitalmarkt ein realisierbarer Weg für Mikrofinanzinstitutionen ist.

Die Entwicklung der Mikrofinanzierung, die häufig von internationalen Gebern und sozial engagierten Investoren finanziert wird, ist eine grossartige Erfolgsgeschichte. Doch trotz dieses Erfolges erreicht die Mikrofinanzierung dennoch nur ungefähr 100 bis 150 Millionen Menschen. Etwa 2,7 Milliarden Menschen weltweit haben immer noch keinen Zugang zu formalen Finanzdienstleistungen, die eine kostengünstigere und sichere Alternative zu informalen Dienstleistungen darstellen.

"Das Angebot von Finanzdienstleistungen zu verbessern ist entscheidend", so Stephen Rasmussen, ein Autor der Veröffentlichung. "Viele Mikrofinanzinstitutionen sagen immer noch aus, dass eines der grössten Wachstumshindernisse, die sich ihnen stellen, der fehlende Zugang zu ausreichend Kapital ist. Der Börsengang von SKS zeigt, dass Mikrofinanzinstitutionen sich die enormen Ressourcen der Kapitalmärkte zunutze machen können. Und das ist eine potenziell bahnbrechende Entwicklung."

Mit fast 6 Millionen Kunden hat sich SKS zu einer der weltweit wachstumsstärksten Mikrofinanzinstitutionen entwickelt, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 165 Prozent seit 2004. Ende Juli wurde SKS zur ersten Mikrofinanzinstitution in Indien, die an die Börse ging und ihre Aktien durch einen Börsengang anbot, und erst zur zweiten reinen Mikrofinanzinstitution weltweit nach der Mexican MFI Banco Compartamos im Jahr 2007.

Der Börsengang (IPO) war 13-mal überzeichnet, und SKS beschaffte 155 Millionen USD frisches Kapital. Die Unternehmensbewertung erreichte den höchsten Angebotspreis, was die Wertschätzung der Firma auf 1,5 Mrd. USD ansetzte, und der Aktienkurs erreichte nach fünf Wochen Handel 42 Prozent.

Während die Befürworter der kommerziellen Mikrofinanzierungsentwicklung den Börsengang als Meilenstein erklären, der der Mikrofinanzierung neue Wege und Möglichkeiten beschaffen werde, äusserten sich andere, darunter der Friedensnobelpreisträger Mohammad Yunus, skeptisch. Er zweifelt daran, dass die Ziele der profitorientierten Kapitalmarktinvestoren mit den Interessen armer Bäuerinnen vereinbar sind.

"Bei der Börsengangsgeschichte dreht es sich in vielerlei Hinsicht darum, dass die Mikrofinanzierungsgemeinschaft das bekommt, was sie haben wollte", so Greg Chen, ein Mitautor der Veröffentlichung. "Aber sie fordert uns auch auf, näher zu überprüfen, welche Bedeutung die Kommerzialisierung wirklich für die Mikrofinanzierung hat, und welche Auswirkungen sie auf unsere Dienstleistungen für einkommensschwache Menschen hat."

"Der Börsengang war finanziell ein grosser Erfolg und er wird dem Unternehmen SKS Wachstumsmöglichkeiten bescheren", so Rasmussen. "Aber Zweck des Börsengangs war nicht nur der Zugang zu Kapitalmärkten: Zweck war der Zugang zu Kapitalmärkten, um den Interessen einkommensschwacher Menschen entgegen zu kommen. Für die meisten von uns wird sich der Beweis eines wahren Erfolgs erst einstellen, wenn wir sicher sein können, dass viel mehr arme Menschen von dieser Massnahme profitiert haben."

Die CGAP Veröffentlichung, die die Bedeutung des Börsengangs für die zukünftige Entwicklung der Mikrofinanzierung und für arme Menschen infrage stellt, erörtert die Schwerpunkte in Bezug auf die Kommerzialisierung der Mikrofinanzierung. Dazu zählen:

    - Entschädigung der obersten Führungskräfte
    - Bewertung von Mikrofinanzinstitutionen
    - Wie der Börsengang sich auf Preise und Dienstleistungen auswirken wird
    - Wie die politischen Entscheidungsträger reagieren könnten
    - Wie die Vorstände und Geschäftsführer die Interessen der Armen mit den
      kommerziellen Zwängen ins Gleichgewicht bringen werden
    - Und was dies für SKS selbst und seine voraussichtlichen Schritte in der
      Zukunft bedeutet. 

"SKS hat sich einen Namen gemacht, indem es sich Erwartungen widersetzt und die etablierten Grenzen der Mikrofinanzierung überschritten hat", steht in der CGAP-Veröffentlichung, "Egal welche Entscheidungen getroffen wurden, der langfristige Erfolg von SKS hängt letztlich von der Zufriedenheit und Treue seiner Kunden ab, und ob SKS neue Wege zur Verbesserung seiner Produkte sowie seiner Dienstleistungen für einkommensschwache Menschen findet."

Verfolgen Sie Mikrofinanzführungskräfte in einer Spezial-Blog-Reihe über den SKS Börsengang ab 28. September auf dem CGAP Microfinance Blog [http://microfinance.cgap.org/]

Sie können die Veröffentlichung lesen unter http://www.cgap.org/gm/document-1.9.47613/FN65.pdf

Die CGAP (http://www.cgap.org) ist ein unabhängiges Zentrum für Marktforschungen und Finanzpolitik, das sich der Aufgabe verschrieben hat, den einkommensschwachen Menschen dieser Welt Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen und weiter zu fördern. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.cgap.org

Pressekontakt:

CONTACT: Jeanette Thomas von CGAP, +1-202-473-8869,
jthomas1@worldbank.org

Original-Content von: CGAP, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: CGAP

Das könnte Sie auch interessieren: