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"Ich bin immer auf der Suche nach Musik, die jemand mitgrölen kann"

München (ots) - Zwei Ex-Funpunker im Streitgespräch: Campino von den Toten Hosen und Ted Gaier von den Goldenen Zitronen treffen aufeinander Wie erfolgreich dürfen Punkrocker werden? Vor rund 20 Jahren waren sie noch zusammen feuchtfröhlich auf Deutschlandtour: Die frische Funpunk-Band Die Toten Hosen aus Düsseldorf mit den noch etwas frischeren Goldenen Zitronen aus Hamburg. Doch bald schon trennten sich ihre Wege, die Hosen zog es in die großen Stadthallen, die Zitronen in den künstlerischen Untergrund und auf die linksradikale politische Seite. Für seine aktuelle Dezemberausgabe lud der MUSIKEXPRESS Campino und Ted Gaier zum Gespräch, bei dem sehr unterschiedliche Ansichten zu Fragen wie "falsches und richtiges Publikum", Aussagen in Songtexten und in der Öffentlichkeit von Presse und Fernsehen und die musikalische Sprache zwischen Avantgarde und Stadionrock aufeinander prallen. Campino gibt in diesem Gespräch zu, dass er gerade im Umgang mit der Fernsehbühne Lehrgeld zahlen musste: "In so einer Fernsehsendung geht es wirklich darum: Wer kriegt wen? So einer wie Heiner Geißler wohnt da ja quasi. Da sitzt du neben ihm in der Maske, und der seift dich ein, dass du Skrupel kriegst, den anzugreifen. Und dann geht die Kamera an, und plötzlich fliegen die Fetzen. Und wenn die Kamera wieder aus ist, gehen diese Leute zusammen einen trinken. Da habe ich mir gesagt: So, Freundchen, beim nächsten Mal gehe ich nachher mit dir auch ein Bier trinken - aber wenn die Kamera an ist, klatscht es!" Ted Gaier stellt hingegen die grundsätzliche Frage, ob sich in Talkshows die ihm wichtigen Themen platzieren lassen. Er wirft den Toten Hosen generell vor, dass sie "deren Spiel spielen": "Auch ihr diese Idee von Erfolg. Ich weiß gar nicht, was Erfolg in dem Sinne ist! Wir haben gemerkt, dass wir die großen Hallen gar nicht voll machen wollen. Wir wollen zwar auch, dass möglichst viele Leute uns hören - aber zu unseren Bedingungen." Ein Problem, das Campino nicht sieht und nicht hat. Folgerichtig sagt er über seine Arbeit: "Ich bin immer auf der Suche nach Musik, die jemand mitgrölen kann." Pressekontakt: oliver götz, redaktion musikexpress, 089 / 697 49 425 Original-Content von: MUSIKEXPRESS, übermittelt durch news aktuell

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