Equal Pay - Die linke Tür in die Arbeitslosigkeit
Koalition plant massive Eingriffe in die Tarifautonomie
München (ots) - Die Forderungen werden immer lauter: Der Zeitarbeitnehmer, der am Band beim Autobauer die linke Tür einsetzt, soll genau das Gleiche verdienen wie der Festangestellte, der die rechte Tür einbaut. Viele setzen dieses sog. "Equal Pay" mit den elementarsten Regeln der sozialen Gerechtigkeit gleich.
Was passiert aber, wenn der Zeitarbeitnehmer dadurch seinen Job verliert? Ist das dann noch sozial gerecht? Sozial ist, was Arbeitsplätze schafft. Die Einführung von "Equal Pay" ist aber geeignet, zehntausende von Arbeitsplätzen zu vernichten.
Kai Thiele von World of Staff Personaldienstleistungen in München: ""Equal Pay" macht die Zeitarbeit deutlich teurer und bürokratischer. Für viele Kundenunternehmen würde sie schlichtweg unrentabel sein. Kunden würden uns ihre internen Gehaltsstrukturen nicht offenbaren. Die Folge wären Entlassungen intern und extern".
Zum Hintergrund: Die von der Bundesregierung beschlossenen Hartz IV Gesetze haben den Bundesrat nicht passiert, weil die Kanzlerin dort ihre Mehrheit verloren hat. Teil des Hartz IV Pakets ist auch die Zeitarbeit. Die Hartz IV Gesetze müssen neu verhandelt werden, und nun werfen CDU, CSU und FDP die Zeitarbeit dem Koalitionsfrieden zum Fraß vor.
Eine Änderung war für die Zeiarbeit eigentlich nicht geplant. Die Koalitionspartner betonten stets, wie wichtig der Jobmotor Nr. 1 sei, sind jetzt aber die ersten, die keine Argumente mehr gelten lassen, wenn es um den Erhalt dieses flexiblen Arbeitsmarktinstruments geht. Jeder zweite Arbeitsplatz in 2010 ist in der Zeitarbeit geschaffen worden, und zurzeit werden von großen Unternehmen tausende Zeitarbeitnehmer fest übernommen (z.B. alleine bei Siemens ca. 2.500 Zeitarbeitnehmer).
Die Politik vergisst dabei die Eigenständigkeit der "Branche Zeitarbeit". Zeitarbeit ermöglicht vielen eine anschließende Festanstellung. Thiele von World of Staff: "Manchmal dauert es 15 oder 18 Monate, bis ein Zeitarbeitnehmer vom Kundenbetrieb fest übernommen wird, aber wenn die Möglichkeit von vorneherein aufgrund von "Equal Pay" verhindert wird, dann nützt dies auch niemandem. In der Zeitarbeit wird voraussichtlich zum 1. Mai ein Mindestlohn von knapp 8 Euro/h eingeführt, und unser BZA Tarifvertrag sieht Stundenlöhne von bis zu 17,36 Euro/h vor (entspricht 3.009,- brutto im Monat) vor. Da brauchen wir kein Equal Pay, weder nach sechs noch nach neun Monaten".
Jürgen Tresp von der Time Personal Concept GmbH meint dazu: "Viele Unternehmen werden Zeitarbeitnehmer abmelden, Bereiche auslagern und andere Dienstleistungen oder Werkverträge (wo die Gehälter unter dem Mindestlohn liegen können) in Anspruch nehmen. Damit gewinnt niemand, und alles gerät total außer Kontrolle".
Die Einführung von Equal Pay würde viele neue Hartz IV Empfänger schaffen, und für unsere Volkswirtschaft in der Summe sicherlich nicht förderlich sein.
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