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Heilbronner Stimme: Vorstoß gegen schwere Lkw-Unfälle an Stauenden - Notbremsassistenten sollen künftig nicht mehr abschaltbar sein

Heilbronn (ots) - Das Bundesverkehrsministerium sieht gute Chancen, vermeidbare schwere Lkw-Unfälle an Stau-Enden zu verringern. Die Bundesrepublik habe auf EU-Ebene angeregt, dass Notbremsassistenten künftig in neue Lastwagen eingebaut sein müssen, "die nicht abschaltbar sein dürfen", sagte Norbert Barthle (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der "Heilbronner Stimme" (Freitagausgabe).

Auf europäischer Ebene gebe es derzeit zwei Lager zu dem Vorstoß: Befürworter in Mitteleuropa, Gegner in Osteuropa. Dennoch ist Barthle optimistisch, dass eine solche Vorgabe in den nächsten ein, zwei Jahren umgesetzt werden kann. "Das kriegen wir hin." Ein nationaler Alleingang Deutschlands bei einer solchen Vorschrift ist für Staatssekretär Barthle indes nicht praxistauglich. "Sie können das internationale Transportgewerbe nicht mit einer nationalen Regelung lahmlegen", sagte er. Daher setzt er auf eine EU-weite Einigung. Auch durch Abbiegeassistenten für Lastwagen will die Bundesregierung für mehr Sicherheit sorgen. Es gebe Modelle, die nach Angaben von Barthle "hervorragend funktionieren", den Fahrer vor anderen Verkehrsteilnehmern im toten Winkel warnen. Hier kann er sich eine nationale Lösung vorstellen, die für Speditionen anderer Länder nicht bindend sein muss.

Immer wieder kommt es an Stau-Enden durch unaufmerksame, übermüdete oder abgelenkte Lkw-Fahrer zu teilweise tödlichen Unfällen, die lange Staus und intensive Bergungsarbeiten nach sich ziehen. Nach Ansicht von Polizeiexperten schalten Lkw-Fahrer diese Assistenzsysteme oft aus, weil sie für andere Lkw keine Lücken zum raschen Einfädeln lassen möchten oder ein häufiges automatisches Abbremsen in Kolonnen vermeiden wollten.

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