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iX-Exklusivinterview mit Microsoft-Chef Steve Ballmer
"Wir machen Software"

    Hannover (ots) - "Wir machen Software, wir bleiben bei der
Software", gibt Microsofts-Chef Steve Ballmer am Rande der CeBIT dem
IT-Profimagazin iX zu Protokoll. Angesprochen auf die
Investitionslust des Konzerns, betont er, dass Microsoft kein
Medien-unternehmen sei. In der aktuellen Ausgabe von iX 5/02 gibt er
außerdem Auskunft über die Redmonder Pläne in Sachen .NET, das
Verhältnis des Konzerns zu freier Software und seiner zukünftige
Rolle in der IT-Industrie.
    
    Das größte Wachstumspotenzial liegt nach Ballmers Einschätzung im
Serverbereich. .NET, die neue Microsoft Plattform für XML-Webdienste,
die Informationen, Geräte und Anwender in einer einheitlichen und
personalisierten Weise miteinander verbindet, beschreibt der
Microsoft-Chef als Seele der derzeitigen Geschäftsaktivitäten des
Redmonder Konzerns.
    
    Obwohl sich Microsoft nur zur teilweisen Offenlegung des
.NET-Framework entschlossen hat, betont er im iX-Interview, dass alle
Programmierer die Vorteile von .NET nutzen können und erklärt, dass
.NET auch auf anderen Plattformen verfügbar gemacht werden soll.
"Dies vor allem, damit innovative Ideen umgesetzt werden können, die
in der Forschung entstehen", so Ballmer wörtlich.
    
    Die freie .NET-Implementierung Mono werde jedoch nicht von
Microsoft unterstützt. "Wir besitzen das intellektuelle Eigentum an
.NET. Ich glaube nicht, dass es einen Klon des .NET-Framework von
irgendjemand anderem als von Microsoft geben wird", behauptet Steve
Ballmer selbstbewusst.
    
    Microsofts Image hat nicht zuletzt durch die jüngsten Prozesse
erheblich gelitten. Hier gibt Ballmer Fehler zu: "Wir müssen anderen
Firmen mit Respekt begegnen, auch wenn wir mit ihnen direkt
konkurrieren." Er räumt ein, dass die Reaktionen in der
Öffentlichkeit Microsoft klar gemacht hätten, welche bedeutende Rolle
sie in der Industrie spielten. Dement-sprechend müsse man auch
Verantwortung tragen. Microsoft müsse sich stärker als bisher in den
Dialog mit der gesamten Industrie einbringen. "Wir können nicht
dauernd vor Gericht ziehen, um dort unsere Probleme zu lösen." (hb)
    
    Titelbild iX 5/2002: www.heise.de/
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