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Korrektur zur iX-Presseinformation vom 15. August 2001 "Digitale Signatur in der Sackgasse"

Hannover (ots) - Hinweis an alle Redaktionen: Bedauerlicherweise enthält der erste Absatz der iX-Presseinformation von gestern: "Digitale Signatur in der Sackgasse" eine falsche juristische Schlussfolgerung. Die Formulierung: "- oder die Lieferung annehmen. Das Widerrufsrecht nach den Regeln des Fernabsatzgesetzes greift hier nicht mehr." ist nicht korrekt. Richtig ist: Das Fernabsatzgesetz greift nach wie vor; die Vorschriften gelten trotz der Rechtsgültigkeit durch die digitale Signatur. Das Problem der umgekehrten Beweispflicht besteht jedoch in anderen Bereichen, etwa im Behördenverkehr (bei Steuererklärungen et cetera). Korrigierte Fassung: Praxisfremd und unsicher: Digitale Signatur in der Sackgasse Hannover, 15. August 2001 - Die elektronische Unter-schrift ist im Kommen. Doch ob das Konzept für den geplanten Masseneinsatz digital signierter Dokumente tragfähig ist, erscheint angesichts begrenzt möglicher Nutzerzahlen und Sicherheitslücken fragwürdig. So das Urteil des IT-Profimagazins iX in seiner Ausgabe 9/2001. Seit dem 1. August erfüllt die elektronische Unterschrift in den meisten Fällen die im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegte Schriftform-Erfordernis. Diese Rechtsverbindlichkeit der digitalen Signatur ist für den Verbraucher problematisch: Bestreitet er die Urheberschaft einer elektronischen Signatur, so trägt er die Beweislast: Er muss nachweisen, dass es einem anderen möglich war, seine Signatur zum Beispiel unter der elektronischen Steuererklärung zu fälschen. Die neue Regelung ist alles andere als verbraucherfreundlich, denn erst vor wenigen Monaten war publik geworden, dass ein Großteil der Software zur Erzeugung digitaler Signaturen durch Hacker missbraucht werden kann. Zur Verwaltung der digitalen Unterschriften dienen Trust-center, die in so genannten Public-Key-Infrastrukturen eingebunden sind. Diese haben sich zwar in speziellen Bereichen mit überschaubarer Teilnehmeranzahl als praxistauglich erwiesen. Die Verifizierung der "elektronischen Ausweise" ist jedoch technisch aufwendig, die Abfrage auf ungültig gewordene Signaturen umständlich. Eine millionen-fache Nutzung würde nach Ansicht von Sicherheitsfachleuten die Trustcenter überfordern. Obendrein sind von verschiedenen Trustcentern herausgegebene Schlüssel und die zugehörige Software nicht untereinander kompatibel. "Insgesamt," so Roos weiter, "wirkt das Modell PKI in vielen Aspekten unausgereift. Es gibt interessante Alternativen, die aber wegen des PKI-Hypes zu Unrecht unberücksichtigt bleiben. Die massenhafte Nutzung der digitalen Signatur etwa bei Wahlen ist deswegen nichts als Zukunftsmusik." (ur) Titelbild iX 9/2001: http://www.heise.de/presseinfo/bilder/ix/01/ix092001.jpg Aktuelle Meldungen aus dem Heise-Verlag finden Sie unter http://www.heise.de/presseinfo Unter http://www.heise.de/presseinfo/mail.shtml können Sie sich für den Mail-Service anmelden. Dann erhalten Sie automatisch jede neue Pressemitteilung aus dem Verlag Heinz Heise per E-Mail. ots Originaltext: iX Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Pressekontakt: Ihr Ansprechpartner für Rückfragen: Erik Hoerschelmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Telefon:05 11/53 52-141 Fax:05 11/53 52-563 E-Mail:eh@presse.heise.de Original-Content von: iX-Magazin, übermittelt durch news aktuell

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