DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

45% der Schüler können am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen

Bad Nenndorf (ots) - Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat jetzt neue Ergebnisse über die Schwimmfähigkeit der Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutschland bekannt gegeben, die die DLRG und die DLRG-Jugend von Mai bis Juli im Rahmen einer standardisierten Befragung der Schulleiter oder für den Sport verantwortlichen Lehrer erhoben haben.

Danach haben 77% der Grundschüler am Ende der vierten Klasse eine Seepferdchenprüfung absolviert. Nur 55% erwarben das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Letzteres betrachtet die DLRG allerdings als Mindestanforderung für einen sicheren Schwimmer. "Wir müssen feststellen, dass 45% der Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit keine sicheren Schwimmer sind. Das sind noch mehr Nichtschwimmer und unsichere Schwimmanfänger, als wir erwartet haben", sieht Jochen Brünger, DLRG-Vizepräsident und Leiter des Projektes, im Ergebnis also eine klare negative Entwicklung.

Die Ergebnisse in den Bundesländern sind sehr uneinheitlich und weisen eine große Bandbreite auf. Mit 71,5% Schülerinnen und Schülern, die das Jugendschwimmabzeichen Bronze erworben haben, schneidet Niedersachsen am Besten ab, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 59,5%. Auf dem dritten und vierten Platz folgen Hessen mit 58,2% und Nordrhein-Westfalen mit 56,1%. Alle anderen teilnehmenden Bundesländer liegen unterhalb des Bundesdurchschnitts. Im Umkehrschluss sagen die Ergebnisse: Die relative Zahl der Nichtschwimmer oder unsicheren Schwimmanfänger liegt zwischen 28,5% und 62,6%.

Dazu Jochen Brünger: "Die regionalen Unterschiede sind sehr groß. Dabei haben sich die Kultusminister der Länder seit 1978 auf ein gemeinsames Angebot mit gleichen Prüfungsinhalten verständigt: Die Deutsche Prüfungsordnung Schwimmen, Retten und Tauchen. Diese wurde erst 2002 von der Sportkommission erneuert. Wir brauchen dringend eine bundesweite Harmonisierung der Schwimmausbildung auf höherem Niveau. An Ende der Grundschule sollte jede Schülerin und jeder Schüler mindestens das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze besitzen".

Leicht veränderte Ergebnisse zeigen die Bundesländer bei der Seepferdchenprüfung, die einen Ausbildungsstand dokumentiert, der für erste Fähigkeiten der Wassergewöhnung und -bewältigung steht, aber noch nicht für eine Schwimmprüfung: Am besten schneidet das Bundesland Hessen mit knapp 86,8% ab. Auf den nächsten Plätzen folgen Niedersachsen (82,8%) und Nordrhein-Westfalen mit 82,5%. Nur sechs Bundesländer kommen auf Ergebnisse oberhalb des Bundesdurchschnitts von 77%.

Auf die Frage: Wie hat sich nach Ihrer Einschätzung die Schwimmfähigkeit entwickelt, sagten nur 18% der Schulleiter und Sportfachlehrer, ist besser geworden, 38,8% sagten ist gleich geblieben und 35,6% meinen, sie ist schlechter geworden.

Die Antworten der Schulen bestätigen, dass fehlende Schwimmhallen, der zeitliche Aufwand für den Transport der Schülerinnen und Schüler und eine nicht ausreichende Anzahl qualifizierter Lehrkräfte einen gewichtigen Einfluss auf die Nichterteilung von Schwimmunterricht oder reduzierte Angebote haben.

An 86,4 % der Schulen wird Schwimmen unterrichtet, 11,6% bieten keinen Schwimmunterricht an. Auf die Frage: Warum wird kein Schwimmunterricht erteilt, lauteten die Antworten: Es steht kein Schwimmbad zu Verfügung, der Transport der Schüler dauert zu lange, es fehlen Lehrer, die Schwimmen unterrichten dürfen und der Transport der Schüler ist zu teuer. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich. In zwei Dritteln des Schulschwimmunterrichtes ist die Anzahl der Schüler größer als 15. Ausbildungsangebote finden im Bundesdurchschnitt in allen vier Grundschulklassen statt, die Mehrzahl bietet Schwimmunterricht aber erst in der dritten und vierten Klasse an.

An der nicht repräsentativen Umfrage haben sich 1.200 Primarschulen beteiligt, das sind 7,2% aller Grundschulen in Deutschland. Da die Verteilung der Umfragen auf die Bundesländer ungleich gewichtet war, sind diese Ergebnisse als Trends zu betrachten, aufgrund der Menge der eingegangenen Fragebögen allerdings mit hoher Aussagekraft.

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Martin Janssen, Pressesprecher der DLRG, 05723-955441 
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