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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu Sarrazins Äußerungen

Köln (ots) - Polemik CLAUDIA LEPPING zu Sarrazins Äußerungen Er würde für fünf Euro die Stunde arbeiten, könnte für 4,25 Euro eine ausgewogene Mahlzeit zubereiten und einer Zimmertemperatur von 16 Grad im Strickpullover trotzen. Gleiches erwartet Thilo Sarra zin von allen, die über zu wenig Geld im Portemonnaie klagen. Ihnen rät er, zu Aldi zu gehen, nichts auf Pump zu kaufen, im mer zehn Prozent weniger aus zugeben als sie einnehmen und wenn, dann nur last minute zu verreisen. Berlins Finanzsenator will Maß stäbe setzen - indem er in ei ner Mischung aus Zynismus und Ironie Sozialhilfeempfän gern vorschreibt, wie sie mit staatlichen Zuwendungen aus zukommen haben. Thilo Sarrazin wärmt eine De batte auf, deren Duktus vor al lem Jüngere nicht mehr hören wollen: Damals bei uns, sagt der 63-Jährige, war es nie wär mer als 16 Grad. Nein, das ist kein Maßstab und erst recht kein Trost für Hartz-IV-Empfän ger. Die Energiepreise steigen, und noch ist nicht abzusehen, auf welchem Rekordniveau sie sich einpendeln werden. Das verstört Normalverdiener, die alles selbst berappen müs sen. Und das verstört die, die wenig bis gar nichts verdienen - weil Linksfraktionschef Gre gor Gysi schon ihren Kältetod voraussagt. Schluss mit dieser billigen Polemik. Die Energiepreise sinken nicht dadurch, dass der Staat sie subventioniert oder die Stromkonzerne Sozialtarife anbieten. Viele sozial Schwa che leben im schlecht ge dämmten sozialen Wohnungs bau. Hier sollte der Staat in die Substanz investieren. Erst da nach, Herr Sarrazin, taugen Vorschriften zum Energiespa ren wirklich etwas. Pressekontakt: Kölnische Rundschau Jost Springensguth print@kr-redaktion.de Original-Content von: Kölnische Rundschau, übermittelt durch news aktuell

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