ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Von der Krankenversichertenkarte zum elektronischen Gesundheitspass: Apotheker für elektronischen Gesundheitspass

    Eschborn (ots) - "Wir unterstützen nachhaltig die Pläne von
Gesundheitsministerin Schmidt, die derzeitige
Krankenversichertenkarte zu einem umfassenden elektronischen
Gesundheitspass weiter zu entwickeln." sagte Prof. Rainer Braun,
Hauptgeschäftsführer der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände. Die moderne Chipkartentechnologie erlaube es,
endlich die Vorteile der Telematik im Gesundheitswesen zu nutzen und
durch Nutzung modernster kryptographischer Methoden dabei zugleich
maximalen Datenschutzstandards zu genügen.
    
    Der elektronische Gesundheitspass kann neben dem
Versichertenausweis auch ein elektronisches Rezept, einen Notfall-
und Impfausweis ebenso wie einen Arzneimittelpass beinhalten. Da die
moderne Technologie auch den mobilen Einsatz zum Bespiel im
Notarztwagen zuläßt, könne der Pass so ganz konkret lebensrettend
sein. Darüber hinaus können auch geleistete Zuzahlungen bzw.
Zuzahlungsbefreiungen dokumentiert werden. Der Pass kann schließlich
auch Hinweise darauf enthalten, bei welchen Ärzten Laborbefunde und
Röntgenaufnahmen liegen, so dass Mehrfachdiagnostik vermieden wird.
Mit dem Arzneimittelpass können Wechselwirkungen zwischen
Arzneimitteln entdeckt, sowie ärztliche Verordnungen und
Selbstmedikation abgestimmt werden.
    
    Insgesamt könne dadurch die Behandlung und Betreuung des Patienten
substanziell gegenüber heute verbessert werden.
Kosten-Nutzen-Analysen von Krankenkassenverbänden und der ABDA
belegen, dass damit nicht nur die Versorgungsqualität der Patienten
erheblich verbessert werden kann, sondern zugleich auch das
Gesundheitswesen jährlich fast 1 Milliarde DM an Kosten einsparen
kann. "Niemand kann noch ernsthaft bestreiten, dass ein
elektronischer Gesundheitspass ein überwältigend günstiges
Kosten-Nutzen-Verhältnis hat. Dass das Gesundheitsministerium dieses
Thema jetzt aktiv angeht, ist aus Sicht der ABDA überfällig und zu
begrüßen", sagte Braun. Die Kosten-Nutzen-Analyse zum elektronischen
Rezept kann auf der homepage www.abda.de unter
http://www.abda.de/ABDA/artikel.html?ID=675 abgerufen werden
    
    Entscheidend für die Datensicherheit sei das 2-Schlüssel-Prinzip.
Der Gesundheitspass kann so angelegt werden, dass er weder vom
Heilberufler noch vom Patienten alleine "geöffnet" werden kann. Der
Patient hat in Form einer persönlichen Geheimnummer oder z.B. seines
Fingerabdruckes den ersten Schlüssel zu dem Gesundheitspass, Arzt
oder Apotheker mit dem elektronischen Berufsausweis den zweiten
Schlüssel. Nur mit beiden Schlüsseln gleichzeitig ist der
elektronische Gesundheitspass zu "öffnen". Auf diese Weise wird
sichergestellt, dass die Daten mit dem Patienten kommen, aber auch
mit ihm gehen. Sie können nur mit Einwilligung des Patienten und nur
in seinem Beisein bearbeitet und genutzt werden.
    
    Es ist dabei übrigens zusätzlich möglich, die Zugriffsrechte der
Heilberufler auf die verschiedenen Datenbereiche des elektronischen
Gesundheitspasses zu differenzieren. Arbeitgebern oder Versicherungen
wäre es dagegen nicht möglich, Einsicht in den Pass zu nehmen - auch
dann nicht, wenn der Patient dazu bereit wäre.
    
    "Ein elektronischer Gesundheitspass in Patientenhand, gesichert
mit dem 2-Schlüssel-System, hält Fragen des Datenschutzes allemal
stand", so Braun. Völlig anders seien dagegen seitens der
Krankenkassen geäußerte Pläne zu beurteilen, die auf die
Installierung eines "zentralen Gesundheitsdatenservers" hinauslaufen,
in den die Gesundheitsdaten von 80 Millionen Menschen eingespeichert
würden. Bei einem solchen "Big Brother" wäre es tatsächlich so, dass
hochsensible Patientendaten nicht mehr in der Verfügungsgewalt des
Patienten wären.
    
    
ots Originaltext: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
(ABDA)
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Kontakt:
ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Anke Grosse-Lohmann
Carl-Mannich-Str. 26
65760 Eschborn
Telefon: (06196) 928182
Telefax: (06196) 928183
E-Mail: pressestelle@abda.aponet.de
Internet: http://www.abda.de

Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Das könnte Sie auch interessieren: