ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Arzneiverordnungsreport 2000
Tendenziöse Hochrechnungen

    Eschborn (ots) - In einer Stellungnahme zum vorgestellten
Arzneiverordnungsreport 2000 zeigte sich der Vorsitzende des
Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Hermann S. Keller, erstaunt
darüber, dass dort  mit keinem Wort auf Unterversorgungen und
Rationierungen infolge der Arzneimittelbudgetierung eingegangen
werde, die in zunehmendem Maße Selbsthilfegruppen,
Patientenorganisationen und Ärzte beklagten.
    
    Schließlich habe sich  sogar  der Gesundheitsausschuss des
Bundestages mit diesem Thema befasst und der Sachverständigenrat für
die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen habe von
Bundesgesundheitsministerium Andrea Fischer den Auftrag erhalten,
hierzu ein Gutachten zu erstellen. "Die Herausgeber des
Arzneiverordnungsreportes blenden dieses für die Patienten zentrale
Thema der Rationierung komplett aus. Sie vermelden lediglich jährlich
wachsende Hochrechnungen zu möglichen Einsparungen in der
Arzneimittelversorgung. Gleichzeitig verweisen die Autoren darauf,
dass ein großer Teil der vorhandenen Rationalisierungsmöglichkeiten
bereits realisiert worden sei", so Keller.
    
    Hier stellt sich nach Ansicht des DAV-Vorsitzenden die Frage, ob
nicht die Statistik überstrapaziert werde.  Die Arzneimittelausgaben
der Krankenkassen haben nach Aussage der Autoren "nur moderat" um 2,9
Prozent zugenommen, die Zahl der verordneten Arzneimittelpackungen
ist sogar um 3 Prozent gesunken und liegt damit um fast 30 Prozent
niedriger als zu Beginn der 90er Jahre. Insoweit ist nicht
nachvollziehbar, so Keller, wieso nach Ansicht der Autoren innerhalb
eines Jahres die Einsparpotentiale um fast 20 Prozent angestiegen
sein sollen. Zu berücksichtigen sei auch, daß die politisch gewollte
Zuzahlungsabsenkung 1999 die Krankenkassenausgaben für Arzneimittel
um mehr als 1 Milliarde DM erhöht haben.
    
    Im Arzneiverordnungsreport 1999 wurde noch ein Einsparvolumen von
6,9 Milliarden DM angegeben. Zugleich wurde aber darauf verwiesen,
dass sich Substitutionsprozesse nicht übers Knie brechen lassen und
sicher einen längeren Realisierungszeitraum von 5 bis 7 Jahren in
Anspruch nehmen. In der Ausgabe 2000 werde nun ein Einsparpotential
von 8,2 Mrd. DM angegeben, doch verzichteten die Autoren  in diesem
Jahr darauf, einen realistischen Zeitraum für die Erschließung
anzugeben.
    
    "Das ist unseriös", sagte Keller, denn damit werde der
Öffentlichkeit suggeriert, dass ad hoc viele Milliarden DM
Einsparungen nur in der Arzneimittelversorgung möglich seien, ohne
die Versorgung der Patienten zu gefährden. Keller verwies in dem
Zusammenhang darauf, dass die Anpassung der Arzneimittelbudgets für
das Jahr 2000 in den meisten Regionen noch immer ausstehe, obwohl
hierfür eine gesetzliche Vorgabe bestehe.
    
    
ots Originaltext: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
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