Die große Samstags-Dokumentation "Zwischen Handwerk und Hightech - Die Medizin der Zukunft" am 17. März um 20:15 Uhr bei VOX

Köln (ots) - High-Tech-Prothese, Luftröhrenimplantat oder Cyberknife - die Zukunft der Medizin ist in den modernsten Kliniken Deutschlands bereits angekommen. Für die Patienten sind es kleine Wunder, die die moderne Medizin ermöglicht. Für die behandelnden Ärzte ist es das Ergebnis langjähriger Forschung. Aber wo sind die Grenzen der modernen Medizin? Ist es denkbar, dass irgendwann Roboter die Arbeit der Chirurgen übernehmen? Werden wir eines Tages einmal unsere eigenen Ersatzorgane nach Bedarf im Labor züchten? In der großen Samstags-Dokumentation "Zwischen Handwerk und Hightech - Die Medizin der Zukunft" (am 17. März um 20:15 Uhr bei VOX) berichtet SPIEGEL TV vier Stunden lang über Ärzte und Wissenschaftler, die ihr Leben in den Dienst der Medizin stellen und Patienten, die hoffen, dass es für ihre Krankheit ein Mittel zur Heilung gibt. Zu Wort kommen u.a. der Leiter der neurologischen Kliniken der Berliner Charité Prof. Peter Vajkoczy, der Transplantationschirurg Dr. Andreas Pascher und sein ehemaliger Patient, der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier sowie die Tochter des früheren CDU-Politikers und Burda-Managers Jürgen Todenhöfer, Nathalie Todenhöfer.

Im unfallchirurgisch-orthopädischen Zentrum der Berliner Charité wird eine High-Tech-Prothese entwickelt. Material, Form und Methode der neuartigen Knochenprothese sind so optimiert, dass das Titangerüst mit dem Skelett verwächst und die Funktion der Gliedmaße vollständig wiederherstellt. Die Methode ist zukunftsweisend: Während der Operation wird das Titangerüst mit patienteneigenem Zellmaterial befüllt, damit es vollständig mit Knochen durchwächst. Später bilden Implantat und Knochen eine Einheit, die ein Leben lang halten soll. Die Autoren der großen Samstags-Dokumentation begleiten einen 36-jährigen Patienten, dessen Oberschenkel bei einem Autounfall zertrümmert wurde und der jetzt eine Prothese eingesetzt bekommt.

Hirnoperationen waren bisher immer ein schwerer Eingriff mit hohem Risiko. Eine neuartige Methode ohne Operation oder Skalpell soll das nun ändern: das Cyberknife. Dabei handelt es sich um einen Roboter, der präzise Strahlen abgibt und veränderte Zellen gezielt zerstört. Für IT-Trainerin Marion wird diese Zukunftsvision nun Wirklichkeit. Ein Präzisionsroboter "schneidet" der 58-Jährigen die Metastasen aus dem Gehirn - ohne Schmerzen und ohne Nebenwirkungen. Der Leiter der neurologischen Kliniken der Berliner Charité Professor Peter Vajkoczy sieht den Einsatz von Robotern am Gehirn trotzdem skeptisch: "Ich bin überzeugt, dass das Handwerk oder die ruhige Hand auch in 20, 30 Jahren das entscheidende für die Operation sein wird. Ich glaube nicht, dass man auf den Operateur oder die Manipulation mit Hilfe der Hände am Gehirn verzichten kann. Es gibt ja den Einsatz von Operationsrobotern im Bereich der Hüfte oder im Bereich der Urologie, aber die Versuche diese Roboter auch am Gehirn operieren zu lassen, haben eigentlich gezeigt, dass die Freiheitsgrade, die so ein Roboter mitbringt und die Feinheit, die so ein Roboter leisten kann, nicht ausreichend ist für diese Operationen."

Hoffnung gibt es auch für Patienten, die auf Spenderorgane warten: Mit der Gewebezucht, dem sogenannten Tissue Engineering, sollen in Zukunft Organe im Labor hergestellt werden. Im Fraunhofer Institut in Stuttgart können die Forscher schon heute menschliche Haut im Reagenzglas züchten, komplexe Organe sollen in Zukunft folgen. Die Stuttgarter Forscher experimentieren mit ersten Erfolgen an einem Luftröhrenimplantat. Dazu wird im Labor ein Stück Schweinedarm als Trägerstruktur verwendet und anschließend mit menschlichen Zellen besiedelt. Einem Patienten konnten die Wissenschaftler bereits ein solches Zuchtorgan einsetzen. Die erste Multiviszeraltransplantation in Europa gelang im November 2003 Dr. Andreas Pascher. Dabei verpflanzte er neun innere Organe. Der Transplantationschirurg operierte 2010 auch das Ehepaar Steinmeier. "Ich habe immer wieder gesagt, man tut es auch aus Liebe für seinen Ehepartner, in Sorge darum, dass er gesund weiterleben kann. Aber man tut es am Ende auch nicht nur für den anderen, sondern auch immer ein bisschen für sich selbst, weil man in der Partnerschaft, in der man gelebt hat, auch weiterleben will mit einem gesunden Partner", erinnert sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier an die Zeit, als er seiner Frau Elke Büdenbender eine Niere spendete.

Doch trotz modernster Technik wurde immer noch nicht für jede Krankheit eine Therapie gefunden. Bis heute gehört die Multiple Sklerose (MS) zu diesen bisher unheilbaren Krankheiten. An MS leidet auch die Tochter des früheren CDU-Politikers und Burda-Managers Jürgen Todenhöfer, Nathalie Todenhöfer, seit ihrem 19. Lebensjahr. In der großen Samstags-Dokumentation "Zwischen Handwerk und Hightech - Die Medizin der Zukunft" spricht die heute 26-Jährige über ihre Hoffnung auf Heilung.

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Sendung: Sa, 17.03.2012 | 20:15 | Die große Samstags-Dokumentation | Dokumentation