"In diesem Job sind Glücksmomente einfach furchtbar selten" - Die Samstags-Dokumentation "Die Geldeintreiber - Keine Gnade für Schuldner" am 21. Januar 2012 um 22:20 Uhr bei VOX
Köln (ots) - Willkommen sind sie nie - doch das gehört zu ihrem Job: Wenn fällige Rechnungen nicht mehr gezahlt werden können, werden Geldeintreiber aktiv. Ob Gerichtsvollzieher, Vollziehungsbeamte des Bundes, Vollstrecker der Zollverwaltung oder Finanzamt-Vollstrecker - bei rund sechs Millionen überschuldeten Deutschen geht ihnen die Arbeit nie aus. Sie alle sind auf der Suche nach Bargeld oder pfändbaren Gegenständen, um die finanziellen Forderungen ihrer Auftraggeber zu begleichen. In der Samstags-Dokumentation "Die Geldeintreiber - Keine Gnade für Schuldner" (am 21.01. um 22:20 Uhr bei VOX) begleitet sie Süddeutsche Zeitung TV bei ihrer schwierigen Arbeit mit Schuldnern. Die zweistündige Dokumentation gibt einen Einblick in den Alltag der Geldeintreiber und zeigt die Lebenssituation ihrer "Kunden": Von dramatischen Schicksalsschlägen bis hin zu unvorstellbarer Dreistigkeit.
Ein besonders schwerer Fall erwartet den Frankfurter Gerichtsvollzieher Walter Horz: Mit einem Vollstreckungsbescheid wegen Telefonschulden besucht er Angelika und Bernd. Das Ehepaar hat einen Schuldenberg von 50.000 Euro angehäuft - das hindert die Hartz-IV-Empfänger aber nicht daran, immer wieder neue Telefon-Verträge abzuschließen, die sie anschließend meist nicht zahlen können. Trotz des großen finanziellen Drucks bleibt Schuldnerin Angelika jedoch gelassen: "Mir macht das nichts aus. Ich stehe auch ganz normal morgens auf, trinke meinen Kaffee und denke an nichts. Wenn ich morgens schon an die Schulden denken würde - nein. Da wäre ja mein ganzer Tag versaut."
Jochen Neubauer aus Magdeburg ist als Zollvollstrecker tätig - er treibt für die Zollverwaltung fehlende Renten- und Krankenversicherungsbeiträge oder zu viel ausgezahltes Arbeitslosengeld ein. Rund 200 Kilometer fährt er jeden Tag. In den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts ist sein roter Dienstwagen bereits berüchtigt und gefürchtet: "Hier auf dem Land ist es eigentlich so, dass die Leute erst einmal erschrocken sind, wenn ich vor der Tür stehe und mich vorstelle. Und dann schauen sie sich um, ob das jemand mitbekommen hat." Sein erster "Kunde" Manuel hat zu viel Arbeitslosengeld erhalten, dieses aber nicht zurückgezahlt. 90 Euro schuldet er der Behörde. Das Gespräch mit Jochen Neubauer zeigt Wirkung: Manuel will seine Schulden nun in monatlichen Raten von 25 Euro tilgen. "Das Gefühl sitzt tief, dass man nicht noch einmal Besuch vom Zollvollstrecker haben will", sagt Manuel.
Sonja Rothe versucht dagegen in Aachen einen Mann mit 7.000 Euro Schulden anzutreffen - doch der weigert sich auch bei diesem Besuch, der Gerichtsvollzieherin die Tür zu öffnen. Für die Aachenerin nichts Besonderes: "Die verarschen den Staat, die verarschen die Gesellschaft und mich - in diesem Job sind Glücksmomente einfach furchtbar selten", sagt die Gerichtsvollzieherin trocken. Die Hoffnung, letztlich ihr Ziel zu erreichen, gibt sie aber nie auf: "Es ist zwar mühselig und man steht vor vielen verschlossenen Türen, aber ich sitze als Gerichtsvollzieherin trotzdem am längeren Hebel. Über kurz oder lang werde ich ihn kriegen."
Die Samstags-Dokumentation "Die Geldeintreiber - Keine Gnade für Schuldner" am 21. Januar um 22:20 Uhr bei VOX.
Pressekontakt:
Bei Rückfragen: VOX Presse und Kommunikation, Magnus Enzmann, Tel.: 0221/456-81518 Bei Fotowünschen: VOX Bildredaktion, Lotte Lilholt, Tel.: 0221/456-81512



