Deutscher Raiffeisenverband

Winzergenossenschaften ziehen positive Bilanz
Nüssel: Vermarktungskonzepte in Angriff nehmen

    Stuttgart/Fellbach (ots) - Eine positive Bilanz für das
Weinwirtschaftsjahr 2000/2001 zog Manfred Nüssel, Präsident des
Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der 18. Fachtagung für
Winzergenossenschaften in Fellbach, an der über 150 Entscheider
teilnahmen.
    
    Die 258 Winzergenossenschaften, davon 155 mit eigener
Kellerwirtschaft, erfassen jährlich rund 31 % der deutschen
Weinmosternte. Sie haben 3,28 Mio. hl Wein und Sekt im Wert von über
0,77 Mrd. Euro (+ 1,3 %) abgesetzt, was insgesamt zu einem deutlichen
Bestandsabbau geführt hat. Vier von zehn Flaschen deutschen Weins
stammen somit aus Winzergenossenschaften. Ihre Erzeugnisse erfreuen
sich großer Beliebtheit und stehen für hervorragende Qualitäten.
    
    Der Weinmarkt liegt im Aufwärtstrend, das Marktvolumen ist um 4,5
% gestiegen. Wein ist der Gewinner bei den alkoholischen Getränken.
Rund 70 % der deutschen Haushalte kaufen mindestens einmal im Jahr
Wein ein. Laut jüngsten Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung
haben die deutschen Haushalte im Jahr 2001 erstmals mehr Geld für
Wein als für Bier ausgegeben.
    
    Rund 51 % der Einkäufe entfallen auf Rot-, 8 % auf Rosé- und 41 %
auf Weißwein. Deutschland ist mit 70 % Marktanteil die klare Nummer
Eins bei Weißwein. Die Zuwachsraten beim deutschen Rotwein sind
zweistellig (13,4 %), der Marktanteil liegt mittlerweile bei 29 %. An
dieser Entwicklung sind die Weingärtner- und Winzergenossenschaften
maßgeblich beteiligt.
    
    "Die gesamte Weinbranche steht vor großen Umbrüchen. Die Markt-
und Wettbewerbssituation zwingt sie, ihre Erfassungs- und
Vermarktungsstrukturen grundlegend zu überdenken und zu verbessern.
In den Anbaugebieten werden zurzeit neue Vermarktungs- und
Kooperationsmodelle entwickelt. Diese sollen in einer weiteren
Konzentration und in Fusionen zu wirtschaftlich sinnvollen
Betriebseinheiten münden", erklärte Nüssel.
    
    Der DRV, Interessenvertreter der Winzergenossenschaften,
unterstützt diesen notwendigen Strukturwandel. "Eine Reihe von
wegweisenden Konzepten wurden bereits umgesetzt, wie z. B. die erste
Stufe des Vermarktungskonzepts für Fassweine in Baden. Auch im
Anbaugebiet Franken wird weiter intensiv über Anpassungen
nachgedacht", so der DRV-Präsident.
    
    "Kooperation ist für die Genossenschaften kein Fremdwort und
"Outsourcing" ist geradezu ihre Erfindung. Seit jeher überlassen
Winzer den Ausbau und den Verkauf ihrer Produkte ihren
Winzergenossenschaften. Dieser Grundgedanke ist so aktuell wie nie
zuvor und ermöglicht heute eine moderne, schlagkräftige Vermarktung,
die den hohen Qualitätsansprüchen der Verbraucher voll genügt", so
Nüssel.
    
    Erfreuliches gibt es auch bei der Entwicklung der Rebflächen zu
vermelden. "Die seit Jahren leicht rückläufige Tendenz bei den
Mitgliedsflächen der Winzergenossenschaften hat sich ins Positive
gedreht", so Nüssel. Insbesondere an der Mosel, aber auch in Franken
und der Pfalz gewinnen die Genossenschaften wieder an Attraktivität
für die Winzer. Im Weinwirtschaftsjahr 2000/2001 stieg die
bewirtschaftete Fläche auf 31.251 ha.
    
    Der DRV unterstützt die "Vision 2020 für den deutschen Wein" und
arbeitet mit im Forum der deutschen Weinwirtschaft an einer
Zukunftsstrategie. Mit Entscheidungsträgern der Unternehmen wurden
gemeinsame Ziele formuliert und Konzepte auf den Weg gebracht. Der
deutsche Wein soll wieder weltweit zum anerkannten Spitzenprodukt
aufsteigen.
    
    
ots Originaltext: DRV Deutscher Raiffeisenverband
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