Deutscher Raiffeisenverband

Zukunft der europäischen Milchpolitik: Vieles spricht für die Fortführung der Milchmengensteuerung

Bad Wildungen (ots) - Die Perspektiven für die Entwicklung der EU-Milchpolitik vor dem Hintergrund der WTO-Verhandlungen und der EU-Osterweiterung bildeten den Schwerpunkt auf der 7. Fachtagung für die genossenschaftliche Milchwirtschaft des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in Bad Wildungen. Als Resultat der laufenden WTO-Verhandlungen wird die Milchwirtschaft in der Europäischen Union voraussichtlich mit zusätzlichen Einfuhren konfrontiert werden. Gleichzeitig werden die mit Erstattungen gestützten Ausfuhren und die Interventionen sowie Beihilfen zurückgeführt. Das wird zu einer nochmaligen Ausweitung des Angebots an Milch und Milchprodukten innerhalb der EU führen. Dem steht ein erwarteter Nachfragezuwachs von einem Prozent jährlich gegenüber. "Vielen ist nicht bewusst, dass bereits in der Agenda 2000 für den Milchbereich Preissenkungen beschlossen wurden, die in Verbindung mit den voraussichtlichen Konsequenzen aus der WTO-Runde auf Basis der Interventionspreise zu Rohstoffpreisen von rd. 23 Euro/100 kg Milch führen werden", erklärte DRV-Präsident Manfred Nüssel. "Wir haben uns also mittelfristig auf sinkende Milchpreise einzustellen, die für die Milcherzeuger auch unter Berücksichtigung der vorgesehenen Direktzahlungen zu empfindlichen Einkommensbußen führen werden." Nüssel betonte vor 90 ehren- und hauptamtlichen Vertretern genossenschaftlicher Unternehmen, dass die Mengenbegrenzung in der EU einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität des Weltmilchmarktes leistet. Eine größere oder gar sprunghafte Ausdehnung der EU-Drittlandsexporte bei Wegfall der Quote würde die Erwartungen auf moderat steigende Weltmarktpreise zunichte machen. "Somit sprechen eine Reihe von wichtigen Argumenten für die Beibehaltung der Mengensteuerung", so Nüssel. Gleichzeitig forderte er, die bestehenden Probleme auf nationaler und europäischer Ebene umgehend zu lösen. "Wir brauchen aber mehr Flexibilität auf dem Milchmarkt, sowohl was die strukturelle Weiterentwicklung der Milcherzeugung angeht als auch die Reaktionsmöglichkeiten auf dynamische Marktentwicklungen. Bei steigender Nachfrage am Weltmarkt muss die EU ihre Absatzchancen konsequent nutzen können." Eine Absage erteilte Nüssel allen Bestrebungen, bereits mit dem Mid-Term-Review weiter gehende Änderungen des milchpolitischen Regelwerkes umzusetzen. Für die genossenschaftlichen Unternehmen ist es bei den anstehenden Weichenstellungen für den Zeitraum nach Ablauf der Agenda wichtig, dass sie nicht mit abrupten Änderungen der Milchpolitik konfrontiert werden. Mit Blick auf die EU-Osterweiterung betonte Nüssel, dass der DRV die politische Integration der Beitrittsländer grundsätzlich begrüßt und darin Chancen für die Erschließung neuer Absatzmärkte sieht. Es muss jedoch darauf gedrungen werden, dass die Mitgliedstaaten den EU-einheitlichen Besitzstand in Politik und Rechtsetzung übernehmen. Das gilt insbesondere für die strengen Vorschriften im Veterinär- und Hygienebereich. Nüssel unterstützt den Vorschlag der Europäischen Kommission bzgl. der Festlegung der künftigen Milch-Garantiemengen für die neuen Mitgliedsländer. Er erwartet, dass die geplante Quotenzuteilung keine gravierenden Marktveränderungen auslöst. ots Originaltext: DRV Deutscher Raiffeisenverband Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Pressekontakt: DRV-Pressestelle Adenauerallee 127, 53113 Bonn Telefon: 0228/106-367 Telefax: 0228/106-266 eMail: presse@drv.raiffeisen.de Internet: www.raiffeisen.de Original-Content von: Deutscher Raiffeisenverband, übermittelt durch news aktuell

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