Deutscher Raiffeisenverband

Q+S-Prüfzeichen vor der Markteinführung: Genossenschaftliche Vieh- und Fleischzentralen in den Startlöchern

    Berlin (ots) - Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) ist einer von
sechs Gesellschaftern der Qualität und Sicherheit GmbH, die im
Oktober 2001 gegründet wurde. Derzeit arbeiten die Gremien der
Gesellschaft mit Hochdruck an den organisatorischen und logistischen
Grundlagen, der Festlegung aller Kriterien und eines umfangreichen
Regelwerks. "Angesichts der breit gefächerten Diskussion um
Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz ist das Q+S-System ein
wegweisender Schritt. Alle beteiligten Stufen - von der Erzeugung bis
zum Lebensmitteleinzelhandel - stehen zu diesen Vereinbarungen. Sie
gewährleisten Sicherheit in der Produktion durch Dokumentation,
Kontrolle und Rückverfolgbarkeit. Das wird der Verbraucher honorieren
und die Fleischmärkte stabilisieren", so Manfred Nüssel, Präsident
des Deutschen Raiffeisenverbandes, bei der Bilanz-Pressekonferenz in
Berlin.
    
    Die Q+S-Kriterien sind von den einzelnen Produktionsstufen
weitgehend ausformuliert. Sie orientieren sich am gesetzlichen
Standard, gehen in ihren Kontroll- und Dokumentationspflichten aber
deutlich darüber hinaus. Systemverträge und Regeln für die
lückenlosen Kontrollen stehen unmittelbar vor der Fertigstellung.
    
    Seit Jahren ist die genossenschaftliche Vieh- und
Fleischwirtschaft führend mit Markenprogrammen, die den Kriterien der
Q+S-Gesellschaft weitgehend entsprechen. Deshalb sind die
Genossenschaften kurzfristig in der Lage, Q+S-fähige Ware auf den
Markt zu bringen. "Unsere genossenschaftlichen Vieh- und
Fleischzentralen stehen in den Startlöchern. Zu Beginn des zweiten
Quartals werden sie etwa 400.000 Rinder und über 3 Millionen
Schweine, die nach den strengen Q+S-Regeln erzeugt wurden,
vermarkten. Das Q+S-System kann aber erst durchstarten, wenn das
Regelwerk komplett verabschiedet ist, alle Systemteilnehmer sowie
Kontrollinstitute auditiert sind und die Q+S-fähige Ware,
kontrolliert nach den festgelegten Kriterien, verfügbar ist."
    
    Der DRV-Präsident wandte sich ausdrücklich gegen jede staatliche
Einmischung. "Das neue Prüfsystem ist und bleibt eine Initiative der
Wirtschaft. Sie hat die einheitlichen Vorgaben entwickelt und wird
auch deren Einhaltung strikt überwachen." Die Forderung, den Einsatz
gentechnikfreier Futtermittel zu garantieren, bezeichnete Nüssel als
völlig weltfremd. Sie geht an den praktischen Gegebenheiten und
Möglichkeiten vorbei.
    
    Gesundheitlichen Verbraucherschutz begrüßt
    
    Nüssel begrüßte die Schaffung des Bundesamtes für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das eine stärkere
Koordinierung der Bundesländer bei ihren Verbraucherschutzaufgaben
gewährleisten soll. "Die Genossenschaften bauen überregionale
Wertschöpfungsketten auf. Einzelne Unternehmen verfügen über
Standorte in mehreren Bundesländern. Vor diesem Hintergrund sind
unterschiedliche Standards, Kontrollinstrumente u. a. m. nicht mehr
zeitgemäß. Der Föderalismus - das haben auch die jüngsten Probleme
mit BSE-Testlabors gezeigt - hat sich als nicht krisenfest erwiesen",
so Nüssel.
    
    Verbraucherinformationsgesetz - Gefahr des Missbrauchs
    
    Kritisch bewertete der DRV-Präsident den von der Bundesregierung
vorgelegten Entwurf eines Verbraucherinformationsgesetzes. Die
geplante Weitergabe von Informationen darf nicht zu Lasten der
Wirtschaft gehen. Insbesondere Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse
müssen weitreichend geschützt werden. "Die erweiterten
Informationsmöglichkeiten dürfen die Grundrechte der Unternehmen
nicht einschränken", so Nüssel. Die Gefahr des Missbrauchs durch
Wettbewerber, Medien u. a. m. muss ausgeschlossen werden. Angesichts
der ausgeprägten Handelsverflechtungen im Binnenmarkt sprach sich der
DRV-Präsident für einheitliche Regelungen zur Verbraucherinformation
auf EU-Ebene aus.
    
    
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