Deutscher Raiffeisenverband

Qualität und Sicherheit aus Sicht der Genossenschaften
Nüssel: Dem Verbund von Erzeugern und Vermarktern gehört die Zukunft

    Lahnstein (ots) - "Die nach langwierigen Verhandlungen gegründete
"Qualität und Sicherheit GmbH" schafft erfolgversprechende
Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit aller Produktions- und
Vermarktungsstufen. Kernstück ist die durchgängige Anwendung der
Prüfkriterien und ihre lückenlose Überprüfung auf allen beteiligten
Stufen bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Diese Verzahnung
ist somit einzigartig in Europa. Der enge Verbund zwischen
Erzeugergemeinschaften sowie Schlacht- und Vermarktungsunternehmen
nimmt eine Schlüsselrolle ein und gewährleistet die effiziente
Umsetzung. Die Genossenschaften sind bestens geeignet, die Aufgaben
des Integrators und Koordinators zu übernehmen", erläuterte Manfred
Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der
13. Lahnsteiner Fachtagung für die genossenschaftliche Vieh- und
Fleischwirtschaft. Er erwartet, dass über das Prüfzeichen ein
erheblicher Teil des deutschen Fleischmarktes abgedeckt wird.
    
    Das Prüfzeichen soll - zunächst für das Segment Fleisch -
qualitäts- und sicherheitsorientierten Produkten den Zugang zu den
Ladentheken des LEH sichern. Sowohl die System- und Kontrollkosten
als auch der Verwaltungsaufwand der Qualität und Sicherheit GmbH
erzwingen eine weitere Bündelung, um wirtschaftlich arbeiten zu
können. Nüssel drängt auf praxistaugliche Kontrollkonzepte. "Die
bisher in diesem Bereich tätigen, anerkannten und akkreditierten
Organisationen sollten Zutritt zum Kontrollpool erhalten. Zudem
müssen Details wie die Verträge der Systemteilnehmer, die
Lizenzgebühren, die Bedingungen für die Zeichenvergabe zügig
festgelegt werden", so der DRV-Präsident. Auch Prüfpläne, die die
allgemeinen Kriterien der "Q- und S-Charta" präzisieren und ergänzen,
stehen noch aus.
    
    "Wir streben eine klare Trennlinie zum Ökosiegel des
Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft an, das weniger auf objektiven Qualitäts- oder
Sicherheitskriterien als vielmehr auf weltanschaulichen Anforderungen
basiert. Das Q- und S-Prüfzeichen ist und bleibt eine Initiative der
Wirtschaft. Von der Politik erwarten wir, dass sie die Führungsrolle
der Wirtschaft im Rahmen dieses Systems akzeptiert", erläuterte
Nüssel.
    
    Wertschöpfungsketten ausbauen
    
    "Durch den Ausbau vertraglicher Bindungen zwischen Erzeugern und
Vermarktern können Kosten deutlich gesenkt und der wirtschaftliche
Nutzen für alle Beteiligten erhöht werden. Der unverzichtbare
Wettbewerb zwischen den Vermarktern wird mittlerweile auf einer
anderen Ebene ausgetragen. Die Milchwirtschaft zeigt z. B., dass auch
mit engeren Bindungen zwischen Erzeugern und Vermarktern weiterhin
Wettbewerb stattfindet. Über den Tagespreis hinaus muss die gesamte
Vermarktungsleistung, d. h. sämtliche Jahresvergütungen und
Bonuszahlungen sowie die Nachhaltigkeit des Marktzuganges und der
Marktposition für die Mitglieder bewertet werden. Ansätze dafür sind
Pool-Preise und zeitraumbezogene Abrechnungsmodelle. Auch hier sind
die genossenschaftlichen Unternehmen führend", erklärte der
DRV-Präsident.
    
    "Lieferpflichten, Sicherung der Eigenkapitalbasis, Mehrstimmrecht
und Qualifikation der ehrenamtlichen Führungskräfte, das sind die
Eckpunkte für die erfolgreiche Weiterentwicklung der
genossenschaftlichen Unternehmen. Sie bilden den Rahmen für den
Ausbau leistungsfähiger Wertschöpfungsketten", so Nüssel bei der
Lahnsteiner Fachtagung.
    
    
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