Deutscher Raiffeisenverband

Vermarktung der Getreideernte stellt hohe Anforderungen: Raiffeisen-Genossenschaften erwarten rund 47 Mio. t

    Bonn (ots) - Eine Rekordernte von 47 Mio. t (Vorjahr: 45,5 Mio. t)
erwartet der Deutsche Raiffeisenverband (DRV). Laut einer Erhebung
sind die genossenschaftlichen Unternehmen mit dem Ernteverlauf und
-ergebnis - von regionalen Abweichungen abgesehen - zufrieden. Höhere
Durchschnittserträge, Erntedruck in den Schönwetterperioden und ein
sehr breites Qualitätsspektrum stellten in diesem Jahr besonders hohe
Anforderungen an die Getreideerfassung.
    
    Da die Genossenschaften flächendeckend tätig sind und über
schlagkräftige Erfassungseinrichtungen verfügen, waren sie in der
Lage, innerhalb kürzester Zeit die größere Getreide- und
Ölsaatenmenge aufzunehmen. Diese beachtliche logistische Leistung
gewährleisten die Raiffeisen-Genossenschaften u. a. durch
kontinuierliche Investitionen in ihre Lagertechnik. Kostentreibend
sind dabei die zunehmend verschärften Umweltvorschriften, wie z. B.
die kürzlich von der Bundesregierung vorgelegte Verschärfung der
TA-Luft. "Mit der Ernte des Getreides allein ist es nicht getan," so
DRV-Präsident Manfred Nüssel. "Wir haben es schließlich mit einem
Nahrungsmittel zu tun. Die einwandfreie Aufbereitung des Getreides
umfasst auch die Reinigung, Trocknung und Kühlung sowie die
Zusammenfassung zu homogenen Handelspartien."
    
    Ein wichtiger Parameter der Konkurrenzfähigkeit des deutschen
Getreides ist neben dem Preis die Qualität. Die Anforderungen an die
Verarbeitung von Getreide für die menschliche und tierische Ernährung
differenzieren sich zunehmend. Sie sind nur zu erfüllen unter
Ausschöpfung aller Möglichkeiten der modernen Anbautechnologie.
    
    "Unsere Anbauberatung, beginnend beim zertifizierten Saatgut, und
unsere Dienstleistungen rund um Pflanzenschutz und umweltgerechten
Düngemitteleinsatz zahlen sich für Erzeuger und Verbraucher aus", so
Nüssel. Er erwartet, dass der Anteil der Vertragsproduktion in
Deutschland weiter steigt. Denn nur über die enge Zusammenarbeit der
Erzeuger mit den Vermarktern kann die Nachfrage im In- und Ausland
optimal bedient werden.
    
    Nach den weiteren Getreidepreissenkungen im Rahmen der Agenda 2000
bewegt sich das EU-Preisniveau in Richtung Weltmarktpreis. Da die
deutsche Getreideernte den Verbrauch um fast 30 % übersteigt,
unterliegt die Vermarktung einem sehr intensiven Wettbewerb auf den
europäischen und internationalen Märkten.
    
    In der Europäischen Union werden in diesem Jahr 14 Mio. t (- 6 %)
weniger Getreide geerntet als 2000. Es wird mit einer Gesamtmenge von
nur 199 Mio. t gerechnet. Auch auf dem Weltgetreidemarkt zeichnet
sich ein knapperes Angebot ab, da der Verbrauch schneller steigt als
die Produktion. Das rückläufige Weltweizenaufkommen ist größtenteils
auf Ernteausfälle in wichtigen Anbauländern zurückzuführen.
    
ots Originaltext: Deutscher Raiffeisenverband e.V.
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