Deutscher Raiffeisenverband

Rindfleischetikettierung bringt zusätzliche Kosten
Bisheriges freiwilliges Verfahren hat sich bewährt

Bonn (ots) - Unter Leitung von Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes e. V. (DRV), haben sich die Unternehmens-Chefs der großen deutschen Rinderschlachtunternehmen, die insgesamt mehr als die Hälfte des deutschen Marktes repräsentieren, gegen die erneute Kostenbelastung durch die Rindfleischetikettierung, die zum 1. September 2000 in Kraft treten soll, geäußert. Die Konsumenten, so Nüssel, sind nicht bereit, diese Mehraufwendungen zu honorieren. Die bisherige Etikettierung hat sich weitgehend durchgesetzt und bewährt. Jedem Abnehmer ist es heute möglich, herkunftsetikettiertes frisches Rindfleisch zu kaufen. Daher besteht kein Anlass, das bisherige Verfahren zu ändern. Wenn aus politischen Gründen eine "Zwangsetikettierung" für erforderlich gehalten wird, muss nach Auffassung der Gesprächsteilnehmer alles getan werden, damit die obligatorischen Elemente der künftigen Etikettierung ebenfalls von den staatlich anerkannten Etikettierungssystemen wie beispielsweise ORGAINVENT kontrolliert werden. Kein Verständnis hat Nüssel dafür, dass die erst vor kurzer Zeit von den Schlachtunternehmen gegründeten Gesellschaften diese Aufgabe nicht übernehmen sollen. Das würde die Kosten zusätzlich enorm erhöhen. Die in Deutschland notwendigen staatlichen Überwachungsinstitutionen müssten aber erst geschaffen werden. Die Rinderschlachtunternehmen plädieren dafür, dass die obligatorische Herkunftsangabe auf den Etiketten nicht ausschließlich auf das Mitgliedsland bezogen sein sollte, sondern, wie von der EU-Kommission vorgesehen, auch alternativ die Nennung "EG" möglich sein muss. Dann bleibt die Entscheidung über die Größe des Herkunftsraumes den Nachfragern und damit dem Markt überlassen. Nüssel erklärte, dass erhebliche Mengen deutschen Rindfleisches in anderen Ländern zum Verkauf angeboten werden müssen. Heimische Produkte haben auch dort eine Vorzugsstellung. Selbstverständlich ist bei der von den deutschen Schlachtunternehmen befürworteten Regelung sichergestellt, dass die Herkunft wie bisher in Deutschland entsprechend ausgewiesen wird. Nach Auskunft des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sind nur 37 % der Konsummengen an Rindfleisch von der obligatorischen Herkunftskennzeichnung betroffen. Somit relativieren sich die Auswirkungen der vorgesehenen Maßnahmen. Auch deshalb sollten die deutschen Rinderschlachtunternehmen nicht zusätzlich mit behördlich festgelegten Kosten belastet werden. ots Originaltext: DRV Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Pressekontakt: DRV-Pressestelle Adenauerallee 127, 53113 Bonn Tel.: 0228/106-367 Fax: 0228/106-266 E-Mail: presse@drv.raiffeisen.de Internet: http://www.raiffeisen.de Original-Content von: Deutscher Raiffeisenverband, übermittelt durch news aktuell

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