Deutscher Raiffeisenverband

Zukünftige Vermarktungsformen in der Vieh- und Fleischwirtschaft
Kosten senken und mehr Wertschöpfungstiefe erreichen

    Bitburg/Bonn (ots) - "Die genossenschaftliche Vieh- und
Fleischwirtschaft, die ursprünglich mit Nutztieren gehandelt und den
Landwirten die Schlachttiere abgenommen hat, hat sich längst zum
modernen Dienstleister entwickelt. Die Rohware wird in immer tieferer
Wertschöpfungskette veredelt und vermarktet. Diese verstärkten
Anstrengungen in der Organisation arbeitsteiliger Nutzviehhaltung, in
der Zerlegung von Schlachthälften, in der Fleischverarbeitung und
Convenience-Produktion zeigen den Weg auf, den wir konsequent
weitergehen müssen", erklärte der Präsident des Deutschen
Raiffeisenverbandes e. V. (DRV), Manfred Nüssel, vor über 300
Landwirten beim Siebten Vieh- und Fleischtag Rheinland-Pfalz am 27.
Januar 2000 in Bitburg.
    
    Nüssel betonte, dass diese Fortschritte von den Vermarktern und
den Landwirten gemeinsam erbracht werden müssen. Er forderte von den
Genossenschaftsmitgliedern mehr Bindungsbereitschaft und mehr
Engagement in Richtung vertikale Integration. "Nur so können wir dem
hochkonzentrierten Lebensmitteleinzelhandel Paroli bieten. Durch
solche strategischen Allianzen von der Erfassung des Rohstoffs bis
zur Herstellung und Vermarktung von Lebensmitteln haben die Vieh- und
Fleischgenossenschaften eine Chance, bessere Erlöse zu erzielen", so
Nüssel.
    
    Der Präsident bezeichnete die Genossenschaften als verlässliche
Partner der leistungsfähigen Erzeugerbetriebe, die es in vielfältiger
Weise zu fördern gilt. Für diese Partnerschaft ist entscheidend, dass
Nutz- und Schlachttiere nach gleichen Standards erzeugt werden, damit
die Unternehmen einen einheitlichen Rohstoff erhalten, den sie
wiederum in großen Partien mit hoher Qualität dem Lebensmittelhandel
anbieten. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Genossenschaften ein
anerkannter und attraktiver Lieferant der Fleischwarenindustrie und
des Lebensmittelhandels bleiben.
    
    Mit großer Sorge betrachtet der DRV-Präsident die weitere
Bürokratisierung der Rindfleischmärkte. Exemplarisch für diese
Entwicklung nannte er die Etikettierung von Rindfleisch, die er
grundsätzlich begrüßt. "Wer etikettiert, muss sich an gemeinsame
Regeln halten und sollte den Nachweis für seine Angaben führen
können, so wie das in Deutschland bewährte, freiwillige Praxis ist."
    
    Nüssel wandte sich jedoch entschieden dagegen, dass staatliche
Stellen beauftragt werden sollen, dies auf allen Stufen der
Vermarktung - und das europaweit - mit Amtsgewalt durchzusetzen. "Es
ist ein Trugschluss zu meinen, der Staat könne alles und
insbesondere, er könne alles besser machen", so der DRV-Präsident.
Die Wirtschaft soll stattdessen die Etikettierung und den
Herkunftsnachweis in Eigenverantwortung regeln.
    
    Die Zukunft der deutschen Fleischwirtschaft beurteilte Nüssel
optimistisch. Allen Unkenrufen zum Trotz hat der Fleischkonsum in
Deutschland und seinen Nachbarländern ein beachtliches Niveau
erreicht. Der DRV-Präsident sieht gute Chancen, den Verbrauch
langfristig zu stabilisieren. Voraussetzung dafür sind weiterhin
qualitativ hochwertige Produkte mit einem lückenlosen
Herkunftsnachweis.
    
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