Deutscher Raiffeisenverband

Fachtagung für die genossenschaftliche Milchwirtschaft: Preisentwicklung bietet Erzeugern positive Perspektiven

    Berlin (ots) - Die weltweit steigende Nachfrage nach Milch und Milchprodukten hat eine Trendwende am Milchmarkt bewirkt. Nach anhaltenden und für die Milcherzeuger wirtschaftlich schmerzhaften Preisrückgängen, bieten sich nun für die Milchproduktion wieder positive Perspektiven. "Tatsache ist, dass die Molkereigenossenschaften die am Markt erreichten verbesserten Erlöse an ihre Mitglieder weitergeben. Die Mitglieder unserer Molkereigenossenschaften können, so wie sich die Marktlage derzeit darstellt, auch in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Auszahlungspreisen rechnen", erklärte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der 9. Fachtagung für die genossenschaftliche Milchwirtschaft in Berlin.

    Vor ehren- und hauptamtlichen Vertretern genossenschaftlicher   Unternehmen führte Nüssel aus, dass derzeit die Verlockung für die Erzeuger zugenommen hat, Milch zu kurzfristig besseren Konditionen abzusetzen. Dabei wird der Wert langfristiger Lieferbeziehungen zur eigenen Molkereigenossenschaft unterschätzt. "Wenn Erzeuger die Lieferbeziehung zu ihrer Genossenschaft gelöst haben, um das Marktabenteuer zu suchen, und ihre Erwartungen enttäuscht werden, dann kann den Molkereigenossenschaften jedenfalls nicht die Aufgabe zukommen, sie wieder aufzufangen", so Nüssel.

    In Teilbereichen des Marktes derzeit erkennbare Symptome der Überhitzung können nicht Richtschnur langfristiger unternehmerischer und strategischer Entscheidungen sein. Der DRV-Präsident sprach sich stattdessen für die Festigung der Bindungen im gegenseitigen Interesse der Mitglieder und der Unternehmen als Gebot der Stunde aus. Entscheidend für eine gute wirtschaftliche Perspektive der Milchwirtschaft und damit für die Einkommen der Milcherzeuger sind wettbewerbsfähige Strukturen in der Milcherfassung, -verarbeitung und -vermarktung. Diese dürfen nicht durch kurzfristiges Denken und Handeln in Frage gestellt werden.

    Nüssel wiederholte seine Forderung, dass mit der 2008 geplanten Überprüfung der gemeinsamen Agrarpolitik ein klares Votum für das Auslaufen der Milchquotenregelung im Jahr 2015 gesetzt werden muss. Die Grundsatzentscheidung über die Zukunft der Milchquote darf nicht isoliert getroffen werden. Vielmehr muss die Politik die internationalen, europäischen und nationalen Entwicklungen genau im Blick behalten. Deshalb warnte er davor, im Zuge der WTO-Verhandlungen den EU-Außenschutz leichtfertig aufs Spiel zu setzen. "Auch unter dem Eindruck der aktuell positiven Entwicklungen am Weltmarkt und am EU-Binnenmarkt dürfen die Brüsseler Verhandlungsführer keine weiteren Zugeständnisse beim Außenschutz machen", betonte Manfred Nüssel in Berlin.

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