Grundschulbildung für die Ärmsten machbar - aber gefährdet
Trotz sichtbarer Erfolge Finanzierungslücke bei der Fast Track Initiative
Berlin (ots) - Heute endet das Weltbildungsforum der Vereinten Nationen in Dakar. Noch immer gehen 80 Millionen Kinder nicht zur Schule, obwohl 189 Staaten im Jahr 2000 als eines von acht Zielen formuliert hatten, dass bis 2015 jedes Kind der Welt eine Grundschulbildung erhält.
Politische Konzepte gibt es. Eines ist die Fast Track Initiative (FTI): Entwicklungsländer legen überprüfbare nationale Bildungspläne und -budgets vor. Im Gegenzug verpflichten sich die Industriestaaten zu koordinierter finanzieller und technischer Unterstützung. Das Konzept ist erfolgreich. 12 Millionen Kinder sind in den FTI-Staaten zwischen 2000 und 2005 zusätzlich eingeschult worden. Eine Erhöhung um 26 Prozent in fünf Jahren. Doch die zugesagte Hilfe der Industriestaaten bleibt unzureichend.
"Bildung für alle Kinder auf der Welt ist ein erreichbares Ziel. Die armen Länder tun vieles dafür, aber die reichen Länder halten ihre Versprechen nicht", sagt Tobias Kahler, Direktor von DATA Deutschland. Mehr als 70 Prozent der Finanzierung haben die FTI-Staaten aus Eigenmitteln geleistet. Die übrigen, von den Gebern versprochen Mittel, werden jedoch nicht schnell genug bereitgestellt. Die FTI steht 2008 daher vor einer Finanzierungslücke in Höhe von insgesamt 1 Milliarde US-Dollar.
Erfreulicherweise hat Deutschland seinen Anteil für 2007 zugesagt. Aber für die kommenden Jahre ist das deutsche Engagement offen. "Die Länder brauchen verlässliche Zusagen. Man kann nicht ein Kind zur Schule schicken und im Jahr darauf diskutieren, ob man das weiter finanziert", so Kahler.
DATA (Debt AIDS Trade Africa) macht sich weltweit für die Interessen Afrikas stark. Der jährliche DATA-Bericht untersucht die Fortschritte der G8-Staaten bei der Umsetzung ihrer Versprechen für unseren Nachbarkontinent. Die Organisation arbeitet eng mit Bono und Bob Geldof zusammen.
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