TK Techniker Krankenkasse

TK: Vertriebswege für Arzneimittel erweitern

Hamburg (ots) - Der Arzneimittelversandhandel und online-Bestellmöglichkeiten über das Internet sollten nach Auffassung der Techniker Krankenkasse (TK) vorbehaltlos und ideologiefrei diskutiert werden. Im Mittelpunkt müssten Sicherheit und Nutzen für die Patienten stehen. "Technische Möglichkeiten entwickeln sich weiter, und die Bedürfnisse der Menschen ändern sich ebenfalls. Das kann auch an den Vertriebswegen für Medikamente nicht spurlos vorüber gehen", sagte Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes. Es dürfe nicht darum gehen, Vertriebswege zu versperren; entscheidend sei vielmehr, sie so zu organisieren, dass Sicherheit und Qualität gewährleistet sind. "Ein Wildwuchs in diesem Bereich wäre wesentlich gefährlicher als eine kontrollierte und an hohe Qualitätsanfoderungen geknüpfte Ermöglichung." Schon heute könne man ungehindert Medikamente über das Internet bestellen - vielfach ohne Rezept, mit intransparenter Herkunft, ohne Möglichkeit zur Rücksprache und in entsprechend schlechter Qualität. "Das ist die Realität, und dem darf man nicht tatenlos zusehen", so Klusen. "Es muss darum gehen, die Menschen so gut wie möglich vor 'Hinterhof-Garagen' zu schützen, eine hohe Qualität zu schaffen und damit die Spreu vom Weizen zu trennen." Wer wisse, wo entsprechende Qualitätsstandards eingehalten werden, lasse auch eher die Finger von dubiosen Quellen. Außerdem komme es längst nicht für jeden Patienten in Frage, Medikamente auf dem Versandweg zu beziehen. Wenn aber die Präferenz da sei, sollte man ihr auch entsprechen können. Die TK plädiert dafür, einen EU-weit gültigen Standard für die personelle, räumliche und technische Ausstattung von Apotheken festzulegen, die Arzneimittel versenden. Ein solcher Standard müsste mindestens folgende Anforderungen beinhalten: - Die Versandapotheke muss von einem Apotheker geleitet werden. - Das Zusammenstellen der Medikamente muss unter Aufsicht eines Apothekers geschehen. Er muss auch die Endkontrolle durchführen. - Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nur nach Vorlage einer ärztlichen Verordnung geliefert werden. - Die in den bestellten Arzneimitteln enthaltenen Wirkstoffe müssen in dem Land, in dem der Verbraucher lebt, zugelassen sein. - Die Beipackzettel müssen in der Landessprache des Wohnsitzes des Patienten abgefasst sein und alle Angaben enthalten, die in diesem Land vorgeschrieben und üblich sind. - Der Patient muss die Möglichkeit haben, bei der Bestellung Angaben zu Krankheiten und anderen eingenommenen Medikamenten zu machen, um mögliche Wechselwirkungen und Gegenanzeigen identifizieren zu können. - Der Name des Patienten und die Dosierung müssen auf dem Medikament vermerkt werden. - Die Auslieferung am Wohnsitz des Patienten darf nur gegen Unterschrift erfolgen, um eine Abgabe an Kinder zu verhindern. - Es müssen regelmäßige Lagerkontrollen durch pharmazeutisches Personal durchgeführt und dokumentiert werden. - Die Apotheke muss regelmäßig, mindestens jedoch einmal im Jahr, von einer unabhängigen oder staatlichen Institution kontrolliert werden. - Es muss rund um die Uhr ein Apotheker erreichbar sein, der Fragen beantworten und die Patienten beraten kann. - Der Datenschutz muss gewährleistet sein. Die TK ist mit 3,3 Millionen Mitgliedern und 5,3 Millionen Versicherten eine der größten Krankenkassen in Deutschland. ots Originaltext: TK Techniker Krankenkasse Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: Dorothee Meusch Pressesprecherin Tel: 040/6909-1783 Fax: 040/6909-1353 E-Mail: Dorothee.Meusch@TK-online.de Original-Content von: TK Techniker Krankenkasse, übermittelt durch news aktuell

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