TK Techniker Krankenkasse

GKV-Forum: Mehr Gestaltungsfreiheit statt Umverteilung

München (ots) - Das "Forum für Solidarität und Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung" (GKV-Forum) hat sich heute in München zur geplanten Reform des Risikostrukturausgleichs (RSA) geäußert. Das GKV-Forum begrüßte die im Kompromiss vereinbarte Gleichstellung von freiwillig Versicherten und Pflichtversicherten bei einem Wechsel der Krankenversicherung. Besonders kritisch setzte sich das GKV-Forum mit den mittel- und langfristig geplanten Korrekturen im RSA auseinander. Der geplante Risikopool mit der willkürlich gewählten Einstiegsgrenze von 40.000 DM und einem Selbstbehalt von 40 Prozent ist abzulehnen. Er nehme jeglichen Anreiz zum wirtschaftlichen Handeln. Ein "echter" Hochrisikopool für den Kostenausgleich besonders teurer Leistungsfälle im Sinne einer Rückversicherung werde aber akzeptiert. Der Chronikerpool sei gut gemeint, das im Lauterbach/Wille-Gutachten vorgeschlagene mehrstufige Melde- und Kontrollverfahren sei aber extrem verwaltungsaufwendig und kostentreibend. Gleichzeitig könnten Manipulationen bei den Datenmeldungen nicht zuverlässig ausgeschlossen werden. "Auf absehbare Zeit werden die Versicherten kaum Vorteile von solchen Disease-Management-Programmen zu erwarten haben", so Hans Wehrberger, der Vorstandsvorsitzende der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), als BKK-Sprecher des Forums. Besonders kritisierte der Vorsitzende des Vorstandes der Techniker Krankenkasse (TK), Prof. Dr. Norbert Klusen, die Umwandlung des RSA in einen Ausgabenausgleich ab dem Jahr 2007. Klusen: "Sollte sich der RSA unter dem Deckmantel der Solidarität künftig an der Morbidität orientieren, ist die Grenze der Belastbarkeit für wirtschaftlich arbeitende Kassen überschritten." Neben den erheblichen Problemen bei der Schaffung einer validen Datengrundlage, die als Basis für Milliardentransfers dienen soll, seien die unerwünschten Anreizwirkungen offensichtlich. "Dieser Weg führt geradewegs in die Einheitsversicherung", so der TK-Vorstandsvorsitzende. Das GKV-Forum appellierte an die Politik, nun die richtigen Weichen für eine stetige Verbesserung und Erneuerung des Systems zu stellen. Kürzlich angestellte Überlegungen, z.B. Zusatzversicherungen und Wahltarife zu ermöglichen, seien ein erster Schritt in die richtige Richtung. Weiterhin sollten die Vertragsbeziehungen zu den Leistungserbringern auf eine neue Basis gestellt werden. Bestehende Monopole sollten beseitigt werden und Kassen mehr Vertragsrechte erhalten. Dazu gehöre auch, dass die aktuellen Verwerfungen im Vergütungssystem der Ärzte beseitigt werden. Wehrberger: "Eine Neuberechnung der ärztlichen Vergütung muss kurzfristig auf realistische Art und Weise vorgenommen werden." Das GKV-Forum ist eine Kooperation von zwei Ersatzkassen und 15 Betriebskrankenkassen. Es spricht sich im Interesse der Versicherten und Patienten für die wettbewerbliche Weiterentwicklung der solidarischen Krankenversicherung aus. Das 10-Punkte-Programm des Forums ist unter www.gkv-forum.de online abrufbar. ots Originaltext: Techniker Krankenkasse Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Dorothee Becker, Pressesprecherin Tel.: 040 - 6909 - 1783 Fax: 040 - 6909 - 1353, E-mail: Dorothee.Becker@TK-online.de Original-Content von: TK Techniker Krankenkasse, übermittelt durch news aktuell

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