TK Techniker Krankenkasse

"Forum für Solidarität und Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung" in Berlin vorgestellt
Plädoyer für mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen

Berlin (ots) - Eine bislang einmalige Kooperation hat sich am Montag in Berlin vorgestellt: Zwei Ersatzkassen und 15 Betriebskrankenkassen haben sich im "Forum für Solidarität und Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung" (GKV-Forum) zusammengeschlossen. Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse (TK), erläuterte die Beweggründe für diese Initiative: "Wir wollen gezielt Akzente setzen für die wettbewerbliche Weiterentwicklung des Gesundheitswesens. Weder eine größere Staatsnähe noch das Weitermachen wie bisher werden zum Erfolg führen. Was wir brauchen, sind Brückenköpfe in die Zukunft, denn es geht um die langfristige Sicherheit der solidarischen Krankenversicherung. Wettbewerb und Solidarität sind kein Widerspruch." Im GKV-Forum hätten sich Partner zusammengefunden, die zwar miteinander im Wettbewerb stehen, gemeinsame Positionen aber dennoch gemeinsam vertreten. "Es dient der Sache, dass man auch über Verbandsgrenzen hinweg kooperiert", so Klusen weiter. Gemeinsame Interessenlagen würden nicht zwangsläufig dadurch definiert, dass man der gleichen Kassenart oder dem gleichen Verband angehöre. Hans Wehrberger, Vorstandsvorsitzender der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), stellte die inhaltlichen Schwerpunkte des Forums vor. "Uns geht es im Kern darum, dass der wettbewerbliche Weg weiter gegangen wird, denn er ist die Voraussetzung für die stetige Verbesserung und Erneuerung des Systems. Dazu müssen die Strukturen insgesamt flexibler werden, die Versicherten müssen mehr Wahlrechte bekommen, und die Umverteilung muss zurückgeführt werden. Letztlich brauchen wir eine Politik der Ermöglichung anstelle einer Politik der Detailregelungen." Wehrberger kritisierte, dass sich die Diskussion bislang zu sehr an den Interessen von Institutionen und zu wenig am Schutz der Menschen orientiert. "Das Gesundheitswesen und die gesetzliche Krankenversicherung sind aber für die Menschen da und nicht umgekehrt." Klusen und Wehrberger betonten, dass das GKV-Forum Impulse geben will für eine sachliche Diskussion um Perspektiven und erforderliche Veränderungen. Die am Forum beteiligten Kassen hatten zuvor das folgende 10-Punkte-Programm verabschiedet: "Das Forum setzt sich im Interesse der Versicherten für die wettbewerbliche Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung ein, tritt dafür ein, dem Schutz von Menschen einen höheren Stellenwert einzuräumen als dem Schutz von Institutionen, plädiert für mehr Flexibilität im Vertragsbereich im Sinne eines qualitätsgeleiteten Wettbewerbs, spricht sich für erweiterte Wahlmöglichkeiten der Versicherten aus, fordert den Abbau des Risikostrukturausgleichs, setzt sich für das Recht der Krankenkassen auf eine umfassende Information der Versicherten ein, fordert eine konsistente Aufsichtspraxis, um bestehende Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, verwahrt sich gegen finanzielle Verschiebebahnhöfe zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung, plädiert für eine umfassende Berücksichtigung europäischer Entwicklungen bei nationalen Reformbemühungen, fordert eine Politik der Ermöglichung anstelle einer Politik der Detailregelungen." Die im GKV-Forum zusammengeschlossenen Krankenkassen haben 4,7 Millionen Mitglieder und insgesamt 7,4 Millionen Versicherte. Die Beitragseinnahmen der Kassen beliefen sich 1999 auf über 30 Milliarden Mark, wovon rund 9,5 Milliarden Mark in den Risikostrukturausgleich (RSA) flossen. Damit kommt über die Hälfte der Unterstützungsleistungen zugunsten der AOKn von den Kassen des Forums. Seit Beginn des RSA im Jahr 1994 haben diese Kassen 42,8 Milliarden Mark in den RSA zahlen müssen. Beteiligt sind die Techniker Krankenkasse, die Handelskrankenkasse, die BKK der Allianz Gesellschaften, die BASF Betriebskrankenkasse, die Bayer Betriebskrankenkasse, die Bertelsmann BKK, die BKK BMW, die Bosch BKK, die DaimlerChrysler BKK, die BKK Deutsche Bank AG, die Ford Betriebskrankenkasse, die BKK Hoechst, die HypoVereinsbank BKK, die BKK Mercedes-Benz, die BKK Opel, die SEL Betriebskrankenkasse sowie die Siemens- Betriebskrankenkasse. Der Volltext des 10-Punkte-Programms ist unter www.gkv-forum.de online abrufbar. ots Originaltext: Techniker Krankenkasse Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Dorothee Becker, Pressesprecherin der Techniker Krankenkasse am 3. Juli unter 0172 - 401 7645 sonst unter 040 - 6909 1783 Hans Wehrberger, Vorstandsvorsitzender der Siemens-Betriebskrankenkasse 089 - 627 00 200 Original-Content von: TK Techniker Krankenkasse, übermittelt durch news aktuell

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