TK Techniker Krankenkasse

Wenn der Bohrer kreischt: Fast jeder Fünfte hat Angst vor dem Zahnarzt

Hamburg (ots) - Viele Menschen haben so große Angst vor dem Zahnarztbesuch, dass sie lieber leiden, als sich behandeln zu lassen. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hat fast jeder Fünfte in Deutschland Angst vor der zahnärztlichen Behandlung. Einer von Vieren fürchtet sich nur vor größeren Eingriffen des Zahnarztes. Immerhin 56 Prozent der Befragten gaben an, dass sie gar keine Angst vor dem Zahnarztstuhl haben.

Dazu Johannes Klüsener, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut bei der TK: "Eine gewisse Form von Angst oder Unbehagen vor dem Zahnarztbesuch ist ganz normal. Völlig entspannt auf dem Behandlungsstuhl zu sitzen, erscheint eher ein übertriebener Anspruch an sich selbst. Wir haben gelernt, dass die Person in dem weißen Kittel mit Mundschutz zwar freundlich ist, es aber bei einer Zahnbehandlung auch einmal unangenehm bis schmerzhaft werden kann."

Diese Erfahrungen gekoppelt mit den Geräuschen, Gerüchen und anderen Merkmalen aus der Zahnarztpraxis reichen dann als Auslöser, um beim nächsten Besuch angespannt in den Zahnarzttermin zu gehen. Viele nehmen diese Veränderung nicht einmal als Angst wahr.

Bei einigen Menschen kann die Angst vor dem Zahnarzt aber auch extrem ausfallen. "Bei besonders starker Angst kann es beim Betreten der Praxis oder beim Platz nehmen im Zahnarztstuhl zu starkem Herzklopfen, Schwitzen, Zittern oder auch Muskelverkrampfungen kommen", so der TK-Experte weiter.

Als besonders furchteinflößend beim Zahnarztbesuch empfinden die Forsa-Befragten unter anderem:

   - das Bohren am Zahn (49 Prozent)
   - eine Wurzelbehandlung (47 Prozent)
   - das Ziehen eines Zahnes (45 Prozent)
   - den Schmerz während der Behandlung (42 Prozent)
   - das Spritzen der Narkose (31 Prozent)
   - den typischen Geruch der Zahnarztpraxis (13 Prozent) 

TK-Experte Johannes Klüsener: "Angstpatienten wissen, dass diese starke Form der Angst im Prinzip unbegründet ist, können sie aber nicht kontrollieren. Eine Entspannung setzt erst wieder ein, wenn sie die Zahnarztpraxis verlassen - sie der Situation entfliehen oder sie vermeiden. Somit zögern sie Termine immer weiter hinaus und gehen oft über Jahre nicht zum Zahnarzt. Selbst bei Zahnschmerzen oder schlechten Zähnen wagen sie den Gang in die Praxis nicht mehr." So ergab die Forsa-Umfrage auch, dass jeder siebte Bundesbürger aus Angst vor dem Zahnarzt schon einmal einen Behandlungstermin vor sich hergeschoben hat.

Methoden wie zum Beispiel Musik hören, Entspannungsverfahren oder Atemübungen helfen bei leichter Angst oder Unbehagen. "Bei starkem Angstempfinden lenken diese Methoden zwar kurzfristig ab, die Angst bleibt aber grundsätzlich erhalten; wer massiv unter seinen Ängsten leidet, sollte sich therapeutische Unterstützung suchen", so der TK-Experte.

Die starke Form der Angst kann mit wenigen verhaltenstherapeutischen Sitzungen sehr gut behandelt werden. "Allerdings kann sie nur abgebaut werden, indem man sich aktiv mit der Angst auseinander setzt - allein auf diesem Wege ist ein Umlernen hin zu einem stressfreieren Umgang mit der Situation möglich", so Klüsener.

Für die bevölkerungsrepräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen dem 1. und dem 9. Juli 2009 im Auftrag der TK 1.000 Personen telefonisch befragt.

Hinweis für die Redaktionen:

Weitere Presseinformationen rund um die Zahnputzgewohnheiten und das Zahnvorsorgeverhalten in Deutschland sowie Tipps zur richtigen Zahnpflege und zahngesunden Ernährung enthält der aktuelle TK-Medienservice "Zahngesundheit: Deutschland in den Mund geschaut", der mit Illustrationsvorschlägen unter www.presse.tk-online.de zur Verfügung steht.

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