Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Ökologisches Vorzeigeprojekt: Ministerin Hendricks legte Grundstein für den Neubau der Naturerbe-Tochter der DBU

Osnabrück (ots) - Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), legten heute symbolisch den Grundstein für den Neubau der DBU Naturerbe GmbH auf dem Stiftungsgelände in Osnabrück. Dabei betonte Hendricks, dass die Naturerbe-Tochter der DBU für fachliche, administrative und ökonomische Leistungsfähigkeit stehe.

Geschäftsstelle, Generalsekretär und Kuratorium hätten beim Nationalen Naturerbe auch den Mut bewiesen, neue Akzente zu setzen, neue Aufgaben zu übernehmen und neue Strukturen zu schaffen. Mit dem Bau des Gebäudes und seiner Bestimmung werde deutlich, wie nah Umwelt und Bau miteinander verbunden seien. Das energetisch vorbildliche Holzgebäude im Passivhausstandard mit einer Bruttogeschossfläche von rund 1.800 Quadratmetern soll neben seiner Funktion als Verwaltungsgebäude der DBU-Tochter künftig auch die DBU-eigenen Ausstellungen beherbergen. An Kosten sind rund sechs Millionen Euro veranschlagt.

Die Ministerin betonte, die DBU habe sich um die Sicherung des Nationalen Naturerbes in besonderem Maße verdient gemacht. Da alle Waldflächen in die natürliche Entwicklung überführt würden, entspreche das Schutzniveau dem von Nationalparken. Der Bund und die DBU trügen maßgeblich dazu bei, dass in Deutschland das Ziel erreicht werde, fünf Prozent der Waldfläche der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Mit den Aufträgen, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben von der DBU für Naturschutzmaßnahmen erhalte, würden insgesamt mehr als 100 Mitarbeiter der Bundesforsten in Vollzeit beschäftigt. Sie wünsche sich, dass die DBU auch in der dritten Tranche, mit der weitere Flächen für den Naturschutz gesichert werden sollen, wieder große Liegenschaften übernehme. Mit dem Neubau entstehe das dritte ökologische Vorzeigeprojekt der DBU auf dem stiftungseigenen Gelände, sagte Generalsekretär Bottermann. An den drei Gebäuden der DBU aus den Jahren 1995, 2002 und 2014 lasse sich die Entwicklung im energieeffizienten Bauen eindrucksvoll demonstrieren. Während das fast 20 Jahre alte Verwaltungsgebäude, das damals auch schon als Niedrigenergiegebäude konzipiert worden war, noch mit einem Energieverbrauch von 50 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter im Jahr berechnet worden sei, sei dieser sieben Jahre später beim Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) - ebenfalls ein Holzgebäude - bereits auf 30 kWh gesunken. Das neue Gebäude werde nur noch einen rechnerischen Energiebedarf von jährlich rund 15 kWh haben. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Heizenergiebedarf von Gebäuden in Deutschland liege zurzeit noch bei über 150 kWh. Die DBU setze darüber hinaus auch auf ökologische Baumaterialien. So werde überall dort wo es zulässig ist, Hanf als Dämmstoff eingesetzt.

Wer heute eine Vorstellung davon bekommen möchte, wie morgen gebaut werde, der müsse sich auf dem Gelände der DBU umschauen, so Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Als Passivhaus in Holzbauweise verspreche der Neubau eine hohe Aufenthaltsqualität. Zugleich entlaste er das ZUK und ermögliche eine größere Flexibilität. Unter bauökologischen und energetischen, aber auch finanziellen Gesichtspunkten werde auch dieses Gebäude vorbildlich sein. Seine Architektur gebe dem alten Motiv der Nachhaltigkeit einen neuen Raum.

Beim Material- und Technikkonzept setze die DBU wie schon beim ZUK erneut auf den nachwachsenden Rohstoff Holz, erläuterte Architekt Marcus Huber von METARAUM aus Stuttgart. Dieser sei kohlendioxidneutral, leicht verfügbar und mit geringem Aufwand zu bearbeiten und zu transportieren. Durch den Einsatz regenerativer Energien werde das Gebäude rechnerisch den Plusenergiestandard erreichen - es werde also sogar etwas mehr Energie gewonnen als von außen, etwa in Form von Gas oder Elektrizität, bezogen werden müsse. Für eine angenehme Raumluft sorge ein hybrides Lüftungskonzept. Sommerlichen Wärmeschutz böten elektrochrome Gläser und feststehende Holzlamellen. Für die Kälteerzeugung werde das Grundwasser aus einem vorhandenen Brunnen auf dem Grundstück verwendet, das nach der energetischen Nutzung der Gartenbewässerung diene.

Die Naturerbe-Tochter der DBU verantwortet mittlerweile rund die Hälfte der insgesamt 125.000 Hektar des "Nationalen Naturerbes". Ihre zentralen Aufgaben sind der Erhalt und die Pflege des Nationalen Naturerbes, das sie in gutem Zustand an folgende Generationen übergeben will. Damit trägt sie wesentlich zum angestrebten Ziel bei, offene Lebensräume mit seltenen Arten zu bewahren, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen sowie artenarme Forste zu naturnahen Wäldern und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufzuwerten oder zu erhalten. Das Bundeskabinett hat mit der Verabschiedung der "Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" 2007 deren existenzielle Bedeutung für das menschliche Leben betont. Außerdem wird das Ziel unterstützt, wertvolle Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

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