Friedensdorf International

Friedensdorf startet 58. Angola-Hilfseinsatz
Schwer verbrannter angolanischer Junge kehrt nach 6 Monaten gesund heim

Dinslaken (ots) - "Dia da Independência Nacional", so nennen die Angolaner einen der wichtigsten Tage im Jahr. Gemeint ist der angolanische Unabhängigkeitstag, der am 11. November in ganz Angola gefeiert wird. Die Frage, ob tatsächlich alle Bewohner des südwestafrikanischen Staates diesen Tag feiern können, ist nicht ganz abwegig. Es ist schon 40 Jahre her, seit die portugiesischen Besatzer das Land verlassen haben und doch herrscht immer noch große Armut. Ein kleiner Teil der Bevölkerung profitierte vom Wirtschaftsboom durch Bodenschätze wie Diamanten und Erdöl, aber ein Großteil lebt weiterhin unter katastrophalen Bedingungen. 70 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung und nur 40 % zu ausreichend reinem Trinkwasser. Jährlich sterben tausende Menschen an Krankheiten wie Durchfallerkrankungen oder Atemwegsentzündungen.

Mit diesen Tatsachen sieht sich auch das Friedensdorf-Einsatzteam konfrontiert, das sich seit dem 2. November in der Hauptstadt Angolas befindet, um den Charterflug von dort aus vorzubereiten. "Wir sehen hier weiterhin viele Kinder mit schlecht bis gar nicht versorgten Wunden. Diese Wunden stammen oft von schmerzhaften Knochenentzündungen oder Verbrennungen".

So auch bei dem kleinen Isaias.

Die Diagnose lautete: großflächige Verbrennungen an 70 % der Körperoberfläche mit offenen Wundflächen an 46 %. Bei einer Gasexplosion im Februar dieses Jahres hat sich der Junge schwer verletzt. Sein schlechter Ernährungs- und Allgemeinzustand verhinderten fast seine Chance auf Heilung in Deutschland. "Es musste sichergestellt sein, dass der Junge direkt in einem Krankenhaus unterkommt- er hätte nicht länger warten können", unterstreicht das Einsatzteam. Glücklicherweise kam tatsächlich die Zusage eines deutschen Krankenhauses, den Jungen direkt und kostenlos zu behandeln. Der Friedensdorf-Schützling musste auf einer Vakuummatratze transportiert werden, so schwer und schmerzhaft waren die Verletzungen.

Ein halbes Jahr später ist das Unglaubliche wahr geworden: Nach zahlreichen Operationen hat Isaias alles überstanden und darf zusammen mit weiteren genesenen Kindern mit dem Charterflug am 10.11.2015 zurück zu den sehnsüchtig wartenden Familien fliegen.

Im Charterflugzeug, das einmal mehr maßgeblich durch die "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks finanziert wird, befinden sich aber nicht nur genesene Kinder, sondern auch fast sechs Tonnen Hilfsgüter wie Brausetabletten, Gehhilfen, Verbandsverbandsmaterial und Bekleidung. Sie werden von den angolanischen Friedensdorf-Partnern "Kimbo Liombembwa" in Empfang genommen und zur Verbesserung der Versorgungslage vor Ort eingesetzt. Am 13.11.2015 werden die Crew der ukrainischen Fluggesellschaft Yanair und die Friedensdorf-Begleiter dann eine andere Kindergruppe nach Deutschland bringen. Mit den verletzten Jungen und Mädchen reisen große Hoffnungen, schnell gesund zu werden und eine zweite Chance auf ein eigenständiges Leben zu bekommen.

Blog zum Angola-Hilfseinsatz: http://friedensdorf-onlinereport.de/category/hilfseinsaetze/

Pressekontakt:

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Ricarda Kretschmann
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