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Gesundheitssysteme im Vergleich: IGES Institut und China Health Economics Institute kooperieren

Berlin (ots) - Das IGES Institut, eines der größten gesundheitswissenschaftlichen Institute in Deutschland, und das China Health Economics Institute (CHEI) haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Das CHEI ist eine nationale Agentur mit Sitz in Peking und wird vom chinesischen Gesundheitsministerium getragen. Es berät direkt die chinesische Regierung bei der Gestaltung des Gesundheitssystems.

"Die Reform des chinesischen Gesundheitswesens durchläuft derzeit eine Schlüsselphase. Ziel ist es, allen Chinesen den Zugang zu einer Krankenversicherung zu ermöglichen. CHEI sucht weltweit internationale Kooperationspartner. Das IGES Institut forscht bereits sehr lange über das deutsche Gesundheits- und Sozialwesen und verfügt über viel Erfahrung. Wir sind sicher, dass unsere Kooperation zum Ausbau und zur Entwicklung beider Gesundheitssysteme beitragen wird", sagte Professor Zhenzhong Zhang in Berlin.

"Die Kooperation zeigt, welche Anerkennung das deutsche Sozialsystem im Ausland genießt ", sagte IGES-Chef Professor Bertram Häussler. Die Zusammenarbeit mit einer der zentralen Reforminstitutionen im bevölkerungsreichsten Land der Erde ist für das IGES Institut eine ganz herausragende Aufgabe, von der beide Institutionen profitieren werden", sagte Häussler. Für deutsche Verhältnisse ungewohnt sei es, mit welcher Stringenz Reformen in China umgesetzt würden. So sei etwa innerhalb kürzester Zeit in sechs Provinzen für rund 300 Millionen Menschen erfolgreich eine Gesundheitskarte eingeführt worden.

Inhaltlich stehen bei der Kooperation vor allem Fragen der Krankenversicherung sowie der Regulierung der Arzneimittelversorgung im Vordergrund. Über allem steht der Ausbau eines flächendeckenden Gesundheitssystems mit einer gleichwertigen Versorgung der ländlichen und städtischen Bevölkerung. Die chinesische Regierung wird dafür in den kommenden Jahren enorm investieren. "Auch in Deutschland gab es immer wieder Investitionswellen, denen anschließend Phasen der Kostendämpfung und Regulation folgten. Diese Erfahrungen wollen wir in die gemeinsame Arbeit einbringen", erläuterte Häussler.

Auch der Wirtschaftsexperte und IGES-Kooperationspartner, Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, sieht Parallelen zwischen China und Deutschland. "Wie auch Deutschland setzt China auf stark exportgetriebenes Wirtschaftswachstum. Bislang war die chinesische Entwicklung eine Erfolgsstory. Allerdings hat die globale Finanzkrise und die anschließende Rezession in vielen Ländern die Probleme dieser exportgetriebenen Strategie gezeigt. Wichtig ist es, auf zwei Beinen zu stehen: auf Export und auf einer starken Binnennachfrage. China hat genau den richtigen Zeitpunkt gewählt, neben der Einrichtung eines Finanzausgleichs die sozialen Sicherungssysteme und dabei vor allem das Gesundheitssystem auszubauen. Das verbessert die medizinische Versorgung und stärkt die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte. Zudem sind starke Sozialsysteme Airbags gegen wirtschaftliche Krisen", sagte Rürup.

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