Rena-Unglück verursacht dreistelligen Millionen-Schaden
Hamburg (ots) - Durch das vor Neuseelands Küste zerbrochene Containerschiff "Rena" ist ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden. "Es ist davon auszugehen, dass sich das Gesamtvolumen der Schäden auf bis zu 150 Millionen US-Dollar summieren wird", sagt Olaf Fölsch, Schifffahrtsexperte beim weltweit größten Versicherungsmakler Aon. Bei dem Unglück sind seit Oktober rund 360 Tonnen Schweröl ins Meer gelaufen. Ein Teil davon wurde an der Nordostküste Neuseelands angeschwemmt. Bis zu 2000 Seevögel sind bislang daran verendet. Obwohl die Treibstofftanks der Rena zwischenzeitlich ausgepumpt wurden, muss jetzt durch das Auseinanderbrechen des Schiffes mit dem Austritt von Restöl gerechnet werden.
Versicherer der "Rena" ist der Swedish Club, einer von 13 Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit, die die International Group of P&I-Clubs bilden. P&I steht für "Protection & Indemnity". Dies ist die Haftpflichtversicherung der weltweit agierenden Reedereien, die Mitglieder der P&I-Clubs sind. Insgesamt versichern die 13 Clubs der International Group zirka 90 Prozent der weltweit im Dienst befindlichen Hochseeflotte. Die P&I-Clubs sind nicht auf Gewinn ausgerichtet. Vielmehr schützen sich die Reeder damit vor potenziellen Milliardenschäden, wenn Tanker verunglücken, Chemikalien auslaufen oder - wie im Fall der "Rena" - ein Containerschiff Schweröl verliert. Großschäden tragen die 13 P&I-Clubs dann gemeinsam.
Pro Schadenereignis haben die P&I-Clubs die auszahlbare Versicherungssumme zwar auf eine Milliarde Dollar begrenzt. Aber: "In der Geschichte der Seefahrt gab es noch keinen Einzelfall, in dem diese Schadensumme erreicht wurde", sagt Aon-Experte Fölsch.
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