Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD)

Tag des Kinderkrankenhauses 2008: Auch kranke Kinder haben ein Recht auf Qualität!

Siegen/Mainz (ots) -

   Recht auf gute und verlässliche Qualität sichern / Ausbildung von 
   Fachpersonal fördern / Versorgung in der Fläche festlegen 

"Leon, sechs Jahre, hat Schnupfen. Ist doch ganz harmlos, sagt der Arzt der Familie. Die vielen blauen Flecken an Leons Beinen fielen ihm nicht auf, denn es war Winter und Leon hatte eine Strumpfhose an. Daher unterließ er es, Leon ganz zu untersuchen, also eine Ganzkörperuntersuchung zu machen. Auch dass Leon zu klein und zu leicht für sein Alter war, fiel ihm nicht besonders auf. Er war ja auch kein Spezialist für Kinder. Erst als die blauen Flecken immer schlimmer wurden, gingen Leons Eltern mit ihm zum Spezialisten, zum Kinderarzt. Der erkannte die hinter den blauen Flecken steckende Blutgerinnungsstörung. Glück gehabt, Leon!

"Wir werden nicht müde, es zu wiederholen: Kranke Kinder und Jugendliche gehören in die Hände von Spezialisten. Szenarien wie das oben geschilderte sind eben nicht erfunden, sondern leider Alltag im deutschen Gesundheitswesen", stellt GKinD-Vorstandsvorsitzender Jochen Scheel zum "Tag des Kinderkrankenhauses 2008" fest. Dieser findet alljährlich in zeitlicher Nähe zum UNICEF-Weltkindertag statt, in diesem Jahr am Sonntag, 21. September 2008, in zahlreichen Kinderkliniken und Kinderabteilungen in Deutschland.

"Es ist eine unserer zentralen Aufgaben, allen Kindern und Jugendlichen eine gute und verlässliche Qualität in der medizinischen Versorgung zu bieten", so der GKinD-Vorstandsvorsitzende: "Sie haben ein Recht darauf, qualitativ gut betreut zu werden durch entsprechend spezialisiertes Personal und in einer altersgerechten Umgebung." Aus diesem Grunde hat die GKinD gemeinsam mit allen kinder- und jugendmedizinischen Verbänden die Mindestqualität definiert, die eine Kinderklinik oder Kinderabteilung bieten muss. Die Versorgung in der Fläche durch niedergelassene Kinder- und Jugendärzte und Kinderkliniken und -abteilungen, die diese Mindestkriterien erfüllen, müsse um so genannte kinder- und jugendmedizinische Zentren ergänzt werden, die in der Lage sind, spezialisierte und seltene Leistungen für Kinder und Jugendliche in der notwendigen Qualität zu bieten. Daher müsse die Einhaltung von Mindestqualitätskriterien bei der stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen für alle Krankenhausträger verbindlich werden.

Darüber hinaus setze sich die GKinD für die Sicherstellung einer qualitativ guten flächendeckenden stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen ein. "Wir kämpfen aber auch für den Erhalt der ambulanten kinderfachärztlichen Versorgung durch Spezialisten in Spezialambulanzen in Ergänzung zu den hausärztlich tätigen Kinder- und Jugendärzten", so Scheel: "Alle Kinder und Jugendliche haben das Recht, innerhalb einer angemessenen Zeit in einer Kinderklinik oder Kinderabteilung medizinisch versorgt zu werden, wenn die Möglichkeiten der ambulanten Betreuung durch den niedergelassenen Kinder- und Jugendarzt nicht mehr ausreicht. Krankenhäuser, die überwiegend Erwachsene betreuen, sind dazu nicht geeignet, denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen." Kinder und Jugendliche sollten immer in Kinderkliniken oder -abteilungen versorgt werden.

Dazu müsse aber das auch Vorhalten ausreichender Ausbildungskapazitäten finanziell unterstützt werden, denn wenn Kinderkliniken und Kinderabteilungen wegen des hohen wirtschaftlichen Druckes keine Ausbildungsplätze mehr zur Verfügung stellen könnten, finde keine Ausbildung mehr statt, macht der GKinD-Vorstandsvorsitzende deutlich.

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