Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) treibt deutsches Energiesystem an Rande des Kollapses

Frankfurt (ots) -

BearingPoint-Berechnung für das Jahr 2020 zeigt: Exponentielle 
Steigerung der Energiekosten / 50 Milliarden Euro Fördergelder für 
erneuerbare Energien / EEG-Anteil der Verbraucher beträgt dann 37 
Prozent am Strompreis  

Heute wurde die neue Umlage für die Ökostromförderung 2013 öffentlich bekannt gegeben. Wie bereits erwartet, werden die derzeit 3,6 Cent pro Kilowattstunde ab dem nächsten Jahr um fast 50 Prozent auf knapp 5,3 Cent pro Kilowattstunde steigen. Für einen privaten Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Verbrauch summieren sich die Kosten auf 185 Euro Mehrkosten pro Jahr - das sind rund 60 Euro mehr als im Jahr 2012.

Ein Preisschock, der aus Sicht der Management- und Technologieberatung unangebracht ist und der langfristig zum Kollaps des deutschen Energiesystems führen kann:

   - Mit einer Summe von insgesamt 24 Milliarden Euro entspricht die 
     Förderung erneuerbarer Energien bereits heute einem Prozentpunkt
     des Bruttoinlandsprodukts. Seit 2002 ist der EEG-Fördertopf (2,2
     Milliarden Euro) damit nahezu exponentiell angestiegen. Wird 
     dieser Zuwachs extrapoliert - reduzierte Förderquote 
     eingerechnet -, ergibt sich im Jahr 2020 eine Gesamtsumme von 
     über 50 Milliarden Euro an Fördergeldern für die erneuerbaren 
     Energien. Private Stromkunden werden deutlich tiefer in die 
     Tasche greifen müssen, denn die EEG-Umlage wird demnach im Jahr 
     2020 voraussichtlich bei 12 Cent pro Kilowattstunde liegen. Bei 
     einem durchschnittlichen Verbrauch zahlen Haushalte dann sogar 
     420 Euro pro Jahr. Der Anteil erneuerbarer Energien am 
     Strompreis beträgt damit zirka 37 Prozent. Heute liegt dieser 
     bereits bei 14 Prozent. 
   - Das Energiesystem wird nicht nur deutlich teurer, sondern auch 
     wesentlich unzuverlässiger. Nach Planung der Bundesregierung 
     soll die Energienachfrage 2020 zu mindestens 35 Prozent durch 
     erneuerbare Energien abgedeckt werden. Die gesamte installierte 
     Erzeugungskapazität wird dann bei rund 240 Gigawatt liegen. 
     Allerdings liegt der Jahreshöchstbedarf nur bei zirka 90 
     Gigawatt. Dies stellt ein großes Überangebot an installierter 
     Energieleistung dar, das trotzdem unbeständig ist: Denn im Jahr 
     2020 werden nur noch knapp 90 Gigawatt durch konventionelle 
     Energie (Fossile- und Kernenergie) produziert werden. Diese 
     werden aufgrund von ungeplanten Ausfällen und Revisionen der 
     Kraftwerke nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Das ist 
     riskant, denn, um die Versorgung sicher zu stellen, sollte das 
     Angebot an konventioneller Energie rund zehn Prozent über dem 
     Jahreshöchstbedarf liegen. 

"Die knappe Kalkulation zeigt: Das deutsche Energiesystem steuert auf einen Kollaps zu. Wenn Wind und Sonne ausbleiben, kann der erforderliche Strombedarf nicht sicher gedeckt werden. Denn Energiespeicher, die regenerativ erzeugte Energie in großem Maßstab zwischenspeichern, werden im Jahr 2020 noch nicht in einem wirtschaftlichen Rahmen zur Verfügung stehen können", sagt Dr. Andreas Olbrich, Partner bei BearingPoint. "Die Politik muss mit einer Reformierung des EEG dringend gegensteuern, um das Energiesystem bis 2020 nicht gegen die Wand zu fahren. Verbleibende konventionelle Kraftwerke müssen wieder wirtschaftlich betrieben werden können. Gleichzeitig müssen ihre Flexibilität und Verfügbarkeit gesteigert werden, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Zudem sollte der künftige Ausbau erneuerbarer Energien begrenzt und dringend mit dem jeweils regionalen Bedarf und den Netzgegebenheiten abgestimmt werden."

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