World Vision Deutschland e. V.

Südliches Afrika: 12,8 Millionen Menschen vor dem Hungertod

    Friedrichsdorf/Rom (ots) -
    
    "Noch nie in meinem Leben habe ich solch' eine Hungersnot erlebt.
Wir essen schon die Wurzeln der Bäume. Und Tag zu Tag wird es
schlimmer." Lucas Lufuzi, 59-jähriger Familien- und Großvater aus
Mickinschi in Malawi.
    
    Im südlichen Afrika zeichnet sich nach WORLD VISION-Informationen
eine Hungerskrise von enormem Ausmaß ab. "Für die Region erwarten wir
für 12,8 Millionen Menschen ein Nahrungsmitteldefizit von vier
Millionen Tonnen Getreide", sagt Dr. Wolfgang Jamann, Leiter der
Humanitären Hilfe von WORLD VISION.
    
    Bestätigt werden diese Schätzungen auch von den beiden
UN-Organisationen "Food and Agriculture Organization" (FAO) sowie dem
"World Food Programme" (WFP), dessen weltweit größter Partner bei der
Verteilung von Lebensmitteln WORLD VISION ist. Die Katastrophe könnte
nach Auskunft von Dr. Jamann "eine der schlimmsten Ernährungskrisen
in Afrika überhaupt sein, sofern nicht rechtzeitig interveniert
wird".
    
    Betroffen von der bevorstehenden Katastrophe sind die Länder
Malawi, Mosambik, Swasiland, Lesotho, Sambia und Simbabwe. Schon
heute verzeichnet die Region eine weit verbreitete Mangelernährung
bei Kindern sowie überdurchschnittlich hohe Ausbrüche von Cholera.
Lesotho, Malawi und Simbabwe haben bereits den nationalen Notstand
ausgerufen.
    
    Als Ursachen für die sich anbahnende Katastrophe führt Dr. Jamann
die Dürren in den Jahren 2001 und 2002 an. Darüber hinaus hatte die
Region in zwei nacheinander folgenden Ernteperioden mit
Überschwemmungen zu kämpfen. Dr. Jamann: "Außerdem sind
Regierungskrisen, Misswirtschaft und Krankheiten wie HIV/Aids
mitverantwortlich für die Krise, die voraussichtlich im Herbst ihren
Höhepunkt erreichen wird."
    
    Um mitzuhelfen, die Krise abzuwenden, plant WORLD VISION, rund 15
Prozent des Gesamtbedarfs an Nahrungsmittelhilfe zu verteilen. In
absoluten Zahlen bedeutet dies 190.000 Tonnen Nahrungsmittel für 1,9
Millionen Menschen. Das dafür von WORLD VISION benötigte Budget
beträgt ca. 85 Millionen Euro. "Als größte Nothilfe- und
Entwicklungsorganisationen in der Region wird WORLD VISION wieder eng
mit unseren internationalen Partnern wie dem Welternährungsprogramm
kooperieren, um möglichst effektiv zu helfen", sagt Dr. Jamann.
Bislang hat WORLD VISION Deutschland bereits 265.680 Euro vom
Auswärtigen Amt für die ersten humanitäre Hilfsmaßnahmen im südlichen
Afrika erhalten.
    
    Die betroffenen Länder im einzelnen:
    
    Lesotho:
    
    - Erklärung des Nationalen Notstandes durch die Regierung.
    - Die Getreideernte ist seit dem Jahr 2001 um 50 Prozent gefallen.
    - Erwartetes Getreidedefizit von ca. 338.000 Tonnen für 2002 und
        2003.
    - 444.800 Menschen benötigen Nahrungsmittelhilfe.
    - 35% der erwachsenen Bevölkerung ist nach Auskunft der Weltbank
        an HIV-Aids erkrankt.
    
    Malawi:
    
    - Das zehntärmste Land der Welt. Im Februar hat die Regierung den
        Notstand ausgerufen.
    - Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 234 von 1000.
    - Jeder sechste Mensch ist HIV-infiziert.
    - Bis einschließlich 2003 werden ca. 485.000 Tonnen Getreide für
        über 3,2 Millionen Menschen benötigt.
    
    Mosambik:
    
    - Bis April 2003 werden für 355.000 Menschen Nahrungsmittel
        benötigt.
    - Es besteht ein Defizit von ca. 70.000 Tonnen Mais.
    
    Swasiland:
    
    - Überflutungen im Jahr 2000 und Dürreperioden in den Jahren 2001
        und 2002.
    - 2001 verringerte sich die Viehhaltung um 168.000 Tiere durch den
        Ausbruch von Maul- und Klauenseuche.
    - Getreidedefizit von 110.000 Tonnen.
    - 144.000 Menschen benötigen Nahrungsmittelhilfe.
    - 25,5% der Bevölkerung sind an HIV-Aids erkrankt.
    
    Sambia:
    
    - Im Mai 2002 erklärte die Regierung den Nationalen Notstand.
    - 2,32 Millionen Menschen benötigen Nahrungsmittel.
    - Zwischen 550.000 und 720.000 Tonnen Nahrungsmittel werden
        benötigt.
    - 19,5 Prozent der Bevölkerung ist an HIV-Aids erkrankt.
    
    Zimbabwe:
    
    - Die Regierung erklärte im April den Nationalen Notstand.
    - Es besteht ein Nahrungsmitteldefizit von 1,5 Millionen Tonnen.
    - Sechs Millionen Menschen benötigen Nahrungsmittel, unter ihnen
        fünf Millionen Kinder.
    
    
    Hintergrund
    
    WORLD VISION Deutschland e.V. ist ein überkonfessionelles
christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten langfristige
Entwicklungshilfe und humanitäre Nothilfe. Mehr als 100 Projekte
werden momentan in 36 Ländern durchgeführt. WORLD VISION Deutschland
ist Teil der weltweiten WORLD VISION-Partnerschaft mit 46 nationalen
Büros und über 10.000 Mitarbeitern in fast 100 Ländern. WORLD VISION
unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der
Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem
Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen.
WORLD VISION ist der weltweit größte Verteiler von Lebensmitteln im
Auftrag des Welternährungsprogrammes (WFP). Weitere Informationen
finden Sie im Internet: http://www.worldvision.de
  
    Kontakt

    Mit Fragen und Anregungen können Sie sich auch jederzeit an Dr. Wolfgang Jamann (Tel.: 06172-763 230), Kurt Bangert (Tel. 06172-763 150 oder 0172-2127738) oder Sönke Weiss (Tel.: 06172-763 152 oder 0162-9078430) wenden. Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne Fotos zur Verfügung.

    Spendenkonto     WORLD VISION erbittet Spenden auf das Konto  20 20  bei der Volksbank Frankfurt (BLZ 501 900 00), Stichwort "Südliches Afrika".     

ots Originaltext: WORLD VISION Deutschland e.V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

WORLD VISION Deutschland e.V.
Tel.: ++49 (0) 6172 763-150 / 151 / 152
Fax: ++49 (0) 6172 763 270
E-Mail: Kurt_Bangert@wvi.org
Internet: http://www.worldvision.de

Original-Content von: World Vision Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: World Vision Deutschland e. V.

Das könnte Sie auch interessieren: