World Vision Deutschland e. V.

Weltkindergipfel: USA jetzt einziges Land, das Kinderrechtskonvention nicht unterschrieben hat

    Friedrichsdorf (ots) -
    
    * Somalia unterzeichnet als vorletztes Land die
        Kinderrechtskonvention

    * Scharfe Angriffe auf USA wegen Aufweichung des
        Abschlussdokumentes

    * USA wehren sich gegen Angriffe
    
    Somalia, neben den USA bisher das einzige Land auf der Welt, das
nicht zu den Unterzeichnern der Kinderrechtskonvention gehörte, hat
im Rahmen des Weltkindergipfels gestern in New York endlich die 1990
verabschiedete Kinderrechtskonvention unterschrieben. Damit sind die
USA das einzige Land, das die Kinderrechtskonvention weiterhin
ablehnt. Über den Stellenwert der Konvention haben sich beim
Kindergipfel in New York die Delegierten gestritten. Ein
Zusammenschluss von nichtstaatlichen Organisationen hat in einem
offenen Brief an den amerikanischen Gesundheitsminister die Haltung
der USA heftig beklagt. Ein US-Vertreter beim Kindergipfel
verteidigte die Position der USA. Auch WORLD VISION zeigte sich
enttäuscht über eine Reihe unverbindlicher Formulierungen im
Abschlussdokument, begrüßte jedoch insgesamt das Zustandekommen
dieses Abkommens.
    
    Ein Sprecher der Organisation Child Rights Caucus - ein
Zusammenschluss von über 100 Organisationen - zeigte sich enttäuscht
über die Haltung der USA und machte sie für die Schwächen des
Abschlussdokumentes hauptverantwortlich. In einem Brief an Tommy
Thompson, den Secretary of Health der USA,  zeigte sich die
Organisation tief enttäuscht über die Position, die die Vereinigten
Staaten während des Kindergipfels im Hinblick auf das
Abschlussdokument eingenommen habe. "Diese Positionen spiegeln weder
die Wirklichkeit im Leben der Kinder noch das internationale
Regelwerk wider, das in den letzten zwölf Jahren entwickelt wurde.
Indem die USA unnachgiebig auf ihrer Haltung beharren, stellen sie
den Erfolg des Kindergipfels in Frage."
    
    Im Hinblick auf die Kinderrechtskonvention, so sei die starre
Ablehnung dieses Dokumentes durch die Amerikaner zugleich ein Angriff
auf den globalen Konsensus in Bezug auf die Kinderrechte, heißt es in
dem offenen Brief. "Auch wenn die USA nicht zu den Unterzeichnern der
Konvention gehören, sollten sie sie doch wenigstens in ihrer
internationalen Bedeutung anerkennen." Auch das Hilfswerk WORLD
VISION, das eine Reihe von Vorschlägen für den ursprünglichen Entwurf
des Abschlussdokumentes eingebracht hatte, kritisierte einige
Schwachstellen des geänderten Abkommens.
    
    Unterdessen verteidigte Michael Dennis vom US State Department die
Haltung der USA mit starken Worten. Die USA sei eine der führenden
Nationen im Bereich der Kinderrechte und hätte im Laufe der
Verhandlungen wichtige Empfehlungen eingebracht, beispielsweise zur
Rolle von Kindern in bewaffneten Konflikten, doch hätten andere
Delegierte auf nur unverbindlichen Verallgemeinerungen bestanden.
"Jeder Vorschlag, den wir auf den Tisch legten, wurde abgeblockt",
sagte er.
    
    Auf den Vorwurf angesprochen, die Busch-Regierung hätte wichtige
Positionen der Reagan-Regierung aufgegeben, meinte Dennis, es seien
vielmehr andere Staaten, die ihre Positionen geändert hätten. In
Bezug auf die Kinderrechtsonvention sagte der US-Vertreter, die USA
lehnten diese ab, weil sie zu schwach sei, weshalb die USA eher auf
präzisere Zusatzprotokolle setzten. "Die USA haben wahrscheinlich die
besten Kinderrechtsgesetze überhaupt", meinte Dennis.
    
    HINTERGRUND
    
    WORLD VISION Deutschland e.V. ist ein überkonfessionelles
christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten langfristige
Entwicklungshilfe und humanitäre Nothilfe. Es setzt sich weltweit für
die Rechte von Kindern ein. In New York ist WORLD VISION-Präsident
Dean Hirsch u.a. mit UN-Generalsekretär Kofi Annan und
UNICEF-Direktorin Carol Bellamy zusammengetroffen. Sönke Weiss
vertritt WORLD VISION Deutschland in New York und steht im Kontakt
mit Christine Bergmann, Bundesfamilienministerin, und Anke Fuchs,
die den Bundeskanzler repräsentiert. WORLD VISION unterhält
Arbeitsbeziehungen zu zahlreichen UN-Organisationen. WORLD VISION
Deutschland ist Teil der weltweiten WORLD VISION-Partnerschaft, die
mit über 10.000 Mitarbeitern in fast 100 Ländern tätig ist. Siehe
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