World Vision Deutschland e. V.

G8-Gipfel in Genua: Globalisierung darf nicht zu Lasten der Armen gehen

Friedrichsdorf (ots) - Die Industrienationen müssen die wirtschaftliche und finanzielle Globalisierung mehr im Sinne der armen Länder gestalten. Diese Forderung erhebt das christliche Hilfswerk WORLD VISION Deutschland im Vorfeld des G8-Gipfels in Genua. "Die Globalisierung darf nicht schicksalhaft hingenommen werden, sie muss aktiv gesteuert werden", sagte WORLD VISION-Sprecher Kurt Bangert im Hinblick auf das G8-Treffen in Italien am kommenden Wochenende. Es gehe nicht darum, die Globalisierung zu bekämpfen oder pauschal zu verurteilen, sondern ihr ein menschlicheres Gesicht zu geben. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass zwar einige Entwicklungsländer von der Globalisierung profitierten, jedoch werde die Mehrheit der armen Länder zunehmend an den Rand gedrängt. "Die Kluft zwischen den Reichen und den Armen wird weiter wachsen, wenn nicht ernsthaft gegengesteuert wird", sagte Bangert. Zu den Forderungen, die WORLD VISION Deutschland erhebt, gehören u.a.: + Der Trend einer stetig abnehmenden staatlichen Entwicklungshilfe muss umgekehrt werden. Der Anteil der offiziellen Entwicklungshilfe sank von 1996 bis 2000 von 0,34% des Bruttosozialproduktes auf 0,22%. Den armen Ländern stehen immer weniger Mittel für ihre Entwicklung zur Verfügung. + Eine zügigere und umfassendere Entschuldung ist nötig. Die derzeitigen Entschuldungsstrategien führen nicht zu einer dauerhaften Lösung. Unter anderem muss die Schuldentragfähigkeitsgrenze weiter herabgesetzt werden. Darüber hinaus muss ein faires und transparentes Schiedsverfahren (Insolvenzrecht) für die hochverschuldeten armen Länder ins Leben gerufen werden. + Der weitere Abbau internationaler Handelsbeschränkungen muss dem wichtigeren Ziel der menschlichen Entwicklung untergeordnet werden. Entwicklung und Überlebensfähigkeit sind von größerer Bedeutung als freier, unbeschränkter Handel. + Eine wirksamere Regulierung der internationalen Finanzmärkte ist erforderlich, um Wirtschaftskrisen durch ungezügelte Finanzspekulation zu verhindern. Dazu bedarf es einer strengeren Banken- und Börsenaufsicht, einer Devisenumsatzsteuer ("Tobin-Tax"), der Schließung von Steueroasen und dem Verbot hochspekulativer Anlagen. + Die armen Länder benötigen eine großzügigere Unterstützung, um die weitere Verbreitung von HIV/AIDS zu verhindern, sonst werden die Entwicklungserfolge von Jahrzehnten zunichte gemacht. WORLD VISION appelliert an die in Genua vertretenen Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten, diesen Forderungen zu Gunsten der Armen nachzukommen. HINTERGRUND WORLD VISION Deutschland e.V. ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten langfristige Entwicklungshilfe und humanitäre Nothilfe. 117 Projekte werden momentan in 37 Ländern durchgeführt. WORLD VISION Deutschland ist Teil der weltweiten WORLD VISION-Partnerschaft, die mit mehr als 11.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern tätig ist. WORLD VISION unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.worldvision.de ots Originaltext: WORLD VISION Deutschland e.V. Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de KONTAKT Mit Fragen und Anregungen können Sie sich gerne an Dirk Jacobs wenden - (Tel. 06172 763-152 / Fax: 06172 763 270 / Email: dirk_jacobs@wvi.org) Original-Content von: World Vision Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell

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